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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Staatsanleihen Bund bleibt auf Anleihen sitzen

 ·  Der Bund ist bei der jüngsten Anleihenauktion einen Großteil der Papiere nicht los geworden. Händler sehen in einer niedrigen Verzinsung die Ursache. Das Zinstal dürfte wohl durchschritten sein.

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Die Zeiten, dass Bundesanleihen gekauft wurden, egal ob sie billig oder teuer waren, ob sie Rendite brachten oder keine, scheint wohl vorbei zu sein. Bei der jüngsten Auktion zehnjähriger Anleihen ist der Bund zur Wochenmitte auf ungewöhnlich vielen Papieren sitzen. Insgesamt nahm der Bund über die Versteigerung 3,61 Milliarden Euro ein. Das war deutlich weniger als die geplanten fünf Milliarden Euro. Auch die Nachfrage der Investoren lag mit 3,93 Milliarden Euro deutlich unter der anvisierten Kreditaufnahme.

Entsprechend viele Papiere behielt die Finanzagentur in Form der sogenannten „Marktpflegequote“ zurück, die später plaziert werden sollen. Zurückbehalten wurden Anleihen im Wert von 1,39 Milliarden Euro, so dass tatsächlich nur 2,22 Milliarden und damit weniger als die Hälfte des Volumens plaziert wurde. Die Marktpflegequote ist doppelt so hoch wie bei den vorangegangenen Auktionen im August und Juli. Damals lagen die Quoten bei etwas mehr als 15 Prozent.

Entspannung in der Eurokrise zulasten des Bundes

Händler nannten als Grund zum einen den Zinskupon. Mit 1,5 Prozent war dieser so niedrig wie nie zuvor. Da sich zur Zeit aufgrund der Aussicht auf Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank die Lage um Anleihen aus Spanien und Italien entspannt, sind die Konditionen alles andere als attraktiv.

Es ist aber nicht das erste, sondern das dritte Mal, dass in diesem Jahr die Gebote unter dem anvisierten Emissionsziel lagen. Insofern sollte man die Tatsache nicht überbewerten, allzumal bei einer abermaligen Zuspitzung der Schuldenkrise die Nachfrage nach Bundesanleihen wieder steigen wird. Dennoch dürfte das Zinstal durchschritten sein. Zwar musste der Bund trotz der ungewöhnlich schwachen Nachfrage keine höheren Zinsen bieten. Doch die durchschnittliche Rendite liegt derzeit bei 1,42 Prozent und damit schon 11 Basispunkte höher mehr als am tiefsten Punkt.

Fragezeichen an der Haushaltspolitik

Grund für die Aufwärtstendenz ist, dass die Investoren verstärkt wahrzunehmen beginnen, dass Deutschland zumindest mittelbar von der Eurokrise betroffen ist. Zudem ist die beschlossene Senkung des Rentenbeitrags, die Diskussion um die Zuschussrente oder Forderungen nach Spritpreissubventionen nicht dazu angetan, das Vertrauen der Investoren in die Haushaltspolitik des Bundes zu stärken.

Die deutsche Finanzagentur, die die Schuldenaufnahme für den Bund abwickelt, nannte das Ergebnis „auskömmlich“. Es ergebe sich kein Risiko für die Finanzierung des Bundeshaushalts. Jörg Müller, Sprecher der Bundesfinanzagentur, begründete die Zurückhaltung der Investoren mit der bevorstehenden Ratssitzung der Europäischen Zentralbank.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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