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Strategie Wann wirft die Fed die Druckerpresse an?

08.10.2010 ·  Wie gebannt warteten Anleger auf schwächlichen amerikanische Arbeitsmarktzahlen. Die Abweichung von Erwartungen mag kurzfristig zu Kursturbulenzen führen. Der Arbeitsmarkt aber bleibt schwach und wird die Zentralbank Geld drucken lassen.

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Wie gebannt starrten Anleger auf die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen in den Vereinigten Staaten.

Der Konsens rechnete für den Monat September mit einem allenfalls leichten Abbau von Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft und mit einer von 9,6 auf 9,7 Prozent steigenden Arbeitslosenquote. Während der Abbau von 95.000 Arbeitsplätzen deutlich höher ausfiel als erwartet, blieb die Arbeitslosenquote unverändert.

Der amerikanische Arbeitsmarkt bleibt wahrscheinlich schwach

Nun gehen die meisten Anleger davon aus, dass die amerikanische Zentralbank in den kommenden Monaten die Volkswirtschaft und damit die Finanzmärkte mit einer gewaltigen Welle an frischer Liquidität von bis zu einer Billion Dollar überschwemmen wird. Immerhin wurde genau das in den vergangenen Tagen von verschiedenen Vertretern der Zentralbank überdeutlich signalisiert.

Diese Erwartung hat dazu geführt, dass in den vergangnen Tagen die Kurse von Anleihen, Aktien und die Preise von Rohstoffen zum Teil deutlich gestiegen sind, während der Kurs des Dollar gegen die meisten Währungen weltweit und vor allem auch im Verhältnis zur Preisentwicklung bei Edelmetallen deutlich unter Druck geraten ist. Viele rechnen bei schwachen Arbeitsmarktzahlen mit einer weiteren Dollarverkaufswelle sowie mit einer fortgesetzten Kursinflation an den verschiedenen Wertpapiermärkten.

Allerdings führt die zuletzt entwickelte Kursdynamik alleine schon aus technischen Gründen zu einem kurzfristigen Korrekturrisiko. Vor allem falls der Arbeitsmarktbericht etwas „besser als befürchtet“ ausgefallen wären und sogar einen leichten Zuwachs an Arbeitsplätzen ausgewiesen hätten. Allerdings deutete eine schon am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Meinungsforschungsinstituts Gallup auf einen anhaltend schwachen Arbeitsmarkt hin. Danach ist die Gallup-Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent im August auf 10,1 Prozent im September gestiegen.

Bei manchen Bevölkerungsgruppen liegt die Arbeitslosigkeit sogar noch deutlich höher. Bei Personen im Alter zwischen 18 und 29 beträgt sie knapp 16 Prozent. Die Quote der Unterbeschäftigten - sie schließt Teilzeitkräfte ein, die auf der Suche nach einer Vollzeitstelle sind - hat in der zweiten Septemberhälfte deutlicher angezogen, als das in den Zahlen der Regierungsorganisation zu sehen sein wird. Sie lag nach Gallup-Informationen Ende des vergangenen Monats bei 18,8 Prozent. Die strukturelle Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten ist und bleibt sehr hoch.

Deswegen ist ein „Reflationierungsversuch“ der amerikanischen Zentralbank wahrscheinlich

Da gleichzeitig die Hauspreise tief bleiben oder weiter fallen, die Aktienmärkte stark schwanken und die Realeinkommen tief sind, ist die amerikanische Konsumentennachfrage wegen schwindenden Vermögen stark von Transferzahlungen des Staates abhängig, während die Verbraucher ihre Schulden reduzieren. Diese Kombination dürfte die amerikanische Zentralbank nach dem Motto „der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem“ früher oder später zur durch die Blume längst angekündigten geldpolitischen Expansion führen, obwohl sie ihre Bilanz schon in den vergangenen Monaten extrem aufgebläht hat. Dieser Strategie mag die Finanzmärkte abgehen von sehr kurzfristigen Korrekturbewegungen spekulativ beflügeln.

Mittelfristig geht die Rechnung jedoch dann nicht auf, wenn alle Staaten weltweit gleichzeitig abwerten und ihre Exportunternehmen auf diese Weise stimulieren wollen. In diesem Rahmen sind protektionistische Tendenzen wahrscheinlich. Sie würden die Volatilität an den Märkten steigern und die Etablierung von Trends bis auf weiteres verhindern. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, sowohl bei Anleihe- als auch bei Aktienanlagen auf Papiere sehr solider Unternehmen mit einer möglichst robusten Dividendenpolitik zu setzen. Interessant können jene Firmen sein, die nicht auf dem Radarschirm erscheinen, erklärt Tony Boeckh, der frühere Stratege bei BCA Resarch.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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