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Staatsanleihen Handel mit dem Risiko Griechenland wächst sprunghaft

13.02.2010 ·  Auf den Finanzmärkten haben die Sorgen um die griechische Schuldenkrise wieder zugenommen. Die Risikoaufschläge steigen wieder. Das Absicherungsbedürfnis der Banken hat sich verdreifacht.

Von Markus Frühauf
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Auf den Finanzmärkten haben die Sorgen um die griechische Schuldenkrise am Freitag wieder zugenommen. Die Unsicherheit über finanzielle Hilfen der Euro-Partnerländer ließ die Risikoprämien für griechische Staatsanleihen steigen. Zudem belasteten die schlechten Wachstumszahlen Griechenlands die Stimmung. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vergangenen Jahr um 2 Prozent.

Bislang hatte die Regierung einen Rückgang von 1,2 Prozent prognostiziert. Die Rendite des zehnjährigen griechischen Schuldtitels sprang wieder über die Marke von 6 Prozent, nachdem sie in den Tagen zuvor aufgrund der Hoffnung auf Hilfen der EU-Länder darunter notiert hatte. Damit lag die Rendite des griechischen Schuldtitel gegenüber der zehnjährigen Bundesanleihe um knapp 3 Prozentpunkte höher.

Sehr hohe Zunahmen

Auch am Markt für Kreditausfallversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), verteuerte sich die Risikoprämie zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall Griechenlands um sieben auf 360 Basispunkte. Dies bedeutet, dass die Versicherung einer Forderung gegenüber dem griechischen Staat von 10 Millionen Euro eine jährliche Gebühr von 360.000 Euro kostet. In der Woche zum 5. Februar mussten noch mehr als 420.000 Euro gezahlt werden. Damit haben die Gespräche der europäischen Regierungschefs um eine mögliche Unterstützung Griechenlands für eine Beruhigung gesorgt. Doch die Unsicherheit, ob es tatsächlich zu finanziellen Hilfen kommt, hat diesen Trend nun wieder umkehren lassen.

Auch die Risikoprämien für die Absicherung gegen den Zahlungsausfall anderer finanzschwacher Euro-Länder zogen an. Der CDS-Kontrakt auf Irland verteuerte sich um mehr als 5 Prozent auf 158 Basispunkte. Um 3,6 Prozent auf 133 Basispunkte erhöhte sich die Risikoprämie für Italien und um 3,3 Prozent auf 142 Basispunkte für Spanien. Mit 8 Prozent stieg die CDS-Prämie auf Portugal am deutlichsten. Der Kontrakt kostete am Freitagnachmittag 205 Basispunkte.

Der Handel mit CDS-Kontrakten auf die finanzschwachen Euro-Länder hat in der letzten Januar- und ersten Februarwoche sprunghaft zugenommen. Nach Daten der amerikanischen Zahlungsverkehrsabwicklers Depository Trust & Clearing Corporation hat sich der Handel mit griechischen Kontrakten auf 16,2 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. Noch lebhafter verlief der Handel mit dem Risiko Italien. Hier hat sich das Volumen auf 27,6 Milliarden Dollar vervierfacht. Sehr hohe Zunahmen waren auch bei spanischen und portugiesischen CDS-Kontrakten zu beobachten. Marktteilnehmer führen dies auf die hohe Nervosität der Anleger zurück. Sie widersprachen jedoch der Vermutung, dass die höheren Handelsvolumina auf Spekulationen über eine mögliche Rettungsaktion der anderen Euro-Staaten für Griechenland zurückzuführen seien.

Absicherung von Risiken

Wenn man darauf setzen wollte, wäre es einfacher, die griechische Staatsanleihe zu kaufen, sagte ein CDS-Händler einer deutschen Bank. Den sprunghaften Anstieg in den gehandelten CDS-Kontrakten begründete er mit dem höheren Bedürfnis von Banken, sich gegenüber dem Risiko Griechenland abzusichern. Da es keine CDS-Kontrakte auf griechische Banken gebe, müssten viele Marktteilnehmer auf das Kreditausfallderivat für den griechischen Staat ausweichen. Seiner Ansicht nach ist der wichtigste Impuls am CDS-Markt die Absicherung von Risiken und nicht die Spekulation.

Das höhere Absicherungsbedürfnis für Forderungen gegenüber griechischen Schuldnern ist auf die gestiegene Verunsicherung unter den Investoren zurückzuführen. Deutsche Banken sind in Griechenland mit insgesamt 30 Milliarden Euro engagiert. Noch höher ist das Risiko französischer Banken mit 55 Milliarden Euro. Dahinter folgen die Schweizer Kreditinstitute mit 47 Milliarden Euro.

Markt noch immer intransparent

Nach Angaben der Derivatehändlerorganisation International Swaps and Derivatives Association (ISDA) beträgt das Risiko eines Zahlungsausfalls Griechenlands am CDS-Markt 8,9 Milliarden Dollar. Diese Zahl korrespondiert mit gut 80 Milliarden Dollar an griechischen CDS-Kontrakten, die laut ISDA derzeit gehandelt werden. Die hohe Differenz ergibt sich aus der hohen Anzahl von sich gegenseitig kompensierenden Positionen, wenn zum Beispiel eine Adresse Versicherungsschutz sowohl gekauft als auch verkauft hat. Am höchsten wäre das Risiko eines Zahlungsausfalls von Italien, das laut ISDA bei 24,8 Milliarden Dollar liegt. Dahinter folgt Spanien mit 14,5 Milliarden Dollar.

Allerdings variieren die Angaben zum CDS-Markt. Londoner Händler beziffern das Volumen der im Umlauf befindlichen griechischen CDS-Kontrakte auf 75 Milliarden Euro. Noch immer ist der Markt für Kreditausfallderivate intransparent, weil der Handel im Freiverkehr unter Banken stattfindet. Die Aufsichtsbehörden wollen aber den CDS-Markt deutlich transparenter gestalten. Dies soll über zentrale Abwicklungsstellen erreicht werden.

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