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Unternehmensanleihen Bei Gildemeister werden Renditejäger fündig

10.01.2006 ·  Angesichts eines robusten Rentenmarktes und der deutlich kürzer gewordenen Renditevorsprünge von Schwellenländer-Anleihen haben es Renditejäger schwer. Bei einem Zinstitel von Gildemeister werden sie aber weiter fündig.

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Angesichts eines robusten Rentenmarktes und der deutlich kürzer gewordenen Renditevorsprüngen von Schwellenländer-Anleihen haben es Renditejäger schwer. Internationale Schwellenländer-Anleihen boten zum Jahreswechsel noch einen Zinsvorteil von durchschnittlich rund 240 Basispunkten, nachdem es im Frühjahr noch mehr als 400 Basispunkte gewesen waren. Wo sollen sie ihr Geld noch anlegen, um eine schöne Überrendite zu erzielen?

Auf der Suche nach einer Antwort und hohen Renditen lohnt sich ein Blick ins Inland. So wirft eine erst im Dezember auf den Markt gebrachte, bis 2012 laufende Anleihe von Tui derzeit 5,235 Prozent ab, während im selben Jahr fällige Bundesanleihen 3,06 Prozent bringen. Der Tui-Titel notiert derzeit sogar mit 99,75 Prozent knapp unter dem Rücknahmewert, weshalb die Rendite den Kupon von 5,125 Prozent übersteigt.

Gildemeister mit verbesserter Profitabilität

Schon ein Jahr früher läuft eine Anleihe des Maschinenbauers Gildemeister aus. Dieses Papier ist mit einem Kupon von sage und schreibe 9,75 Prozent ausgestattet und im Juli 2004 auf den Markt gekommen. Die Kehrseite des Kupons ist das Rating von B3: Kreditbewerter wie Moody's schätzen die Bonität von Gildemeister als eher schwach ein. Der Grund: Bei einem Jahresumsatz von zuletzt 1,1 Milliarden Euro hat der Konzern lediglich einen Überschuß von 5,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Allerdings hat der Konzernvorstand bekräftigt, für 2005 einen Jahresgewinn von gut zehn Millionen Euro auszuweisen. Nach der erfreulich verlaufenen Fachmesse EMO und angesichts der weltweit gestiegenen Nachfrage will Gildemeister dieses Jahr den Umsatz um fünf Prozent steigern. Überdies hat der Vorstand angekündigt, für 2005 die Dividendenzahlung mit zehn Cent je Anteilsschein wieder aufzunehmen, nachdem es für 2003 und 2004 keine Dividende gegeben hatte.

Diese Nachrichten hören sich auch für Besitzer von Anleihen gut an. Schließlich spiegelt die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung eine verbesserte Profitabilität wider. Und vergangene Woche ereilte die Anleger eine weitere gute Nachricht: Im Maschinenbau ist der lang ersehnte Funke des Exports auf das Inlandsgeschäft übergesprungen. Die deutsche Schlüsselindustrie erwartet nun einen anhaltenden Aufschwung in Deutschland und ist optimistisch für 2006. „Die Firmen sind wieder in Investitionslaune“, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt. Da gleichzeitig der Export außerordentlich gut laufe, werde 2006 ein Wachstumsjahr mit einem Produktionsplus von zwei Prozent - nach vier Prozent Plus in 2005, berichtete dpa.

Überrendite von 3,94 Prozent zu Bundesanleihen

So verwundert es nicht, daß die Gildemeister-Anleihe mit einem Kurs von 113,6 Prozent nicht weit unter dem Rekordhoch bei 114,50 Prozent notiert. Die Rendite beträgt 6,86 Prozent, während eine entsprechende Bundesanleihe 2,92 Prozent bringt. Damit ist der Titel zwar nicht mehr ganz so attraktiv wie Ende Oktober, als sie 7,14 Prozent bot - ein Wert, der sich mit 2,9 Prozent bei Bundespapieren verglich. Doch eine Überrendite von immerhin noch 3,94 Prozent kann sich sehr gut sehen lassen.

Noch eine Anmerkung: Von 2008 kann Gildemeister die Anleihe vorzeitig ablösen. 2008 ist ein Kurs von 104,875 Prozent (also ein Betrag von 1048,75 Euro) zu zahlen, 2009 sind es 102,438 Prozent und 2010 sowie bei der Fälligkeit 100 Prozent, was dem Ausgabepreis gleich kommt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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