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Strukturierte Anleihen Vietnam wird erstmals Fremdwährungsanleihe auflegen

 ·  Vietnam will seine erste Fremdwährungsanleihe auf den Markt bringen. Das südostasiatische Land plant ein Volumen von 500 Millionen Dollar bei zehn Jahren Laufzeit, geht aus Mitteilungen des Konsortialführers Credit Suisse First Boston hervor.

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Vietnam will seine erste Fremdwährungsanleihe auf den Markt bringen. Das südostasiatische Land plant ein Volumen von 500 Millionen Dollar bei zehn Jahren Laufzeit, geht aus Mitteilungen des Konsortialführers Credit Suisse First Boston hervor.

Vietnam kann Investoren mit einem Wirtschaftswachstum von acht Prozent anlocken, das Bruttoinlandsprodukt hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Bis Juni 2006 dürfte Vietnam der Welthandelsorganisation WTO beitreten. Das dürfte die Investitionen aus dem Ausland und das Exportwachstum weiter ankurbeln. „Vietnam ist jetzt wirklich interessant, bei dem Wirtschaftswachstum und dem anstehenden WTO-Beitritt“, sagt Alain Cany, Vorstandschef bei der vietnamesischen Tochter von HSBC Holdings in Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon.

„Das Land wird erwachsen“

In den vergangenen zehn Jahren hat Vietnam sich immer mehr für Investitionen und Touristen aus dem Ausland geöffnet. Die Vereinigten Staaten, der Kriegsgegner aus den sechziger und siebziger Jahren, sind inzwischen der größte Exportmarkt für vietnamesische Erzeugnisse. „Vietnam ist der potentiell spannendste Schwellenmarkt in der Welt“, erklärt Angus Tulloch, geschäftsführender Teilhaber von First State Investments in Edinburgh. „Das Land wird erwachsen.“

Vietnam will nach Angaben von Credit Suisse First Boston zwischen dem 20. und dem 26. Oktober bei Investoren für die Anleihe werben. Moody's Investors Service hob das Rating für Fremdwährungsanleihen Vietnams im Juli um eine Stufe auf „Ba3“ an, das liegt drei Stufen unter Investmentgrade. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit der besseren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes seit Einführung eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten im Jahr 2001. Damit hat Vietnam eine bessere Bonitätsnote als Indonesien oder die Philippinen. Standard & Poor's und Fitch Ratings bewerten Vietnams Fremdwährungsverbindlichkeiten ebenfalls drei Stufen unter Investmentgrade.

1998 hatte Vietnam im Rahmen einer Umschuldung sogenannte Brady-Bonds begeben, um nicht bediente Darlehen in Höhe von 553 Millionen Dollar abzulösen. Bei diesen Anleihen verzichten Gläubigerbanken auf einen Teil ihrer Forderungen und erhalten für den Rest Anleihen. Seither hatte Vietnam eine Auslandsanleihe in Erwägung gezogen.

Spekulation auf hohe Renditen

Für Investoren sind Vietnam-Anleihen auch interessant, weil sie die ersten ihrer Art sind. „Sie haben einen Seltenheitswert und die Anleger mögen die makroökonomische Lage“, beschreibt Desmond Soon, Fondsmanager bei Pacific Asset Management in Singapur. Er will die Anleihe kaufen, wenn sie mindestens sieben Prozent Rendite bringt.

Die 2015 fälligen Dollar-Anleihe der Philippinen mit einem Kupon von 8,875 Prozent rentierte am Montag mittag mit 8,27 Prozent. Bei der mit 7,25 Prozent verzinsten und 2015 fälligen Anleihe Indonesiens lag die Rendite bei 7,44 Prozent. Eine Rendite von 8,2 Prozent boten die brasilianischen Anleihen mit Fälligkeit 2015 und einem Kupon von 7,875 Prozent. Brasilien hat die gleiche Bonitätsnote wie Vietnam.

„Die Investmentbanker rennen Vietnam schon seit zehn Jahren hinterher, aber wer sich wirklich Gedanken über die langfristige finanzielle Stabilität des Landes macht, würde solche Transaktionen nicht so beharrlich durchdrücken“, äußert Robert Glofcheski, regionaler Chefvolkswirt für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Hanoi.

„Die Fähigkeit des Landes, mittelfristig zusätzliche Fremdwährungsverbindlichkeiten zu schultern, ist in den letzten zehn Jahren zweifellos gestiegen“, führt er aus. „Wenn man die vorhandenen Daten als Grundlage nimmt, muß sich die Fähigkeit des staatlichen Sektors, zusätzliches Kapital effizient zu investieren, aber noch sehr entwickeln.“ Die Regierung dürfte den Erlös der Anleiheemission für den Ausbau der Infrastruktur des Landes verwenden, ein Teil dürfte auch an staatliche Unternehmen fließen.

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