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Schwellenländer Neue Euro-Anleihe von Mexiko attraktiv

15.06.2005 ·  Mexiko hat sich wieder mit einer Euro-Anleihe am Kapitalmarkt bedient. Das Papier ist gut aufgenommen worden, hat aber leicht an Kurswert verloren. Gegenüber Bundesanleihen bietet es einen leckeren Rendite-Schluck.

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In Mexiko wird im nächsten Jahr ein neuer Präsident gewählt. Als aussichtsreicher Kandidat gilt der Oppositionspolitiker und Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Lopez Obrador. Dieser steht indes nicht allein wegen seiner Ambitionen im Blickfeld, sondern weil das Parlament im April seine Immunität aufgehoben hat. Lopez Obrador soll Anweisungen von Richtern mißachtet haben und muß nun damit rechnen, selbst vor Gericht zu landen.

Dieses Tauziehen bleibt nicht ohne Einfluß auf das Ansehen Mexikos und dessen Anleihen. Im April gerieten Euro-Anleihen des Landes auch wegen der politischen Querelen etwas unter Druck. „Diese Ereignisse lassen bereits erkennen, daß politische Nachrichten in den nächsten Monaten immer stärker ins Zentrum der Betrachtung rücken werden und den dominierenden Unsicherheitsfaktor in der Beurteilung Mexikos darstellen dürften“, urteilte die WGZ-Bank.

Euro-Anleihen mit attraktiven Renditen

Allerdings haben sich die Zinstitel wieder erholt, besonders jene mit längerer Laufzeit. So notiert der 2013 fällige Titel mit 108,75 Prozent und lediglich 95 Basispunkten unter seinem Rekordwert. Dies dürfte an den attraktiven Renditen der mit einem Investment-Grad prämierten Titel liegen. Das mit 5,375 Prozent verzinste Papier bringt derzeit gut 4,1 Prozent und mithin 1,1 Prozentpunkte mehr als eine Bundesanleihe gleicher Laufzeit. 90 Basispunkte Vorsprung hat der 2010 auslaufende Euro-Bond Mexikos.

Wer mehr will, wird ebenfalls bei diesem Land fündig. Mexiko hat gerade einen neuen Langläufer auf den Markt gebracht. Das Papier wird 2015 fällig, ist mit 4,25 Prozent verzinst und vergangene Woche zu einem Ausgabekurs von 99,51 Prozent verkauft worden. An den seitdem verzeichneten Handelstagen hat das Papier den Kurswert nicht ganz halten können und notiert derzeit mit 98,55 Prozent. Daraus errechnet sich eine Rendite von 4,43 Prozent. Zum Vergleich: Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft 3,2 Prozent ab, also gut 1,2 Prozentpunkte weniger.

Die Analysten der WGZ-Bank empfehlen das Papier zum Kauf - und zwar für Anleger, die Anleihen dauerhaft halten wollen. Diese Strategie hat den Vorteil, sich über etwaige Kursverluste keine Gedanken machen zu müssen. Investoren müssen sich allein fragen, ob ihnen die Rendite zusagt. Wer die Frage bejaht, langt zu.

Wie Südafrika drei Stufen über „Ramsch“-Status

Von den politischen Querelen abgesehen, bietet Mexiko ein recht freundliches Bild. Die Binnenwirtschaft ist im vierten Quartal vergangenen Jahres mit 4,9 Prozent kräftiger als erwartet gewachsen und hat das Bruttoinlandsprodukt 2004 auf starke 4,4 Prozent steigen lassen, auch wegen eines gestiegenen privaten Konsums. Für dieses Jahr rechnen Volkswirte mit einem Plus von 3,5 Prozent bis vier Prozent. Der hohe Ölpreis kommt Mexiko zugute, denn das Land ist der viertgrößte Förderer des zähflüssigen „schwarzen Goldes“ auf der Welt. Die Regierung könnte die Mittelzuflüsse zum Schuldenabbau nutzen.

Die ordentliche wirtschaftliche Verfassung des Landes spiegelt sich auch in den Bewertungen seiner Kreditwürdgkeit wider. Die Rating-Agenturen Moody´s und Standard&Poor´s sind sich einig und stufen Mexiko mit Baa1 und BBB drei Ränge über dem „Ramsch“-Status ein. Mexiko kommt mithin auf dasselbe Rating wie Südafrika und gilt als verläßlicher Schuldner.

Trotz des Wirtschaftswachstum und des hohen Ölpreises sehen die WGZ-Analysten der Preisauftrieb als unproblematisch für die Anleihen des Landes an. Zwar stieg die Inflation in der Breite im März von 4,27 Prozent auf 4,39 Prozent, doch die Kerninflation schwächte sich von 3,71 Prozent auf 3,61 Prozent ab. Daraus läßt sich keine Notwendigkeit ableiten, die Geldpolitik zu straffen. Eine Lockerung, die den Kursen zugute kommen könnte, sei aber auch nicht zu erwarten, so die WGZ-Bank.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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