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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Staatsanleihen Bobls glänzen mit stattlicher Rendite und niedrigen Kosten

10.06.2005 ·  Eine Bundesobligation zu kaufen und diese bis zum Ende ihrer Laufzeit fünf Jahre lang im Depot schlummern zu lassen - das hört sich für erfahrene Anleger nicht sehr aufregend an. Doch für viele Sparer hat sich diese Strategie als ertragreich erwiesen.

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Für viele Sparer hat sich in der Vergangenheit die Strategie „Bobls kaufen und liegenlassen“ als ertragreicher erwiesen denn der Kauf eines Euro-Rentenfonds. Wer zum Beispiel vor fünf Jahren 10.000 Euro in eine Bundesobligation (Bobl) angelegt hat, verfügt heute über ein Vermögen von genau 12537,88 Euro.

Mit einem durchschnittlichen Rentenfonds ist das Vermögen in diesem Zeitraum nur auf 12337,72 Euro gestiegen - rund 200 Euro weniger (siehe Grafik). Das zumindest ist das Ergebnis einer Beispielrechnung des Informationsdienstes für Bundeswertpapiere (IBW) in Düsseldorf.

Rentenfonds besiegt

Um der zu erwartenden Kritik aus der Fondsbranche zu begegnen, hat der IBW ganz genau gerechnet: So wurde die fünfjährige Bundesobligation der Serie 135, die als Grundlage für das Rechenbeispiel genommen wurde, Ende März 2000 über pari - zum Kurs von 101,05 Prozent - gekauft. Dieser Mehraufwand sowie die Stückzinsen beim Kauf der Bobl wurden berücksichtigt.

Die jährlich anfallenden Zinsen legte der Sparer in den jeweils aktuellen Bundessschatzbrief Typ B an. Zum Stichtag Ende März 2005 machte der Anleger Kasse und verkaufte auch die Bobl zum Kurs von 100,38 Prozent vorzeitig. Die Verkaufsgebühren wurden genauso abgezogen wie die damit verbundenen geringeren Zinseinnahmen im letzten Jahr. Umgekehrt hat der IBW bei den Euro-Rentenfonds die übliche Kaufgebühr - Ausgabeaufschlag genannt - einberechnet.

Das Ergebnis fällt für die hochbezahlten Rentenfondsmanager ernüchternd aus: Der beste unter ihnen holte immerhin knapp 1.000 Euro mehr heraus als der Bobl-Anleger. Der schlechteste konnte das Vermögen seiner Kunden über fünf Jahre noch nicht einmal um 200 Euro mehren. Er hat aus 10.000 Euro weniger als 10.200 Euro gemacht und somit um rund 2.350 Euro schlechter als der Bobl-Anleger abgeschnitten. Von 35 Rentenfonds, die überwiegend in Anleihen deutscher Emittenten investieren, schnitten 19 Rentenfonds schlechter und 16 besser als die Bundesobligation ab.

Renditeabstand auf historischem Tief

Dieses Resultat ist kein Zufall: Rentenfondsmanager müssen zunächst jede Menge Kosten wieder hereinholen. Sie müssen ihre Gehälter und den ganzen Apparat bezahlen, und bei jeder Transaktion fallen Gebühren an. Deshalb sind sie gezwungen, einen Teil ihrer Gelder in Papiere anzulegen, die eine höhere Rendite als Staatstitel abwerfen. Doch ist der Renditeabstand zwischen Schuldnern der öffentlichen Hand, die beste Bonitätsnoten aufweisen, und Unternehmensanleihen mit zwangsläufig höheren Risiken in den vergangenen Jahren auf ein historisches Tief gefallen.

Wirklich gute Kaufgelegenheiten mit hoher Rendite gab es nur wenige. „So hat die Bundesobligation an sieben verschiedenen Stichtagen den durchschnittlichen Euro-Rentenfonds geschlagen“, hebt Udo Keßler vom IBW hervor. Thomas Bieler, Geldanlage-Experte der Verbraucher-Zentrale NRW fügt hinzu: „Sicherheitsorientierte Sparer sollten nicht blind in Rentenfonds anlegen, sondern auch attraktive Direktanlagen von Festverzinslichen in Betracht ziehen.“

Sonderkonditionen auf Bundesobligation

Auch hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, Bundesobligationen für Privatanleger attraktiver zu machen. Seit Februar 2003 können Anleger bei der Bundeswertpapierverwaltung (BWPV) in Bad Homburg die aktuelle Bundesobligation spesen- und gebührenfrei direkt - unter Umgehung ihrer Hausbank - kaufen, und zwar zum täglich ermittelten Börsenkurs. Auch die Verwahrung erfolgt dort kostenlos, wenn der Sparer ein sogenanntes Schuldbuchkonto hat oder eröffnet.

Diese günstigen Sonderkonditionen sind allerdings auf die jeweils zuletzt an der Börse eingeführte Bundesobligation beschränkt. Derzeit ist dies die im April dieses Jahres aufgelegte Serie 146, die Ende Juni nochmals aufgestockt werden soll. Sie wirft eine Rendite von rund 2,5 Prozent ab und notiert bei einem Kurs von etwa 103,2 Prozent. Seit Ende 2001 bietet die Bundeswertpapierverwaltung ein Angebot für Internet-Banking an. Knapp 100.000 Anleger führen ihr Konto schon online.

Quelle: hlr., F.A.Z., 11.06.2005, Nr. 133 / Seite 16
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