09.03.2010 · Ratingagentur: Jahrelanges Sparen in Portugal, Griechenland und England nötig
Von Bettina Schulz, LondonDie Ratingagentur Fitch hat Marktteilnehmern in London signalisiert, dass die europäischen Staaten fiskalpolitische Sparmaßnahmen nicht nur kurzfristig, sondern über Jahre konsequent umsetzen müssen. Anderenfalls wird sich die Einschätzung der Bonität dieser Länder durch die Ratingagentur nicht ändern.
Brian Coulton, Chef für Bonitätsbewertungen europäischer Staatsschuldner, betonte, dass Fitch seinen negativen Ausblick für die Bonitätsbewertung portugiesischer Staatsschulden zunächst beibehalten werde.
Portugal und Griechenland müssen dauerhaft sparen
Obwohl Portugal am Montag Pläne vorgelegt hat, wie sein Haushaltsdefizit bis zum Jahre 2013 von derzeit 8,3 auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes reduziert werden soll, steht das Rating von „A+“ damit weiter auf unsicheren Beinen. Der negative Ausblick bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Abstufung in den kommenden 18 bis 24 Monaten größer ist als die Wahrscheinlichkeit eines stabilen Rating. Der Renditeaufschlag portugiesischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen weitete sich daher am Dienstag auf 1,19 Prozentpunkte aus.
Auch im Fall Griechenland wartet Fitch auf die Umsetzung der angekündigten Sparmaßnahmen, und zwar nicht nur jetzt, wo es sich um geringe Sparmaßnahmen handelt, sondern auch in den Folgejahren, wenn die Einschnitte größer werden. „Es ist fraglich, ob die Regierung Papandreou den politischen Willen und die Durchsetzungskraft hierfür hat“, sagte Chris Pryce von Fitch mit Blick auf das Rating des Landes von „BBB+“. Fitch hat auch Griechenlands Bonität mit einem negativen Ausblick versehen. Der Renditeaufschlag zu Bundesanleihen weitete sich am Montag für Papiere mit zehn Jahren Restlaufzeit auf 3,02 Prozentpunkte aus.
Moody's betrachtet britische Banken skeptisch
Skeptisch äußerte sich Fitch auch über Großbritannien. Das Profil der Bonität habe sich verschlechtert, liege aber noch im Rahmen der höchsten Bonitätsnote „AAA“. Aber Fitch ist mit den fiskalpolitischen Sparplänen nicht zufrieden.
Unterdessen warnte die Ratingagentur Moody's, dass britische Banken wegen staatlichen Schutzes nicht dauerhaft ein höheres Rating behalten werden. Dies betrifft vor allem die Royal Bank of Scotland und Lloyds Banking Group. Die Bonität ihrer Schulden war wegen ihrer hohen Staatsbeteiligung aufgewertet worden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |