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Tapering-Kurs Amerikas : China verkauft amerikanische Staatsanleihen in Milliardenhöhe

  • Aktualisiert am

Chinas Präsident Xi Jinping mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama Bild: AFP

China baut seine Anteile an amerikanischen Staatsanleihen so stark ab wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Pläne der Federal Reserve, die Liquidität weiter einzuschränken, könnten ausländische Investoren vorsichtiger machen.

          China, der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten, hat im Dezember seine Bestände an amerikanischen Staatsanleihen so stark abgebaut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Volksrepublik hielt Ende Dezember noch 1,27 Billionen Dollar an amerikanischen Staatsanleihen, wie sich aus Daten ergibt, die das amerikanische Finanzministerium am Dienstag veröffentlichte. Das waren 47,8 Milliarden Dollar, oder 3,6 Prozent, weniger als zu Beginn des Monats. Einen stärkeren Abbau der Position hat es seit Dezember 2011 nicht mehr gegeben.

          Insgesamt hielten internationale Investoren Ende Dezember amerikanische Staatsanleihen im Rekordvolumen von 5,79 Billionen Dollar. Die Summe liegt um 78 Milliarden Dollar oder 1,4 Prozent über dem Wert zu Monatsanfang. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Dezember auf 3 Prozent, und damit den höchsten Stand seit Juli 2011, nachdem Vertreter der amerikanischen Notenbank Pläne zur Drosselung der Liquiditätszufuhr ankündigten. Die Aussicht auf dieses so genannte Tapering drückte die Kurse der Anleihen 2013 um 3,4 Prozent. Das war, aufs Jahr gesehen, der erste Kursverlust der Papiere seit dem Rekordminus von 3,7 Prozent im Jahr 2009, wie der Bank of America Merrill Lynch US Treasury Index zeigt.

          „Die Verkäufe der Chinesen deuten darauf hin, dass Notenbanken zögern, langfristige Risiken einzugehen, nachdem sich die Federal Reserve jetzt eindeutig im Tapering-Prozess befindet”, sagte Aaron Kohli, Zinsstratege bei BNP Paribas SA in New York. BNP ist einer der 22 Primärhändler, die mit der Fed handeln. „Wenn China in den nächsten ein, zwei Monaten weiter verkauft, wird sich die bange Frage, wer dem Land seine Anleihen abkaufen soll, noch dringlicher stellen.”

          Ausländische Investoren hielten Ende 2013 rund 48,8 Prozent der handelbaren ausstehenden amerikanischen Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 11,9 Billionen Dollar. Insgesamt stiegen die ausländischen Bestände an Staatsanleihen 2013 um 221,1 Milliarden Dollar, oder 4 Prozent. Das war der geringste Anstieg seit 2006. China will „seine Abhängigkeit von Staatsanleihen abbauen”, sagte Louis Kuijs, leitender China-Ökonom bei der Royal Bank of Scotland Group, am frühen Mittwoch auf Bloomberg Television. „Das fällt ihnen nicht leicht, denn Amerika ist nach wie vor bei weitem der liquideste Markt und es ist keineswegs einfach, Anlagemöglichkeiten für die vielen Milliarden Dollar zu finden, auf die sich die chinesischen Devisenreserven belaufen.”

          Chinas Notenbank schiebt Yuan-Liberalisierung an

          Derweil hat China die Liberalisierung der Landeswährung Yuan weiter vorangetrieben. Die Notenbank bekräftigte am Mittwoch auf ihrer Website die Handelsspanne, in der sich der Yuan täglich bewegen darf, schrittweise auszudehnen. „Wir werden die Bandbreite des Wechselkurses in geordneter Art und Weise erweitern“, sagten die Währungshüter.

          Zuletzt hatte die Notenbank die vor allem von den Vereinigten Staaten kritisierte Kopplung des Yuan an den Dollar im April 2012 gelockert. Seither darf der Kurs in einer Bandbreite von einem Prozent um einen von der Zentralbank festgesetzten Wert zum Dollar schwanken. Bis 2015 soll der Yuan „grundsätzlich konvertierbar“ sein, hatte sie versprochen - ohne aber näher zu erläutern, was genau das bedeuten soll.

          Zentralbankchef Zhou Xiaochuan hat im November in einem Buch über Reformen angekündigt, die Zentralbank werde „im Grunde“ aus den regelmäßigen Interventionen am Devisenmarkt aussteigen.

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