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Unternehmensanleihen Anleihe von Knorr Bremse mit attraktiver Rendite

 ·  Habemus Nachfolger! Gildemeister-Vorstand Raimund Klinkner wird beim Bremsen-Spezialisten Knorr den scheidenden Patriarchen Heinz Hermann Thiele beerben. Das schafft Sicherheit - zumal es auch sonst bei Knorr gut aussieht.

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Knorr Bremse hatte lange Zeit ein Problem. Mit dem gebürtigen Mainzer Heinz Hermann Thiele hatte der Münchener Bremsenhersteller einen „kantigen Patriarchen“ an der Spitze, der den Zulieferer zu einem Weltkonzern formte.

Aber Thiele, der in diesem Jahr 65 wird, hatte nach 37 Jahren im Betrieb und nach 20 Jahren als Eigentümer genug. Er suchte einen Nachfolger, verriet er Zeitungen. Viel fragten sich, wer ihn ersetzen sollte, ja könnte. Für die Bilanzpressekonferenz am Dienstag hatte Thiele Nachrichten angekündigt. Und die kamen.

Vom Sanierungsfall zum Marktführer

Neuer Chef von Knorr Bremse wird ab April 2007 der bisherige Gildemeister-Vorstand Raimund Klinkner, der Knorr Bremse dann zusätzlich als Vorstandschef führen werde. Der Manager werde ihn ablösen, er selbst werde in den Aufsichtsrat wechseln werde, kündigte Thiele am Dienstag an.

Für Inhaber der vor fast drei Jahren begebenen und noch bis in den kommenden Juli laufenden Anleihe des Unternehmens ist dies zunächst vielleicht eine Erleichterung. Klinkner kommt von einem mittelständischen deutschen Unternehmen und sicher keine „Heuschrecke“.

Thiele hat seit den achtziger Jahren den seinerzeit angeschlagenen Zulieferer saniert. wurde zum führenden Systemlieferanten der Bahnindustrie und bremst heute praktisch jeden Brummi in Europa.

Nutzfahrzeuge lassen Geschäft 2006 brummen

Die weiter anziehende Nachfrage nach Nutzfahrzeugen in Europa und Amerika hat dem Unternehmen auch im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Gewinn- und Umsatzanstieg verholfen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kletterte 2005 auf 246 Millionen Euro (2004: 211 Millionen Euro), der Jahresüberschuß stieg um 18 Prozent auf 154 Millionen Euro gestiegen, der Umsatz um 13 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

Das Nutzfahrzeug-Geschäft habe sich im vergangenen Jahr außerordentlich gut entwickelt, während sich bei den Schienenfahrzeugen ein gemischtes Bild geboten habe. Deutliche Rückgänge in diesem Bereich belasteten die Bilanz. Kräftig geschrumpft sei das Bahngeschäft vor allem in Deutschland. Dagegen boomten die Märkte in Frankreich und Spanien, so daß das Europageschäft von 1,7 auf 1,8 Milliarden Euro Umsatz zulegte.

Mit einem erhöhten Auftragseingang von 2,85 (Vorjahr: 2,45) Milliarden Euro sieht sich Knorr Bremse für weiteres Wachstum im laufenden Jahr gut gerüstet. Daneben will Knorr weiter zukaufen. Ein Expansionsschwerpunkt werde China sein, wo man bis Ende 2007 rund 1.000 Mitarbeiter im Bereich Schienenfahrzeuge beschäftigen will.

873 Millionen Euro (plus 44 Prozent) entfielen diesmal auf die Region, also ein Drittel des Gesamtumsatzes von 2,7 Milliarden Euro (plus 13 Prozent). Auch in Indien werde man zusammen mit einem Partner eine lokale Produktion errichten. „Rückgrat des Konzerns“ bleibe jedoch das Bremsengeschäft in Europa sowie Nord- und Südamerika, sagte Thiele.

Rating angehoben

Indes war der Ausblick eher zurückhaltend. Für 2006 seien insgesamt geringere Zuwächse zu erwarten. Man rechne mit einem Umsatzanstieg um sechs Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, sagte Thiele. Neben einem Preisdruck auf der Absatzseite drohen Mehrkosten für Material und Energie. Ein Stellenabbau sei zwar nicht geplant, Knorr Bremse will aber durch Arbeitszeitverlängerungen in diesem Jahr die Produktivität seiner deutschen Werke weiter erhöhen. Die Belegschaft lehnt dies ab und stöhnt über einen ungebührlichen Druck von Seiten der Unternehmensführung, wie aus Arbeitnehmerkreisen zu hören ist.

Die solide Entwicklung des Unternehmens veranlaßte auch die Rating-Agenturen, die Einstufung des Unternehmens in diesem Jahr anzuheben. Moody's hob bereits im Januar das Rating von „Baa2“ auf „Baa1“ und begründete dies mit steigenden Margen, einer innerhalb von zwei Jahren um 80 Prozent verringerten Nettoverschuldung, einer guten Kostenentwicklung und gelungenen Akquisitionspolitik. Standard & Poor's folgten vor kurzem der Einschätzung und hoben die Rating-Einstufung von „BBB“ auf „BBB+“ an. Derzeit rentiert die Anleihe mit 4,43 Prozent, was für eine Anleihe dieses Ratings durchaus nicht unattraktiv ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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