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Unruhe auf den Finanzmärkten Rohstoffe und spanische Wertpapiere geraten unter Kursdruck

 ·  Marktteilnehmer sind unsicher angesichts der Lage in Griechenland und der ungewissen Zukunft spanischer Banken. Wie so häufig profitieren Bundesanleihen und nordeuropäische Staatspapiere.

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Sorgen über die politische Lage in Griechenland, die Zukunft der spanischen Banken und eine Schwäche der Weltkonjunktur haben am Mittwoch die internationalen Finanzmärkte in Unruhe versetzt. Vor allem spanische Wertpapiere litten unter der Krise. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihe überschritt erstmals seit rund zwei Wochen wieder leicht die Marke von 6 Prozent. Der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen wurde mit 458 Basispunkten auf seinem höchsten Stand seit November 2011 registriert.

Griechische und italienische Staatsanleihen verzeichneten ebenfalls spürbare Aufschläge. Der Preis für Kreditausfallderivate (CDS) auf fünfjährige spanische Staatsanleihen erreichte mit 519 Basispunkten den höchsten Stand aller Zeiten. Am spanischen Aktienmarkt fiel der Ibex-Index auf seinen niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Besonders schwach tendierten die Werte der Banken und des Versicherers Mapfre. Zum Handelsschluss war der Ibex um 2,8 Prozent im Minus. Der deutsche Aktienindex Dax legte dagegen um 0,5 Prozent auf 6475 Punkte zu.

Erheblicher Preisrückgang am Rohstoffmarkt

Das Wiederaufflammen der Krise war auch auf dem Devisenmarkt erkennbar, wo der Kurs des Euro um 0,5 Prozent auf 1,2951 Dollar verlor. Wie so häufig profitierten Bundesanleihen sowie nordeuropäische Staatspapiere von der hohen Verunsicherung vieler Marktteilnehmer. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit vorübergehend 1,498 Prozent auf dem niedrigsten Stand aller Zeiten.

Die Debatte um die Schuldenkrise in Europa hat derweil auch an den Rohstoffmärkten zu erheblichen Preisrückgängen geführt. Diese Preisrückgänge drücken auch wachsende Sorgen um die Weltkonjunktur aus, denn nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten waren die jüngsten Wirtschaftsdaten unter den Erwartungen. Der Rohölpreis, der bereits in der vergangenen Woche stark gesunken war, liegt mittlerweile bei 112 Dollar je Barrel (das entspricht 159 Liter) für die Nordseesorte Brent. Amerikanisches Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Mittwoch 96 Dollar und hat sich damit sechs Tage in Folge verbilligt. So lange sind die Preise seit dem Jahr 2010 nicht mehr gesunken.

Dabei hatten die Irankrise, eine höhere Ölnachfrage in Asien sowie das Interesse der spekulativ orientierten Anleger die Ölpreise für Brent noch im März bis auf 128 Dollar getrieben. WTI-Öl kostete damals 110 Dollar. Dies führte nicht nur zu Rekordpreisen an den Tankstellen, sondern bedrohte auch die Konjunkturerholung.

Nun ist es zum Ausverkauf am Ölmarkt gekommen: Das liegt an negativen Konjunkturdaten sowie der Tatsache, dass die Ölvorräte in den Vereinigten Staaten so hoch sind wie seit August 1990 nicht mehr. Eine höhere Opec-Förderleistung sowie die Verschärfung der europäischen Schuldenkrise haben zu dem Preisrückgang ebenfalls beigetragen.

Gute Nachrichten für Autofahrer

Für viele Hedgefonds, die am Ölmarkt engagiert sind, ist die Situation dramatisch: Sie setzten auf steigende Preise und wurden völlig überrascht, als die Preise stark nachgaben. Daten der amerikanischen Terminmarktaufsicht CFTC belegen, dass die Hedgefonds ihre Wetten auf höhere Ölpreise so stark erhöhten wie in beinahe drei Monaten nicht mehr - dann sanken die Preise allerdings.

Für Autofahrer hierzulande sind die Ölpreisrückgänge hingegen gute Nachrichten, weil die Benzinpreise nachgeben. So kostete am Mittwoch nach Angaben des ADAC ein Liter Super E10 im Schnitt 1,605 Euro. Eine Woche zuvor waren es noch drei Cent mehr. Der Dieselpreis ist im Vergleich zur Vorwoche um 3,6 Cent auf durchschnittlich 1,465 Euro je Liter gesunken. Der Rückgang bei den Rohstoffen beschränkte sich nicht auf Öl. Der GSCI-Rohstoffindex verzeichnete den sechsten Tag in Folge ein Minus. Schwach tendieren auch Gold und Silber. Der Preis für eine Unze Gold fiel zur Wochenmitte um 0,5 Prozent auf 1594 Dollar.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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