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Staatsanleihen Liegeplätze im sicheren Hafen

02.08.2007 ·  Auch wenn am Donnerstag an den Aktienmärkten alles wieder besser aussieht, scheint es nicht falsch sich nach Liegeplätzen im sicheren Hafen der Staatsanleihen umzusehen. Vorschläge gibt es zu genüge.

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Am Donnerstag zeigen sich die Aktienmärkten wieder einmal von der freundlicheren Seite. Auch die Anleihenmärkte verhalten sich friedlich und so geht die Flucht in erstklassige Staatsanleihen erst einmal nicht weiter, auch wenn der Rex heute immer noch ein bescheidenes Plus aufweist, sein Maihoch hinter sich gelassen hat und seine Trendlinien schon lange nach oben durchbrochen hat.

Nichtsdestoweniger sind die Probleme nicht einfach aus dem Markt verschwunden und so erscheint es nicht ganz verkehrt, sich einmal nach guten Liegplätzen im sicheren Hafen umzusehen.

Anleihen der Bundesländer bieten gute Renditen

Dabei sind Bundesanleihen offenbar recht gefragt, wie ja auch die Entwicklung des Rex nahelegt, bringen aber keineswegs die besten Renditen. Wer für sich persönlich einen renditeträchtigen Ankerplatz sucht, ist bei Anleihen der Länder besser aufgehoben.

Dies haben zwar kein AAA-Rating, doch wer die deutsche politische Landschaft kennt, kann getrost davon ausgehen, dass ein Bundesland nur dann zahlungsunfähig werden kann, wenn dies auch den anderen Gebietskörperschaften droht. Zwar können sich solche Verhältnisse auch einmal ändern, indes nicht auf Sicht von kurzen Restlaufzeiten bis zu fünf Jahren und mehr braucht man in einem Schutzhafen nun wirklich nicht.

Wie nicht anders zu erwarten, bieten besonders hoch verschuldete Länder die meisten Anleihen mit den höchsten Renditen. 4,8 Prozent gibt es aus Berlin, das im vergangene Jahr mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 17.354 Euro, die deutlich über der des Bundes und seiner Sondervermögen mit 11.128 Euro lag.

Hohe Zinsen as Sachsen-Anhalt

Ebenfalls 4,8 Prozent wirft eine nordrhein-westfälische Anleihe ab. Das bevölkerungsreichste Bundesland bringt es auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 7.583 Euro und damit einen Mittelfeldplatz. Die Anleihen haben eine Restlaufzeit bis Februar 2009 respektive September desgleichen Jahres.

Wer auf hohe Zinsen Wert legt, ist mit Anleihen aus Sachsen-Anhalt am bestehen beraten. Während das Berliner und das NRW-Papier lediglich mit 3,375 bzw. 2,3 Prozent verzinst werden, wirft der im Januar 2009 fällige Bond aus dem östlichen Bundesland fünf Prozent ab bei einer Rendite von 4,71 Prozent, der im März 2010 fällige sogar 5,75 Prozent.

Wer ansonsten Wert auf hohe Zinsen legt, muss Deutschland verlassen. 5,5 Prozent bringt eine im November 2010 fällige Anleihe Italiens, die mit 4,52 Prozent aktuell rentiert, sogar 5,85 Prozent zahlt Portugal auf einen im Mai des gleichen Jahres fälligen Bond.

Kurschancen in Belgien

Kurschancen sehen die Analysten der Commerzbank indes am ehesten bei länger laufenden belgischen Staatsanleihen, die ihrer Ansicht nach zu stark zurückgefallen seien und denen sie daher im Zuge einer Einengung des Swap-Bunds-Spreads das größte Potential zum Verkleinern des Zinsabstandes gegenüber Bundesanleihen beimessen.

Der Renditeaufschlag für belgische Papiere habe sich in den vergangenen Wochen im Zehnjahresbereich um gut acht Basispunkte auf 12 bis 15 Basispunkte ausgeweitet. Dabei reduziere das Land seine hohe Staatsschuldenquote relativ zügig, nämlich um drei bis vier Prozentpunkte in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

Von einst 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist man bisher auf 89 Prozent gekommen. Da dies immer noch deutlich über dem EWU-Durchschnitt von 69 Prozent liegt, hat Belgien auch immer noch nur ein Rating von AA+ - ähnlich wie Berlin, NRW und Sachsen-Anhalt, wohingegen Portugal und Italien noch eine Stufe niedriger eingeordnet werden.

Der Kreditbedarf für das laufende Jahr ist in Belgien laut Commerzbank bereits zu gut 75 Prozent gedeckt und für den Rest des Jahres sind keine weiteren neuen Anleihen, sondern nur noch Aufstockungen geplant. Im Gegensatz dazu plane Italien 2007 eine höhere Kreditaufnahme als zunächst beabsichtigt, außerdem werde das Verwässern der Pensionsreform zu weiteren Belastungen führen. Darüber hinaus gelinge es Italien nicht, die Staatsschuldenquote entscheidend zu senken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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