11.07.2005 · Die Ratingagenturen Fitch Ratings und Standard & Poor's haben den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Philippinen von stabil auf negativ gesenkt. Begründung: Verzögerung bei der Umsetzung einer geplanten Steuererhöhung.
Die Ratingagenturen Fitch Ratings und Standard & Poor's haben den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Philippinen von stabil auf negativ gesenkt. Begründet wird die Maßnahme mit politischen Bedenken und einer Verzögerung bei der Umsetzung einer geplanten Steuererhöhung.
Als Konsequenz der Neubewertung, die ein Hinweis darauf ist, daß eine Herabstufung wahrscheinlicher ist als eine Heraufstufung, sackten Anleihen, Aktien und die Landeswährung ab.
Hohe Schulden werden immer teurer
Fitch bewertet die Verbindlichkeiten des Landes mit "BB", zwei Stufen unter Investmentgrade und auf einer Ebene mit Peru. Erst vor 46 Tagen hatte die Ratingagentur den Ausblick angehoben. S&P stuft die Bonität mit "BB-" ein, drei Stufen unter Investmentstufe.
Präsidentin Gloria Arroyo, deren Rücktritt bereits mehrfach gefordert wurde, hat die Steuern angehoben. Sie will dadurch die Finanzen des Landes wieder in Schuß bringen, nachdem sich nach sieben Jahren mit Haushaltsdefiziten ein Schuldenberg von 69 Milliarden Dollar oder umgerechnet 57,3 Milliarden Euro aufgetürmt hat. Wird die Bonitätsnote weiter gesenkt, drohen dem Land höhere Kosten für den Schuldendienst.
Bereits jetzt verschlingen Zinszahlungen ein Drittel des Haushalts, erklärte Theresa Marcial Javier, Fondsmanagerin bei Bank of the Philippine Islands, dem zweitgrößten Kreditinstitut des Landes. "Eine Herabstufung käme noch zu der sowieso schon schlechten Stimmung gegenüber den Philippinen hinzu", sagte Javier. "Die Rendite bei Staatsanleihen wird steigen."
Rentenmarkt volatil, Börse angeschlagen
Die Renditedifferenz zwischen der in Dollar denominierten philippinischen Benchmark-Anleihe mit Fälligkeit Januar 2014 und einem Kupon von 8,25 Prozent und amerikanischen Staatsanleihen mit vergleichbarer Laufzeit weitete sich am Montag auf 4,38 Prozentpunkte von 4,24 Prozentpunkten am 8. Juli aus, geht aus Bloomberg-Daten hervor.
Der Leitindex des Landes büßte in Manila 1,3 Prozent auf 1.852,78 Punkte ein. Die Landeswährung Peso bröckelte nach Angaben der Bankers Association of the Philippines 0,2 Prozent auf 56,22 Peso je Dollar.
Moody's Investors Service hatte die Bonitätsnote für das Land im Februar um zwei Stufen auf "B1" gesenkt, vier Stufen unter Investmentlevel, mit stabilem Ausblick. Erst wenn die Steuereinnahmen deutlich anzögen, könne über eine Heraufstufung nachgedacht werden, erläuterte Steven Hess, der bei Moody's für Bonitätsbeurteilungen zuständig ist, im Juni.
Am erstem Juli stoppte der Oberste Gerichtshof der Philippinen ein neues Steuergesetz, das erst wenige Stunden zuvor in Kraft getreten war. Das Gesetz hätte Ausnahmen bei der Umsatzsteuerpflicht abgeschafft und den Steuersatz ab nächstem Januar von zehn auf zwölf Prozent erhöht.