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Bankgebühren : UBS verlangt Negativzinsen

Für die Durchschnittssparer haben die Negativzinsen bisher keine Auswirkungen. Die treffen vor allem die zahlungskräftigen Kunden. Bild: AFP

Als „Guthabengebühren“ bezeichnet die Schweizer UBS die erhobenen Negativzinsen. Betroffen sind vor allem vermögende Kunden. Die Bank nimmt dadurch kurzfristig Verluste in Kauf.

          Auch die Bank, die vom früheren Bundesbankpräsidenten Axel Weber als Verwaltungsratspräsident beaufsichtigt wird, erhebt mittlerweile Negativzinsen von Privatkunden – und rechnet durchaus mit erheblichen Auswirkungen. Die Schweizer UBS nennt diese Negativzinsen auf große Einlagen nicht „Verwahrentgelt“, wie viele deutsche Banken, sondern „Guthabengebühren“.

          Sie werden in der Vermögensverwaltung nur auf kurzfristig fällige Einlagen („Cash-Bestände“) in Euro berechnet. Die Grenze liegt dabei bei 1 Millionen Euro, also im Vergleich zu vielen hiesigen Banken eher hoch. Allerdings ist die Schweizer Großbank bekannt dafür, gerade in der Vermögensverwaltung durchaus zahlungskräftige Kunden zu betreuen. Deshalb dürften von dieser Regelung durchaus eine Reihe von Bankkunden betroffen sein.

          Kunden sollen Vermögen anders anlegen

          Von sogenannten Retailkunden, also den Durchschnittssparern, erhebt die Bank hingegen keine Negativzinsen. Analysten hatten in der Vergangenheit die Befürchtung geäußert, die Bank könnte in der Vermögensverwaltung dadurch Nachteile haben, dass vermögende Kunden große Cash-Bestände hielten und weniger aktiv an den Finanzmärkten seien als in früheren Zeiten. Große Cash-Bestände gerade in Euro sollen für die Bank ein Verlustgeschäft dargestellt haben, weil sie ein relativ kleines Kreditbuch in Euro hat und deshalb zum Teil selbst gezwungen ist, das Geld irgendwo zu ungünstigen Bedingungen zu parken.

          Die neue Regelung soll schon einige Wochen lang angewendet worden sein, seit Anfang Mai. Ziel der negativen Zinsen in der Vermögensverwaltung soll es sein, die vermögenden Kunden dazu zu bewegen, ihr Geld in andere Anlageformen zu stecken, beispielsweise in Wertpapiere. Allerdings nimmt die Schweizer Großbank dabei wohl auch zumindest billigend in kauf, kurzfristig fällige Einlagen in Euro an Konkurrenten zu verlieren. UBS-Finanzchef Kirt Gardner jedenfalls führte jetzt bei einer Konferenz in Spanien aus, die Bank rechne mit einem Mittelabfluss zwischen immerhin 3 und 3,5 Milliarden Franken (umgerechnet etwa 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro) durch die Einführung der Guthabengebühren.

          Mit einem Zinssatz von minus 0,6 Prozent liegt die UBS dabei noch weiter im negativen Bereich als die Europäische Zentralbank (EZB), die für Einlagen der Banken bei ihr in Euro minus 0,4 Prozent im Jahr verlangt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hingegen verlangt seit dem Jahr 2015 sogar noch einen höheren negativen Einlagenzinssatz, nämlich minus 0,75 Prozent im Jahr. Dafür gibt es dort im Gegenzug einen Freibetrag von 10 Millionen Franken im Jahr, bis zu dem keine Negativzinsen fällig werden.

          Quelle: F.A.Z.

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