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Staatsanleihen An den Rentenmärkten scheiden sich die Geister

01.02.2008 ·  An den internationalen Finanzmärkten geht es schon seit Wochen drunter und drüber. Davon profitieren bisher die Staatsanleihen beinahe weltweit. Fragt sich nur, wie weit sie zumindest in Amerika noch laufen können.

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An den internationalen Finanzmärkten geht es schon seit Wochen drunter und drüber. Waren die Börsen mit zum Teil deutlichen Kursverlusten mit einer der schlechtesten Bilanzen in der Geschichte in das Jahr 2008 gestartet, so pendeln sie inzwischen schon seit Tagen mit heftigen Kursbewegungen hin und her.

Die Marktteilnehmer scheinen sich nicht entscheiden zu können zwischen dem grundsätzlichen Optimismus, der nach Kursverlusten beinahe schon automatisch zur Wette auf eine Kurserholung rät. Dabei sind sie geneigt, alles auch nur denkbare positiv zu interpretieren, was sich an den Haaren herbeiziehen lässt. Die Argumente reichen von „günstiger Bewertung“ - wobei die möglichen Gewinnrevisionen nach unten und der notorische Optimismus mancher Manager ausgeblendet werden - bis hin zu Übernahmeangeboten à la Microsoft und Yahoo.

Amerikanische Wirtschaftsschwäche und Kreditkrise beflügelt Staatsanleihen ...

Auf der anderen Seite sehen die makroökonomischen Daten der Vereinigten Staaten immer kritischer aus und deuten darauf hin, dass im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten eine Rezession trotz der massiven Zinssenkungen der Zentralbank und trotz der Abkehr von angeblich marktwirtschaftlichen Prinzipien und der Hinwendung zum plumpem, langfristig wirkungslosem Keynes-Populismus immer wahrscheinlicher wird.

Die Folgen dürften in Verbindung mit der anhaltenden Dollarschwäche weltweit spürbar werden, indirekt in Form einer abnehmenden Importnachfrage in den Vereinigten Staaten . Denn wohin sollen all' die Überschussstaaten exportieren, wenn die amerikanische Nachfrage nach ihren Gütern deutlich nachlassen sollte? Gleichzeitig dürften Teile der amerikanischen Wirtschaft jedoch über die Umrechnung der im Ausland erzielten Erträge und über die Exportschiene vom schwachen Dollar profitieren können.

Die Rentenmärkte haben in den vergangenen Wochen von den Turbulenzen an den Börsen profitiert. Auf der Suche nach relativ sicheren Anlageformen und auch getrieben von der Erwartung fallender Leitzinsen konnten vor allem die amerikanischen Staatsanleihen massive Kursgewinne verbuchen, die Renditen gingen deutlich zurück. Auf Sicht von sechs Monaten ist beispielsweise die Rendite amerikanischer Staatspapiere um 292 Basis- oder knapp drei Prozentpunkte gefallen auf zuletzt gerade noch 2,1 Prozent.

... allerdings nicht alle. Fragt sich nur, wie weit sie zumindest in Amerika noch laufen können

Auch andere Staatspapiere konnten zum Teil deutliche Kursgewinne verbuchen. Angefangen von den Papieren in Hongkong, bis hin zu den Staatsanleihen in Chile, Panama, den Philippinen, Peru, Mexiko, Singapur, Brasilien und in Europa. Auf der anderen Seite gab es jedoch auch Kursverlierer: Die Papiere aus China, Pakistan, Indonesien, Ungarn, Taiwan und nicht zuletzt auch Australien und Südkorea. In China dürfte sich die Inflation ebenso bemerkbar machen wie die Bemühungen, sie über eine restriktivere Geldpolitik und die Abschöpfung der Überschussliquidität in den Griff zu bekommen.

In den Vereinigten Staaten dürfte sich zunehmend die Frage stellen, wie lange die amerikanische Zentralbank den inflationären Druck wird einfach ignorieren können, der von hohen Energie- und Rohstoffpreisen ebenso ausgeht, wie die aufgrund des schwachen Dollars teurer werdenden übrigen Importe. So haben die Preise für Importe aus Südamerika in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, jene aus Europa, Mexiko und Kanada deutlich und jene aus Japan und China dürften ebenfalls zulegen, sollte der Yuan immer rascher aufwerten und den Yen mit nach oben nehmen. Aus diesem Grund dürfte es ratsam sein, die amerikanischen Rentenpapiere langsam kritisch zu betrachten, auch wenn die Kredit- und Immobilienkrise in einzelnen Sektoren zu deflationären Impulsen führen mag.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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