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Strategie Amerikanische Zentralbank kauft Wertpapiere in großem Stil

29.10.2008 ·  Mit aller Gewalt versuchen die Zentralbanken die Verspannungen an den Geldmärkten zu lösen. Die amerikanische Zentralbank kauft inzwischen kurzfristige Anleihen (Commercial Paper) in großem Stil. Deren Emissionsvolumen hat in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen.

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Mit aller Gewalt versuchen die Zentralbanken die Verspannungen an den Geldmärkten zu lösen. Sie senken nicht nur die Zinsen, sondern sie stellen immer mehr Marktteilnehmern Liquidität selbst gegen die Hinterlegung von Sicherheiten geringer Qualität zur Verfügung.

Allen voran greift die amerikanische Zentralbank Fed mit exotisch benamten Programmen wie TAF (Term Auction Facility), PDCF (Primary Dealer Credit Facility), TSLF (Term Securities Lending Facility), CPFF (Commercial Paper Facility), MMIFF (Money Market Investor Funding Facility) und ABCPMMMFLF (Asset Backed Commercial Paper Money Market Mutual Fund Liquidity Facility) massiv in das Marktgeschehen ein.

Emissionsvolumen von Commercial Paper hat deutlich zugenommen

Zudem übt das amerikanische Finanzministerium auf staatlich alimentierte Banken, Versicherungen und intransparente Finanzkonglomerate wie Fannie Mae und Freddie Mac Druck aus, das Kreditgeschäft neu zu beleben und trotz überhöhter Preise Hypotheken zu garantieren oder gar zu kaufen.

In den vergangenen Tagen ist die Fed dazu übergegangen, sogenannte Commercial Paper, mit deren Emission sich Unternehmen kurzfristig refinanzieren können, zu kaufen. Das Volumen der emittierten Papiere mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen ist in jüngster Zeit förmlich durch die Decke geschossen. Die Renditen beziehungsweise die Zinssätze sind dagegen leicht gefallen.

Genau das dürfte nach Ansicht von Experten dazu beigetragen haben, dass die Aktienkurse am Dienstag nach oben schossen. Denn auf diese Weise vermindert sich der Druck, Aktien und andere noch frei handelbaren Vermögenswerte zu verkaufen, um auf diese Weise Liquidität zu schöpfen. Dieser Verkaufsdruck hatte in den vergangenen Tagen nicht nur zu starken Kursverlusten geführt, sondern auch für starke Turbulenzen am Devisenmarkt, wo niedrig verzinsliche Währungen gesucht waren, während hoch verzinsliche Währungen abgestoßen wurden. Auch dieser Prozess hat sich in kürzester Zeit wieder ins Gegenteil verkehrt. Kurzfristig werten Yen, Franken und Dollar wieder deutlich ab.

Wiederbelebung des kreditgetriebenen Wachstums?

Finanzunternehmen neigen wieder dazu, Commercial Paper zu emittieren, um mit den erlösten Mitteln Wertpapiere an den Börsen und Rentenmärkten zu erwerben. Dabei könnten sie von den Erfahrungen der vergangenen Jahre ausgehen, in denen sich die Volkswirtschaften rasch und deutlich von Schwächephasen erholt haben.

Die Geld- und Finanzpolitiken wurden regelmäßig gelockert, wenn es wirtschaftlich harzte. Diese Kombination hat zu kreditgetriebenem Wachstum geführt, das sich langfristig jedoch nicht durchhalten lässt, da die Verschuldung das tragbare Maß überschreitet. Aufgrund der nun verfolgten Rettungsstrategien steigen die Staatsschulden weltweit deutlich an. Das alleine schon belastet künftige Generationen finanziell und schränkt auf diese Weise ihren wirtschaftlichen Handlungsspielraum ein.

Gleichzeitig ist nicht klar, ob die verschiedenen Staaten in der Lage oder gar politisch willens sind, die Bilanzen der verstaatlichten Finanzunternehmen zu bereinigen und den Finanzsektor auf ein vernünftiges Maß zu stutzen. Es besteht die Gefahr, dass die Risiken in den Bilanzen verbleiben und nur in die Zukunft übertragen werden. Alleine schon die Lockerung der Bilanzierungsregeln gibt Finanzunternehmen die Möglichkeit, Schieflagen in ihren Bilanzen unkorrigiert stehen zu lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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