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Staatsanleihen Schweiz im Krisenboom

01.10.2008 ·  In den vergangen Monaten mund besonders in der laufenden Woche waren nur wenige Vermögenswerte gefragt. Mit dazu gehörten Schweizer Staatsanleihen, die wie so oft in der Krise profitieren.

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Sorge, Angst und Panik sind die Begriffe mit denen in der jüngsten Zeit häufig die Stimmung an den Finanzmärkten beschrieben wurde. Dies hat zu massiven Kursverlusten in einigen und zu massiven Kursgewinnen in anderen Bereichen geführt, die bisweilen den Rahmen des Nachvollziehbaren sprengten.

Für manchen Finanzminister ist die Entwicklung eine feine Sache, namentlich dann, wenn das Land wie die Schweiz den Nimbus des Hortes der Stabilität hat. Während Schweizer Banken untereinander für Dreimonatsgeld den für eidgenössische Verhältnisse hohen Zins von fast 2,96 Prozent zahlen, konnte sich die Bundeskasse in dieser Woche Dreimonatsgeld praktisch zum Nulltarif für umgerechnet 0,004 Prozent leihen.

Sicherheit um jeden Preis

Die am Dienstag veröffentlichten Auktionsdaten zeigen, dass den Anlegern der Zins gleichgültig war. Der größte Teil der Anlageofferten wurde ohne Nennung eines Mindestzinses eingereicht, das Geld sollte nur für drei Monate bei der Bundestresorerie in Bern sicher liegen.

Auf der Suche nach Sicherheit sind Anleger zurzeit bereit, für Anleihen der Schweizerischen Eidgenossenschaft sogar negative Renditen in Kauf zu nehmen. Eine im Februar 2009 zur Rückzahlung anstehenden Staatsanleihe findet zurzeit zu einem Kurs von knapp 101 Prozent Käufer, obwohl der Zinstermin verstrichen ist und die Anleihe zu pari zurückgezahlt wird. Eine Negativrendite von 0,12 Prozent als Preis der Sicherheit.

Lange Laufzeiten bevorzugt

Schon seit Mitte Juni befinden sich die Kurse der Schweizer Staatsanleihen im Aufwind, in der laufenden Woche sind sie dann steil nach oben geschossen. Euro-Anleger profitierten in diesem Zeitraum zusätzlich durch die Aufwertung des Schweizer Franken, der trotz trüberer Konjunkturaussichten auch für die Schweiz und der latenten Gefährdung der exportabhängigen Wirtschaft durch eine weltweite Konjunkturschwäche sich deutlich befestigte.

Gefragt waren in den vergangen Monaten besonders Langläufer, die die stärksten Kurssteigerungen verzeichneten. Diese wurden in den vergangenen Tagen noch eindeutiger bevorzugt: Um 5,25 Prozent stieg der Kurs der 2049 fälligen Rente, gar 7,2 Prozent legte das 2036 fällige Papier zu.

Die Ursachen mögen vielfältig seien. Grundsätzlich laufen sie auf eine Begrenzung des Risikos hinaus. So wird zum einen zunehmend auf eine koordinierte Zinssenkungsaktion spekuliert, was die derzeit auf dem Markt befindlichen Papiere begünstigt. Zum anderen dürften Pensionskassen ihre Risiken beschleunigt abgebaut haben. Diese müssen die Fristen ihrer Anlagen und Verbindlichkeiten in Übereinstimmung bringen und fragen somit vermehrt langfristige Anlagen nach.

Für Pessimisten weiter kaufenswert

Für Pessimisten sind Schweizer Staatsanleihen auch auf dem aktuellen Niveau kaufenswert. Denn wenn das Streben nach Sicherheit weiter dominiert, so wird auch der Franken weiter zulegen und die Kurse der Anleihen stabil bleiben. Selbst wenn wie durch ein Wunder sich die Finanzkrise in Luft auflösen würde, könnte das Wiedereinsetzen von Carry Trades die Schweizer Währung weiter stabil halten - zugegebenermaßen ein mehr als unwahrscheinliches Szenario.

Ungünstiger wäre eine moderate Beruhigung in Form eines langsamen Zurückkehren des Vertrauens, verbunden womöglich mit einer konjunkturellen Schwäche der Schweiz. In diesem Fall wäre mit einem langsamen, aber stetigen Abfluss von Kapital zu rechnen, was sowohl Franken als auch Anleihenkurse auf Dauer drücken könnte.

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