03.08.2009 · Ein Fondssparplan für die Altersvorsorge - viele Sparer schrecken angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten zurück. Dennoch: Nur Aktienanlagen versprechen langfristig hohe Renditen. test.de zeigt, wie Anleger mit Indexfonds-Sparplänen erfolgreich sind.
Gleich vorweg: Allein mit Aktienfonds sollte niemand für das Alter vorsorgen. Die Grundversorgung sollten Sparer mit sicheren Sparformen, etwa Riester-Rente oder Zinsanlagen, erwirtschaften. Doch als Zugabe eignen sich Aktienfonds optimal. Denn nur sie versprechen langfristig hohe Renditen.
Voraussetzung: Anleger gehen langfristig von steigenden Aktienmärkten aus. Nur dann ist ein Engagement sinnvoll. Zudem müssen sich Anleger bewusst machen, dass ein Verlustrisiko bleibt. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Kurse langfristig fallen - ganz ausschließen kann das niemand.
Indexfonds auch für Börsenmuffel
Wer mit Fonds für das Alter sparen möchte, kann das zum Beispiel mit einem Sparplan tun und monatlich einen bestimmten Betrag investieren. Geeignet sind etwa börsengehandelte Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds). Sie eigenen sich auch für Anleger, die sich nicht intensiv mit ihren Papieren beschäftigen wollen.
Anders als bei aktiv gemanagten Fonds sind Anleger bei ETFs automatisch beteiligt, wenn die Börsen boomen. Finanztest empfiehlt Fondssparpläne auf möglichst breit streuende Indizes wie den MSCI Welt, den MSCI Europa oder den DJ Stoxx 600. Deutsche Anleger können auch auf Indexfonds setzen, die den Dax abbilden. Sie müssen sich dann aber im Klaren darüber sein, dass der deutsche Leitindex stärkere Kursausschläge hat als der Weltaktienmarkt. Spezielle Indizes auf Branchen oder exotische Märkte eignen sich dagegen nicht für langfristige Sparpläne.
Unterschiedliche Investments
Indexfonds unterscheiden sich erheblich voneinander. Klassische Indexfonds enthalten die Aktien, die auch im Index abgebildet sind. Künstliche Indexfonds können dagegen komplett andere Papiere enthalten. Die Indexentwicklung zeichnen diese Fonds über Tauschgeschäfte, so genannte Swaps, aber trotzdem detailgetreu nach.
Mitunter klappt dies sogar besser als bei Fonds, die sich an den Originalaktien orientieren. Finanztest sieht zurzeit keinen Grund, an der Sicherheit von Swap-Indexfonds zu zweifeln, da auch sie gesetzliche Vorgaben einhalten müssen. Dennoch: Anleger sollten schon allein aus Transparenzgründen wissen, mit was für einer Art von Indexfonds sie ihren Sparplan befüllen.
Geringe Gebühren
Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds haben Indexpapiere nur geringe laufende Kosten. Für Sparer fallen zwischen 0,2 und 0,3 Prozent Gebühren im Jahr an. Bei aktiven Fonds sind es dagegen oft bis zu zwei Prozent. Wer für seine Sparpläne nur geringe Gebühren zahlt, kann die Raten auf mehrere Fonds verteilen und dadurch das Risiko zusätzlich streuen.
Kostenlose Depotführung
Bei der Hausbank bekommen Anleger meist keinen Sparplan auf Indexfonds. Sie müssen daher ein Depot bei einer Direktbank oder einem Internet-Fondsshop eröffnen. Die Depotführung ist bei Direktbanken wie Comdirect, Cortal Consors, DAB Bank, Maxblue oder S-Broker kostenlos.
Allerdings müssen Kunden auch auf die Kaufgebühren achten. Sonst kann sich die Rendite - gerade bei kleinen Raten - schnell verflüchtigen. Besonders günstig gibt's Indexfonds-Sparpläne oft bei Fondsvermittlern im Internet. Sie bieten viele Fonds mit großzügigen Rabatten an. Allerdings ist die Fondsauswahl abhängig davon, mit welcher Fondsbank der Vermittler zusammenarbeitet. Auch die Konditionen für das Depot bestimmt die Bank und nicht der Vermittler.
Hinweis: test.de hat eine Liste mit freien Fondsvermittlern zusammengestellt. Viele davon bieten auch Sparpläne auf Indexfonds an.
Tipps
Auswahl. Für die Altersvorsorge sollten Sie nur breit streuende Indizes wie den globalen MSCI Welt, den MSCI Europa oder den DJ Stoxx 600 wählen. Spezielle Indizes auf Branchen oder Märkte eignen sich dagegen nicht. Neben Indexfonds empfiehlt Finanztest bewährte Top-Fonds aus den Kategorien Aktienfonds Welt, Europa und Euroland. Details dazu liefert der Produktfinder Investmentfonds.
Indexnachbildung. Die Fondsgesellschaften Comstage, DB X-tracker und Lyxor bilden den Index künstlich nach. Ihre Fonds können völlig andere Aktien als der Index enthalten. Daraus entstehen keine Nachteile für die Sicherheit. Wenn Sie einen Fonds mit den Originalaktien möchten, sollten Sie dennoch auf andere Anbieter ausweichen.
Umschichtung. Sie sollten sich frühzeitig ein Sparziel setzen und wissen, welche Summe der Sparplan erreichen sollte. Bei der Planung hilft der test.de-Rechner Anlagestrategien. Beobachten Sie zudem im letzten Viertel des Sparzeitraums die Börsenkurse. Nur so können Sie auf die Rendite Einfluss nehmen. Haben Sie Ihr Ziel bereits zwei oder drei Jahre vor dem geplanten Ausstieg erreicht, sollten Sie zumindest einen Teil der Summe in sichere festverzinsliche Anlagen umschichten.
Verluste vermeiden. Wenn Sie mit dem Umschichten bis zum Ende des Sparzeitraums warten, riskieren Sie Verluste. In diesem Fall lassen Sie den Fonds noch ein oder zwei Jahre stehen - wenn Sie die Möglichkeit dazu haben und das Geld nicht sofort benötigen. Manchmal reichen auch schon einige Monate, um den größten Teil des Verlusts auszugleichen.
Kauf. Fondssparpläne können Sie bei jeder Bank abschließen, am günstigsten aber über Vermittler im Internet. Auch Direktbanken gewähren oft hohe Rabatte beim Kauf.
Depot. Bemühen Sie sich um ein kostenloses Depot. Das bieten viele Direktbanken und Fondsvermittler.
Sparraten. Bei Sparplänen mit hohem Fixkostenanteil sollten Sie mehrere Raten zusammenfassen und zum Beispiel vierteljährlich einzahlen. Dadurch senken Sie die prozentualen Kosten deutlich.
Kombination. Sie können Ihre Raten auch auf einen Banksparplan und einen Fondssparplan verteilen. Das geht oft sogar bei monatlichen Einzahlungen unter 100 Euro.