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Unternehmensanleihen BASF-Anleihe für konservative Anleger

24.09.2007 ·  Eine neue Anleihe hat der BASF-Konzern emittiert. Das Papier ist für konservative Anleger auf Endfälligkeit nicht uninteressant. Für langfristige Kursprognosen ist es derzeit noch etwas früh.

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Derweil Analysten noch darüber streiten, wohin die Anleihenmärkte angesichts bestehender und neuer Inflationsrisiken hinlaufen werden, greifen die Anleger bei Unternehmensanleihen mit guter Bonität wieder zu.

Das nutzen viele Unternehmen wie Eon oder Astra-Zeneca aus, um umfangreiche Emissionsvolumina zu plazieren. Während es bei Eon 3,5 Milliarden Euro sind, so brachte Astra-Zeneca 7,65 Milliarden Dollar in vier Tranchen unter.

Renditeabschläge nach Handelsaufnahme

Etwas weniger umfangreich fiel das Volumen der neuen Anleihe des Chemiekonzerns BASF aus. Eine Milliarde Euro beträgt das Volumen des Papiers, das mit einem Kupon von fünf Prozent ausgestattet ist und bis zum 26. September 2014 läuft. Ursprünglich zu 99,631 Prozent angeboten, war sie damit 52 Basispunkte über dem mittleren Swapsatz gepreist und hatte eine Emissionsrendite von 5,06 Prozent.

Mittlerweile ist die Rendite auf 5,0 Prozent gefallen, ein Zeichen dafür, dass die Anleihe sich durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreut, auch wenn sie im Tagesverlauf bereits wieder Kursverluste verbuchte. Der Chemieriese will mit dieser Emission kurzfristiges Commercial Paper refinanzieren, dessen Gesamtvolumen gemäß Effektivzinsmethode der Konzern zuletzt auf 3,22 Milliarden Euro bezifferte, was immerhin fast vierzig Prozent des ausstehenden Anleihevolumens waren.

Die Bonität von BASF wird derzeit von Standard & Poor's und Fitch mit „AA-“ und stabilem Ausblick und von Moody`s mit „Aa3“ und negativem Ausblick bewertet. Diese recht einmütige Bewertung entspricht dem vierthöchsten Investment-Grade-Rating.

Verschuldung verdoppeln

Moody's senkte den Ausblick im Zusammenhang mit der Ankündigung des Konzerns im Februar, die Dividende um 50 Prozent zu erhöhen und eigene Aktien für drei Milliarden Euro zurückzukaufen.

Das operative Geschäft des Chemiekonzerns habe sich 2006 zwar positiv entwickelt, hieß es seinerzeit und die Verschuldung sei reduziert worden. Die Ausschüttung von Kapital an die Aktionäre werde jedoch die Möglichkeiten des Konzerns reduzieren, seine Verschuldung zu senken. Das Rating sei nun anfälliger, falls das operative Umfeld schwieriger werde.

Glaubt man den Worten von Finanzchef Kurt Bock, so könnte sich das eher konservative Finanzgebaren des Konzerns in den kommenden Jahren ohnehin deutlich verändern. Man sei willens, die Verschuldung um zehn Milliarden Euro zu erhöhen, um Akquisitionen zu finanzieren, sagte Bock unlängst dem „Wall Street Journal Europe“. Das entspräche einer Verdopplung der Verschuldung. Die BASF sei wenig gehebelt und könne ihre Verschuldung leicht auf das Doppelte des operativen Gewinns erhöhen.

Bislang erfolgreiche Umbaustrategie

Dies erscheint als weitere Verschärfung der Umbaustrategie, die auch Ausdruck in der im Juli erfolgten Verjüngung und Verkleinerung der Führungsmannschaft gefunden hat. Bis zum Frühjahr 2008 soll die BASF außerdem von einer Aktiengesellschaft in eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea/SE) umgewandelt werden. Die Rechtsform SE erleichtert grenzüberschreitende Aktivitäten in Europa.

Bislang geht die Umbaustrategie zumindest aus Sicht der Aktionäre auf. Im laufenden Geschäftsjahr sollte mindestens das Vorjahresniveau des operativen Gewinnes erreicht werden. Doch nach den ersten sechs Monaten lag es schon 9,8 Prozent darüber. Auch die Rating-Agenturen honorieren die strategischen Vorteile die der BASF stabilere und höhere Margen gebracht hätten.

Indes wird sich noch weisen müssen, ob auch die Agenturen eine Erhöhung der Verschuldung weiterhin als unproblematisch ansehen. Vor 15 Monaten noch sah Moody's bei einer hohen Eigenkapitalposition und ausreichend freiem Cashflow Möglichkeiten, die Verschuldung kurzfristig so weit zurückzuführen, dass sie mit der Ratingklasse vereinbar sei.

Auf Gleichgewichtskurs

Dann aber folgten zudem die aktionärsfreundlichen Maßnahmen, und auch im kommenden Jahr rechnen die Analysten im Schnitt mit einer um 6,7 Prozent höheren Dividende. Auf diesem Kurs könnten Herabstufungen eine Folge sein, auch wenn der Konzern strategisch die Leitlinie Verfolgt, unter den Rahmenbedingungen einer soliden Eigenmittelausstattung, eines hohen operativen Cash-Flows und eines wirtschaftlichen Mitteleinsatzes die Kapitalkosten zu optimieren.

Andererseits gehört zu den unternehmerischen Zielen, eine Prämie auf die Kapitalkosten zu verdienen. Deren Satz hat man durch die höhere Hebelung für 2007 von bisher zehn auf neun Prozent gesenkt. Fremdkapital trage weniger Risiko und sei daher billiger. Insofern bleibt abzuwarten, wo das bislang so erfolgreiche Team um den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Hambrecht das Unternehmen hinsteuern wird und ob ein weniger konservatives Finanzgebaren überhaupt Folgen für das Rating haben wird.

Rendite unter Indizes

Die neue Anleihe trägt den höchsten Kupon aller in Deutschland handelbaren BASF-Anleihen und rentiert nur knapp unter der 2016 fälligen und mit 4,5 Prozent finanzierten Rente. Geht man nicht davon aus, dass der Langläufer bei einem Kurs von 96,5 Prozent immer noch zu teuer ist, müsste sich die Rendite des neuen Papiers noch sinken.

Andererseits rechnen nicht wenige Analysten aufgrund höherer Inflationsrisiken mit weiteren Kursverlusten bei Langläufern, so dass die Rendite des 2016 fälligen Papiers noch steigen könnte.

Folgt man den Indizes von Merrill Lynch, so rentieren Anleihen mit Restlaufzeiten von fünf bis zehn Jahren und AA-Rating im Schnitt derzeit mit 5,17 Prozent, so dass so gesehen die Renditen noch steigen könnten, allzumal das Rating mit AA- am unteren Rand der Ratingstufe liegt.

Auch im Vergleich zu anderen Anleihen erscheint das neue Papier höher gepreist. So rentiert die im März 2015 fällige Anleihe der portugiesischen Schienennetzbetreibers Rede Ferroviária (Isin XS0214446188) mit 4,95 und der im März 2014 fällige Bond des japanischen Energieversorgers Tokyo Electric Power (Isin XS0188109994) mit 4,8 Prozent. Beide haben ein etwas besseres Rating als BASF.

Gutes konservatives Papier

Insgesamt scheint also die Richtung des Anleihenkurses nicht ausgemacht, vor allem nicht solange sich nicht geklärt hat, welche Richtung die Anleihenmärkte künftig einschlagen werden. derzeit werden Risiken neu gepreist und so könnten sich noch einige Verschiebungen ergeben.

Wer indes auf Endfälligkeit und ein konservatives Papier sucht, ist mit BASF-Anleihen in jedem Fall gut beraten, unabhängig davon, ob die künftige Finanzstrategie etwas oder deutlich weniger konservativ ist und ob das Rating in der längeren Frist womöglich herabgestuft wird. Unter den BASF-Anleihen ist dem neuen Bond dabei der Vorzug zu geben, sofern die Haltedauer in die persönliche Strategie passt. Sie ist zum Beispiel auch eine echte Alternative zu dem mit 5,03 Prozent rentierenden und im Januar 2014 fälligen Papier der deutschen Post mit einer Bonitätsnote von „A2“.

Wer mehr Rendite will, der muss schon etwas mehr Risiko in Kauf nehmen. Dann bieten sich im „A2“-Bereich gleich mehrere Bonds mit Renditen zwischen 5,2 und 5,35 Prozent an, beispielsweise von der norwegischen Telekommunikationsgesellschaft Telenor (Isin XS0269252077), aber auch vom norddeutschen Energiekonzern EWE (Isin DE000A0DLU51).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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