http://www.faz.net/-gv6-8ygko

Staatsanleihen : Portugal erfreut die Märkte

Kein Grund für Trübsal: Das Wirtschaftswachstum in Portugal zieht an. Bild: dapd

Das Land galt lange als ein Wackelkandidat in der Eurozone. Doch jetzt zieht das Wirtschaftswachstum - um einiges stärker, als erwartet.

          An den europäischen Märkten für Staatsanleihen ließ sich in den vergangenen Wochen am meisten Geld mit den Papieren von Portugal verdienen, denn der Rückgang der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bis unter die Marke von 3 Prozent bescherte den Anlegern stolze Kursgewinne. Ein Grund ist in einer deutlichen Belebung des Wirtschaftswachstums zu suchen, die von vielen Beobachtern nicht erwartet worden war.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Daneben spielt aber auch die Finanzpolitik eine Rolle. „Seit dem Jahre 2014 ist das Haushaltsdefizit von 7 auf 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesunken“, sagt Christopher Jeffery, Fixed Anlagestratege in dem großen britischen Vermögensverwalter Legal & General Investment Management (LGIM). „Zwar ist für diese Verbesserung zum Teil das bessere Wachstum in Europa verantwortlich, aber kein anderes europäisches Land kann aktuell mit der portugiesischen Entwicklung mithalten.“

          Portugal galt über mehrere Jahre als ein Wackelkandidat in der Eurozone, da das Land Staatsschulden über annähernd 130 Prozent des BIP mitschleppt und drei der vier wichtigsten Ratingagenturen die Anleihen des Landes auf Ramschniveau eingestuft haben. Jeffery sagt, man dürfe dies nicht vergessen: „Noch vor wenigen Jahren stand Portugal vor wirklich großen Problemen. Wenn Investoren nach Lissabon geschaut haben, fühlten sie sich unangenehm an Athen und die griechische Krise erinnert.“ Doch trotz aller Unkenrufe habe das Land seine Finanzen und seinen Haushalt im Griff behalten.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Die blinden Seher der Wall Street

          Investmentstrategen : Die blinden Seher der Wall Street

          Die Investmentstrategen in New York rechnen mit einem moderaten Kursanstieg der amerikanischen Aktienkurse im kommenden Jahr. Auf diese Prognosen kann man nicht viel geben. Seit Jahren liegen die Fachleute daneben.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Roy Moore : Missbrauchsvorwürfe? Und wenn schon!

          Roy Moore will heute gegen den Willen des republikanischen Establishments Senator von Alabama werden. Der Missbrauchsskandal hat ihm geschadet, trotzdem hat er gute Chancen die Wahl zu gewinnen – auch weil eine Wählergruppe zu ihm hält, von der man es nicht erwartet hätte.

          Antisemitismus in Deutschland : Judenhass

          Die antisemitischen Hassausbrüche in ganz Europa sprechen für sich. Mit Kritik an Israel und Donald Trump haben sie nichts mehr zu tun. Das haben allerdings immer noch nicht alle verstanden.
          Ein ICE 3 auf der neuen Strecke Berlin-München

          Zugausfälle wegen ETCS : Chaos mit vier Buchstaben

          Eine neue Technologie namens ETCS soll einen Flickenteppich von Systemen ersetzen. FAZ.NET erklärt, wie sie funktioniert und warum sie im Moment Zugausfälle verursacht.

          Selbstfahrende Autos : Elon Musk kommt zu spät

          2018 würden Autos sich selbst steuern, sagte Elon Musk. Jetzt muss er diese Prognose zurücknehmen. Sein neues Zieldatum ist aber auch schon bald.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.