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Staatsanleihen Stark steigende Renditen in Griechenland und Irland

 ·  Während am Donnerstag nach der Bekanntgabe der amerikanischen Zentralbank, die Märkte mit weiterer Liquidität zu fluten, die Aktien- und Rohstoffmärkte in allgemeiner Euphorie schwelgen, macht sich an den Rentenmärkten Ernüchterung breit.

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Während am Donnerstag nach der Bekanntgabe der amerikanischen Zentralbank, die Märkte mit weiterer Liquidität zu fluten, die Aktien- und Rohstoffmärkte in allgemeiner Euphorie schwelgen, macht sich an den Rentenmärkten eine gewisse Ernüchterung breit. Denn dort kommt es zu Kursverlusten.

Sie zeigen sich bei amerikanischen und deutschen Staatsanleihen mit Laufzeiten von mehr als zehn Jahren, insbesondere jedoch bei den Papieren der europäischen Peripheriestaaten. Die Risikoprämie griechischer, portugiesischer und irischer Staatsanleihen weiten sich gegenüber deutschen Bundesanleihen deutlich aus.

Griechischer Zehnjahresrendite liegt über elf Prozent

Griechenland muss Anlegern bei Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren wieder eine Rendite von etwas mehr als elf Prozent bieten, während die Rendite vergleichbarer irischer Papiere bei 7,5 und portugiesischer Anleihen bei 6,4 Prozent liegt.

Die Europäische Zentralbank soll irische Anleihen gekauft haben, erklärten Händler der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine offizielle Stellungnahme war nicht zu erhalten, da die Käufe vertraulich stattfinden. Bei zehnjährigen Staatspapieren Spaniens stieg die Rendite auf 4,35 Prozent, von 4,29 Prozent am Mittwoch, nachdem eine Anleiheauktion hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Spanien hat am Primärmarkt 3,4 Milliarden Euro in fünfjährigen Papieren platziert. Das lag unter dem maximalen Zielvolumen von vier Milliarden Euro. Die Papiere mit Fälligkeit 2016 wurden in diesem Laufzeitenbereich erstmals angeboten. Die durchschnittliche Emissionsrendite lag bei 3,576 Prozent, die Überzeichnung beim 1,6-fachen.

Irland stünden vier „brenzlige“ Wochen bevor, in welchen die Regierung ihren Haushaltsentwurf für das Jahr 2011 vorbereiten und zugleich Anleger beschwichtigen müsse, erklärt Erik Nielsen, Chef-Ökonom für Europa bei Goldman Sachs. Es bestehe ein „reales Risiko“, dass es der Regierung nicht gelinge, den Haushalt am siebten Dezember im Parlament zu verabschieden, schrieb Nielsen am Mittwoch in einer Email. Allerdings sei Irland bis Mitte 2011 „voll finanziert“, so dass nicht von einer drohenden Liquiditätskrise gesprochen werden könne.

Die Renditeprämie hat sich in den vergangenen drei Monaten mehr als verdoppelt, weil Investoren sich sorgen, Irland könne bei der Bewältigung seiner Haushaltsprobleme auf externe Hilfe angewiesen sein. Nielsen sieht drei potenzielle Szenarien für Irland: Im ersten wird der irische Haushalt verabschiedet und die Renditeprämien der Staatsanleihen sinken so weit, dass das Land Anfang nächsten Jahres wieder an den Kapitalmarkt kommen kann. Im zweiten Szenario wird der Haushalt zwar angenommen, aber die Finanzierungskosten bleiben „untragbar“ und die Regierung benötigt externe Hilfe. Als dritte Möglichkeit kann der Haushalt nicht im Parlament verabschiedet werden, darauf folgen vorzeitige Neuwahlen. Eine neue Regierung würde dann wahrscheinlich Hilfe unter dem Rettungsschirm der Europäischen Union suchen.

Viele Industriestaaten haben einen enormen Refinanzierungsbedarf

Der Oberste Gerichtshof Irlands hatte am Mittwoch entschieden, dass es eine unbegründete Verzögerung bei der Nachwahl für einen frei gewordenen Parlamentssitz gegeben habe. Daher muss bis Ende des Monats eine Nachwahl abgehalten werden. Das könnte die dünne Mehrheit von Ministerpräsident Brian Cowen im Parlament gefährden, wo 82 Abgeordneten der Regierung derzeit 79 Oppositionssitze gegenüber stehen. Die irische Regierung muss nach eigenen Angaben in den kommenden vier Jahren 15 Milliarden Euro einsparen, um ihr Haushaltsdefizit zu reduzieren. Das Ziel für 2011 wird am 5. November bekannt gegeben. Nielsen hält die irischen Schulden aber nicht für so dramatisch, dass sie - abgesehen von einigen unangenehmen Jahren mit negativem Wachstum - zu ernsthaften, längerfristig unhaltbaren Problemen führen würden.

Tatsächlich zeigt der am Donnerstag veröffentlichte „Fiscal Monitor“ des Internationalen Währungsfonds, dass die Industriestaaten bei einer schon enormen Verschuldung im laufenden und kommenden Jahr unglaublichen Refinanzierungsbedarf haben. Allen voran Japan, die Vereinigten Staaten, Griechenland, Belgien, Italien und nicht zuletzt auch Irland und Portugal.

Ihre Refinanzierung kann dann schwierig und oder teuer werden, wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung schlechter als erwartet ausfallen sollte und wenn absehbar wäre, dass Anleihegläubiger künftig stärker als bisher an möglichen Restrukturierungsmaßnahmen als in der Vergangenheit beteiligt werden würden. Politiker in Deutschland hatten am Mittwoch erklärt (siehe auch: Staatsanleihen: Gläubigerhaftung belastet Anleihen), Bondgläubiger sollten künftig an den Kosten von Umschuldungen beteiligt werden. Europas Politik erörtert derzeit, wie ein permanenter Schuldenkrisen-Mechanismus funktionieren sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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