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Staatsanleihen Banken erwarten steigende Anleiherenditen

Analysten der Banken erwarten für dieses Jahr Kursverluste auf dem Markt für Staatsanleihen und sagen einen Anstieg der Rendite voraus. Einen Teil dieser Bewegung hat der Markt in den ersten beiden Handelswochen des Jahres schon vollzogen.

© REUTERS Vergrößern Viele Bundesanleihen waren im vergangenen Jahr überbewertet, nur die Citigroup lag mit 1,5 Prozent noch relativ dicht an den endgültigen 1,3 Prozent

Deutsche Bundesanleihen sind in der Schuldenkrise für viele Investoren zur bevorzugten Rückzugsanlage geworden. Je heikler die Lage für die Krisenländer des Euroraums wurde, desto begehrter wurden die deutschen Titel- so begehrt, dass die Anleger bei zweijährigen Bundesanleihen ganz auf Zinsen verzichten und zeitweise sogar eine negative Rendite hinnahmen. Da nun in der Schuldenkrise eine Phase der Entspannung eingesetzt hat, erwarten die meisten der von dieser Zeitung befragten Banken, dass die Kurse deutscher Staatsanleihen in diesem Jahr spürbar fallen und die Anlagerenditen steigen werden.

Kerstin Papon Folgen:

Seit Jahresbeginn hat sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen schon von 1,3 auf knapp 1,5 Prozent erhöht. Die Berenberg Bank rechnet mit einem Anstieg auf 2,5 Prozent, die HSH Nordbank sogar auf 2,8 Prozent. Für die Anleger, die schon gekauft haben, wäre das bei einer Laufzeit von zehn Jahren mit erheblichen Kursverlusten verbunden. Bei einem Anstieg der Rendite um einen Prozentpunkt, liegt der Kursverlust der Anleihe in der Größenordung von 7 Prozent.

Anstieg der Rendite vorausgesagt

Allerdings galten Bundesanleihen schon zu Beginn des vergangenen Jahres als überbewertet. Damals lag die Rendite für die Neuanlage bei 1,9 Prozent und die Banken rechneten in unserer Umfrage mit einem Anstieg auf 2,5 Prozent - doppelt so viel wie die tatsächliche Rendite am Jahresende. Am treffsichersten waren noch die Analysten der Citigroup, die einen Rückgang auf 1,5 Prozent für zehnjährige Titel prognostizierten und auf 0,35 Prozent für zweijährige Bundesanleihen.

Für dieses Jahr sagen die Analysten im Durchschnitt einen Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 1,66 Prozent zur Jahresmitte voraus und für das Jahresende auf 1,92 Prozent. Allerdings gibt es auch dieses Mal Konjunkturpessimisten, die unveränderte Anleihezinsen oder sogar einen Rückgang erwarten. HSBC Trinkaus&Burkhardt und M.M. Warburg rechnen im Sommer mit einem Langfristzins von 1,2 Prozent. HSBC und die Citigroup halten zudem weiterhin negative Zinsen bei den zweijährigen Bundesanleihen für wahrscheinlich.

Aufschwung im Jahr 2013

Relativ nahe am Konsens liegt die Commerzbank, die einen Renditeanstieg für die lange Laufzeit von 2,2 Prozent erwartet. Bundesanleihen genössen weiterhin hohes Vertrauen, argumentieren die Analysten, sie seien aber von der sich abzeichnenden Haftungsunion im Euroraum belastet. Noch näher an der Durchschnittsprognose liegt die Helaba mit ihrer Vorhersage. Ihre Analysten rechnen mit der Wende in der Weltkonjunktur. Die Zinssenkungen in den Schwellenländern setzten dort den Konjunkturzyklus in Gang. Zugleich werde es den Notenbanken in den Industrieländern unter anderem mit Anleihekäufen gelingen, die Finanzmärkte zu stabilisieren und zur Rückkehr des Vertrauens beizutragen. Deshalb zeichne sich für das Jahr 2013 - angeführt von China und Brasilien - ein klassischer Aufschwung ab. Trotzdem sei die Luft für Bundesanleihen dünn geworden. Sie seien überbewertet, was zu einer nachlassenden Nachfrage führen werde, argumentiert die Helaba.

Auch für amerikanische Staatsanleihen rechnen die befragten Banken überwiegend mit einem begrenzten Anstieg der Anlagerendite von derzeit knapp 1,9 auf im Durchschnitt 2,2 Prozent in der zehnjährigen Laufzeit und von knapp 0,3 auf 0,4 Prozent für zweijährige Titel. Nachdem die Banken mit den Schätzungen für den Außenwert des Euro im vergangenen Jahr recht gut abgeschnitten haben, sagen sie für dieses Jahr einen leicht fallenden Wert des Euro in der Relation zum Dollar voraus - von 1,32 auf 1,28 Dollar je Euro am Jahresende.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 09.01.2013, 19:51 Uhr

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