Die erfolgreiche Versteigerung spanischer Schuldtitel mit kurzer Laufzeit hat am Dienstag zu einer Beruhigung der Kapitalmärkte beigetragen. Die Rendite spanischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit verringerte sich um 17 Basispunkte auf 5,85 Prozent.
Spanien hatte am Morgen Schuldtitel mit einer Laufzeit von zwölf und achtzehn Monaten begeben. Geplant waren Verkäufe für 2 bis 3 Milliarden Euro. Wegen der guten Nachfrage emittierte die spanische Finanzagentur Titel für knapp 3,2 Milliarden Euro. Allerdings musste der spanische Staat für die Schatzwechsel 2,6 beziehungsweise 3,1 Prozent an Rendite bieten, um das Interesse der Käufer zu wecken. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als bei den vorangegangenen Emissionen im März.
Glimpflicher Verlauf als ermutigendes Zeichen
Da jedoch manche Investoren noch höhere Finanzierungskosten für Spanien befürchtet hatten, wurden der relativ glimpfliche Verlauf und die hohe Nachfrage für die neuen Schuldtitel als ermutigendes Zeichen gewertet. Das begünstigte auch die Ausgabe von griechischen Schuldtiteln mit 13 Wochen Laufzeit im Wert von 1,6 Milliarden Euro. Für den griechischen Staat, dessen Finanzierung weitgehend von der Hilfe der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds abhängt, ermäßigten sich die Zinskosten in dieser Laufzeit im Vergleich zur vorangegangenen Auktion von 4,25 auf 4,2 Prozent.
Ungleich günstiger kommt der Europäische Stabilisierungsfonds EFSF an das Geld, das er an die finanzschwachen Euroländer weiter verleiht. Am Dienstag verschaffte sich der Luxemburger Fonds rund 2 Milliarden Euro für eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Nachfrage hätte für die doppelte Summe gereicht. Verzinst sind die von den Euroländern garantierten Titel mit jährlich 0,25 Prozent. Für die gleiche Laufzeit müsste Deutschland derzeit 0,15 Prozent Rendite bieten, Frankreich 0,6 Prozent und Italien 3,1 Prozent.
Die gelungene spanische Anleiheauktion belebte die Risikofreude auf allen wichtigen Kapitalmärkten. So sanken die Risikoprämien für Anleihen der finanzschwachen Euroländer im Vergleich zu Deutschland um rund 0,2 Prozentpunkte. Die Prämie für eine Kreditausfallversicherung (Credit Default Swap, CDS) auf den spanischen Staat ermäßigte sich von 5,1 auf rund 4,9 Prozent der versicherten Summe. Das ist allerdings immer noch ein alarmierend hoher Wert. Seit Februar ist die jährliche Prämie für eine Absicherung über fünf Jahre von 3,5 auf zeitweise mehr als 5 Prozent gestiegen.
Spanische Erholung bleibt hinter europäischer Tendenz zurück
Gleichwohl machte sich auch auf dem Aktienmarkt die vom Anleihemarkt ausgehende Entspannung bemerkbar. Der Euro Stoxx 50, Index der wichtigsten Aktien des Euroraums, gewann am Dienstag 2,9 Prozent und beschloss den Handel auf 2370 Punkten. Die Erholung auf dem spanischen Aktienmarkt blieb etwas hinter der europäischen Tendenz zurück. Der spanische Index Ibex stieg nur um 2,3 Prozent. Seit Februar hat er rund 20 Prozent an Wert verloren.
Zum Teil kräftige Kursgewinne verzeichneten die Aktien der börsennotierten europäischen Banken. Titel wie Société Généralé oder BNP Paribas gewannen rund 6 Prozent an Wert hinzu.
Auch im deutschen Leitindex Dax, der 2,7 Prozent auf rund 6801 Punkte zulegte, dominierten die Finanzwerte. Die Liste der Tagesgewinner führte die Commerzbank mit plus 4 Prozent an. Ähnlich fest tendierten Deutsche Bank, Allianz und Münchener Rück. Kursverluste von rund 1 Prozent erlitten dagegen die Aktionäre des Düngemittelherstellers K+S sowie diejenigen von Henkel.
Panikmache
udo fischer (udo44)
- 17.04.2012, 14:55 Uhr
Natürlich kann man alle Gesichtspunkte unkoordiniert
durcheinanderwerfen, aber zu einer ...
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 17.04.2012, 13:08 Uhr
Wie lange müssen wir die Lügen noch ertragen ?
Peter Leister (petlei)
- 17.04.2012, 08:13 Uhr
Die DB stuft Spanien als bonitätswürdig ein
Paul Banaschak (paul.banaschak)
- 17.04.2012, 06:42 Uhr
6% sind normal, 10% sind hoch, 12% sind eine Risikoprämie...
Sven Templin (hn-squirrel)
- 16.04.2012, 22:44 Uhr