03.07.2012 · Mehrere tausend Anleger wollen angeblich Griechenland wegen des Anleihentauschs verklagen. Auch auf die Bundesregierung könnte eine Staatshaftungsklage zukommen.
Von Joachim Jahn, BerlinRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Kläger und Klägerinnen sollten sich eigentlich im klaren
sein, dass im Anleihenmarkt ein Ausfallsrisiko des Emittenten besteht.
Dieses Ausfallsrisiko wird am Anleihemarkt mit einem Zins und einem Kurs
honoriert. Wer in letzter Zeit in griechische Anleihen investiert hat,
wollte hohe Erträge, aber jetzt will man wohl das damit verbundene
Risiko nicht mehr selbst tragen - bemerkenswert!
Diese Leute sollen froh sein, dass der Emittent nicht pleite gegangen
ist - dann hätten sie nämlich gar nichts mehr gesehen!
Billig brennende Ruinen erwerben und bei der Feuerwehr dafür ein neues Haus verlangen ...
... dieser Plan ist ein Anschlag auf EU-Steuerzahler.
Dt.Steuerzahler sollten sich nicht von den Krokodilstränen
fehlinvestierter Geldverleiher + Forderungsaufkäufer rühren
lassen.
Diese versuchen, gegen jede marktwirtschaftliche Regel den Schaden aus
ihrem Treiben auf Unbeteiligte abzuwälzen. Fehlinvestierte
Gläubiger wollen mit ihrem Lamento vergessen machen, dass
verantwortungslose Kreditaufnahme Hand in Hand geht mit
verantwortungsloser Kreditvergabe...
Im Griechenlandfall hatten sich Schuldner+Gläubiger zu einem
parasitären Bail-Out-Pakt zusammengeschlossen - das Ausfallrisiko
wurde implizit über die "EU-Schiene" auf Dritte
abgewälzt. Ohne das Regulativ "Ausfallrisiko" eskalierte
die Kreditvergabe über alle Vernunftsgrenzen. Das fidele Duo aus
Gläubiger+Schuldner hatte ein ungebremstes Interesse an hohen
Schuldenvolumina.
Wie verdreht das Subventionsdenken der schiefliegen Gläubiger ist,
zeigt, dass der ureigene Forderungsausfall als "aufgezwungene
Beteiligung" bejammert wird.
Börsenverlierer stehen am Ende vor der Frage " Habe ich versagt oder wurde ich betrogen ?"
Verlierer, die sich dadurch auszeichen, aus Fehlern nichts zu lernen,
entscheiden sich in aller Regel für die Betrugserklärung -
schon um das angeknackste Selbstbewußtsein zu hätscheln.
Das Händchen wird den Verlierern dabei gehalten von einer
spesenfreudigen Anwaltschaft ...
In Anlegerforen ist es daher nicht erstaunlich, dass Verlierer der
Argentienpleite nahezu identisch sind mit den Hasardeuren bei der
Griechenlandumschuldung.
Es ist befremdend anzuschauen, wie die ( wiederholt) größten
Verlierer Meinungsführerschaft beanspruchen, Spezialforen
gründen und als Schein-Rechtskenner verquaste Beratung bieten. Ein
großer Teil der Verluste in den Kreisen ihrer Gefolgschaft geht
auf die dort im Vorfeld verbreiteten Scheinsicherheiten und
Rechtsirrtümer zurück.
So fehlerhaft und illusionär wie die "Beratung" dort,
kann selbst fahrlässigste Bankberatung nicht sein ...
Wenn Sie jemanden Geld leihen, dürfen Sie auch das Geld inkl Zinsen zurück erwarten.
Rückwirkend Gesetze zu verändern ist mehr als unmoralisch. Es ist juristisch fragwürdig - so wie jede Enteignung.
Es mag zwar brutal klingen,aber...................
ich kann kein Mitgefühl für diese Anleger empfinden
Seit Jahren ist bekannt, was GR für ein miserabler Schuldner ist.
Doch die niedrigen Kurse und die hohen Zinsen schalteten bei diesen
Anlegern wohl den Verstand aus. Manche mögen sogar auch noch durch
Zockerei Gewinne eingefahren haben.
Wenn sie jetzt "vielleicht" ihr Geld verlieren, dann wird das
für manche künftig ein warnendes Beispiel und auch heilsam
sein.
Als Zocker wollen die Privatanleger behandelt werden wie die Zocker-Banken.
Da wäre es doch nur logisch, ihnen Gelder aus dem ESM zuzugestehen.
Wir wollen ja nicht, dass das rechtsstaatliche Gleichheitsprinzip
verletzt wird.
Wir leben in Absurdistan.
Joachim Jahn Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.
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