Die Suche nach erträglichen Zinsanlagen, die zumindest den Erhalt der Kaufkraft ermöglichen, ist für deutsche Sparer zu einer frustrierenden Angelegenheit geworden. Der deutsche Staat kann sich, obwohl auch seine Verbindlichkeiten stark gestiegen sind, zu Vorzugskonditionen Geld leihen: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen befindet sich mit 1,7 Prozent auf einem Rekordtief und die deutschen Zweijährigen werden derzeit mit dem grotesk niedrigen Wert von 0,14 Prozent verzinst.
Das ohnehin niedrige Zinsniveau im Euroraum - der Leitzins beträgt 1 Prozent - wird durch den Kapitalzustrom in Deutschland noch weiter nach unten verzerrt. Viele Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener bringen ihr Geld hierzulande in Sicherheit. Den deutschen Finanzminister freut es, der deutsche Sparer wird dadurch allerdings knapp gehalten. Bei einer Inflationsrate von mehr als 2 Prozent reichen die Renditen der Bundesanleihen nicht, um den realen Wert des Vermögens zu erhalten, zumal dann nicht, wenn die Freibeträge ausgeschöpft sind und Kapitalertragsteuern fällig werden. Jenseits der deutschen Grenzen gibt es natürlich deutlich mehr. Spanische und italienische Staatstitel bieten bei zehn Jahren Laufzeit mehr als 5,5 Prozent jährlichen Zins. Doch dafür muss der deutsche Anleger kaufen, was viele Spanier und Italiener aus guten Gründen meiden.
Pfandbriefe besser als Bankenanleihen
Was sind die Alternativen? Recht sicher sind Pfandbriefe und andere mit Kreditforderungen gedeckte Bankenanleihen. Allerdings werfen deutsche Pfandbriefe zwar mehr ab als Bundesanleihen, es reicht jedoch auch nicht zur Vermögenssicherung. Wer das anstrebt, muss sich schon in langen Laufzeiten und/oder in Pfandbriefen von schwächeren Emittenten engagieren. Eine bis 2022 laufende Anleihe der Dexia zum Beispiel verspricht bei sehr guter Besicherung 3,72 Prozent. In dieser Größenordnung - allerdings bei noch längerer Laufzeit - liegen auch die Renditen von Schuldtiteln der Europäischen Union und des europäischen Stabilisierungsfonds EFSF.
Vor der Finanzkrise und noch mehr auf deren Höhepunkt ermöglichte der Wechsel zu Unternehmensanleihen spürbar höhere Erträge. Doch beinahe noch mehr als bei den Anleihen des deutschen Staates hat der Kapitalzustrom nach Deutschland die Finanzierungskosten der deutschen Unternehmen gedrückt. Eine fünfjährige Anleihe von BASF zum Beispiel rentiert mit 1,6 Prozent. Die Deutsche Telekom, die vor einigen Jahren noch 8 Prozent auf die Kupons einiger Anleihen schreiben musste, kann sich jetzt zu 3 Prozent für zehn Jahre Geld verschaffen.
Da kann sich schon eher der Blick auf die Angebote einiger Banken lohnen. Häufig wird man die günstigen Konditionen nicht bei der eigenen Hausbank finden, denn die Masse der deutschen Banken verordnet ihren Kunden mit einem Tagesgeldsatz von 1,35 Prozent auch nur Magerkost. In dieser Größenordnung liegt der von der Finanzberatung Max Herbst ermittelte Durchschnittssatz für täglich verfügbare Einlagen. Die günstigsten Anbieter ermöglichen aber immerhin 2,5 Prozent, und zwar nicht nur als Lockangebot für Neukunden. Die Angebote gelten auch für Bestandskunden, was die Hoffnung stärkt, dass sie von längerer Dauer sind. Wer sich zudem noch längere Zeit binden kann, erhält von einigen Banken auch 3 Prozent, bei fünf Jahren Laufzeit in Einzelfällen sogar 4 Prozent jährlichen Zins. Das reicht immerhin, um die Kaufkraft des Vermögens zu erhalten und obendrein auch noch einen kleinen Zuwachs zu erzielen.
Es den Kindern gleich richtig beibringen
Sebastian Stähle (314159)
- 22.04.2012, 13:28 Uhr
Ein Exempel für den deutschen Sparer von heute
Hans Edelmann (aktienfluechtling)
- 21.04.2012, 12:53 Uhr
Piraten
Günter Blümel (guenterbluemel)
- 21.04.2012, 05:55 Uhr
Ahm, man sollte die Krankenkasse nicht vergessen.
Thomas Weber (internetweber)
- 20.04.2012, 22:03 Uhr