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Spanien Renditen steigen auf Rekordhoch

 ·  Nach der Griechenland-Wahl klettern die Anleiherenditen in Ländern wie Spanien und Italien. Besonders die Probleme Spaniens rücken wieder verstärkt in den Blick der Anleger.

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Nach der Griechenland-Wahl sind die Kurse für zehnjährige Staatsanleihen aus Ländern wie Spanien und Italien abermals unter Druck geraten, nachdem es im frühen Handel noch steigende Kurse gab. Sinkende Kurse am Anleihemarkt führen zu steigenden Renditen, so dass die spanische Zehnjahresrendite auf ein neues Rekordhoch von bis zu 7,24 Prozent kletterte - so hoch wie seit Einführung des Euro nicht.

Besonders die schlechte wirtschaftliche Lage Spaniens belastet die Stimmung der Anleger: So ist die Zahl notleidender Kredite in Spanien weiter gestiegen. Ihr Anteil am Gesamtvolumen der ausgereichten Darlehen erreichte 8,72 Prozent im April. Es ist der höchste Wert seit 1994, berichtete die spanische Notenbank am Montag. Außerdem hatten Regierungsvertreter abermals ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert: „Die EZB muss auf die Lage an den Märkten entschieden und zuverlässig reagieren“, sagte der spanische Finanzminister Cristobal Montoro.

In Italien stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wieder über die Marke von 6 Prozent. Werte über 7 Prozent gelten für hoch verschuldete Länder langfristig als nicht finanzierbar. Es ist ein Niveau, bei dem Länder wie Irland und Portugal Euro-Finanzhilfen in Anspruch nahmen. Auch die Kurse für die zweijährigen Staatsanleihen aus Spanien und Italien gaben nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag am Montag bei 1,41 Prozent (siehe Grafik).

Angst um Griechenland gedämpft

„Die Aussicht auf eine Koalitionsregierung, die von der Nea Dimokratia angeführt wird, hat die Angst um Griechenland etwas gedämpft“, sagte Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen der Fondsgesellschaft Fidelity. Doch „das Wahlergebnis ändert nichts an der Tatsache, dass die griechische Wirtschaft in einem tiefen Loch steckt - ohne klaren Ausweg“. Die größte Sorge, so der Fidelity-Analyst, sei, dass Europas Regierungen jetzt mit einem Ausstoß der Erleichterung den Fuß vom Gaspedal nehmen. „Für die Finanzmärkte birgt dies das Risiko noch größerer Enttäuschungen, wenn es mit der steuer- und finanzpolitischen Integration der Eurozone nicht vorangeht.“ Letztlich zähle, was mit Europas Volkswirtschaft passiere. Die Griechenland-Wahl könnte noch als ein nur allzu kurzlebiger Sieg bewertet werden, der die langfristigen Schwierigkeiten - für Griechenland wie für Europa - lediglich aufschiebe, so Cooper.

Marco Herrmann, Chefanlagestratege der Vermögensverwaltung Fiduka, sagte mit Blick auf die hohen Renditen: „Nur portugiesische Staatstitel, deren Rendite in den letzten sechs Monaten von 17 auf 10 Prozent gefallen ist, trotzen dem Trend. Das Schicksal Portugals wird immer mehr mit dem Spaniens verknüpft, so dass sich die Zinsen weiter annähern.“ Herrmann argumentiert, dass das Vertrauen der Anleger in den Erhalt der Eurozone weiter schrumpfe. „Täglich verlassen Hunderte von Millionen Euro die angeschlagenen Südländer und flüchten in vermeintlich sichere Häfen wie Deutschland und die Vereinigten Staaten.“

Derweil würden Staaten wie die Schweiz oder Dänemark bereits unter der Last der permanenten Devisenmarktinterventionen leiden. Wer dort sein Geld parken wolle, sollte wissen, dass selbst zweijährige Staatsanleihen Negativzinsen aufweisen - in der Schweiz sind es minus 0,5 Prozent. Einen Einstieg in spanische oder italienische Staatstitel hält Herrmann für verfrüht: „Es herrscht ein klassischer Käuferstreik, der vermutlich erst dann beendet wird, wenn die Politik sich auf einen machbaren Weg geeinigt hat.“

„Untergewicht in der Peripherie zurückfahren“

Nachdem sich die Renditeaufschläge für Spanien und Italien weiter ausweiten, bauten die Kapitalmärkte weiteren Druck auf die Politik auf, so Stefan Kreuzkamp, Leiter Anleihenfondsmanagement für Europa bei der Fondsgesellschaft DWS. Kreuzkamp urteilt, dass ein Land die hohen Refinanzierungskosten im Zehnjahresbereich dauerhaft nicht stemmen könne, „selbst eine zweijährige Refinanzierung von Spanien ist heute nur zu deutlich gestiegenen Kapitalkosten von über fünf Prozent möglich“. Damit sei auch die kurzfristige Finanzierung keine echte Alternative mehr. „Es geht jetzt um den Euro-Master-Plan, um vertrauensbildende Maßnahmen, die beim nächsten EU-Gipfel Ende des Monats erwartet werden.“

Die Politik müsse mit konkreten Umsetzungen aufwarten, um Vertrauen wiederherzustellen. Die DWS-Rentenfonds seien im Hinblick auf die politischen Unsicherheiten untergewichtet in der Euroland-Peripherie - und das bereits seit über zwei Monaten. Dennoch stelle der Rentenmarkt auf diesen Niveaus im Verlaufe des Jahres wieder einen klaren Kauf dar: Die DWS werde ihr „Untergewicht in der Peripherie zurückfahren“. Auf seiner Einkaufsliste werden dann „kurze spanische und kurze italienische Staatsanleihen stehen“, so Kreuzkamp.

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