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Schwellenländer Kolumbien-Anleihen locken mit hoher Rendite

 ·  Kolumbien wird zuerst mit Kokainanbau und Entführungen assoziiert. Anleger dürften dagegen vor allem auf die Zinsen der Euro-Staatsanleihen dieses Landes schauen. Die Renditen sind attraktiv.

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Wenn Kolumbien in die Schlagzeilen gerät, dann meist mit schlechten Nachrichten. In dem lateinamerikanischen Land werden regelmäßig Menschen entführt und erst gegen Lösegeld freigelassen. Sogar eine prominente Politikerin ist Opfer von Kidnappern geworden. Von Kolumbien als Kokain-Quelle ganz zu schweigen. Doch das Land hat auch Schönes zu bieten - hohe Zinsen auf Staatsanleihen zum Beispiel.

Die Anleihen-Analysten der WGZ-Bank erachten solche Papiere auf den Euro gemünzte Papiere weiterhin als empfehlenswert. Trotz einer weiter labilen Sicherheitslage und Haushaltsproblemen in diesem Land und dem damit verbundenen Risiko von Kursschwankungen.

Rückgang bei den Risikoaufschlägen deutlich

Anfang Februar hatte die WGZ-Bank eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Seitdem haben sie einen deutlichen Rückgang bei den Risikoaufschlägen festgestellt. In diesem Zeitraum verringerte er sich um stolze 205 Basispunkte oder um 2,05 Prozent.

Im Zuge dessen sind die Renditen für Anleihen mit mittleren Laufzeiten bis 2008 nun einstellig - aber immer noch höher als bei ähnlich oder schlechter eingestuften Papieren osteuropäischer Staaten wie Kroatien, Litauen oder Russland; die Zahlungsfähigkeit Kolumbiens wird noch als einigermaßen sicher eingeschätzt und mit den mäßigen Ratings Ba2 und BB bewertet. Umgekehrt sorgte eine gestiegene Nachfrage für höhere Kurswerte. Kolumbien profitiert nach Angaben der WGZ-Bank von der Suche nach höherrentierlichen Investitionen in Schwellenländern und der abnehmenden Risikoscheu von Anlegern gegenüber lateinamerikanischen Staaten.

Inflationsrate schlechter, Haushaltslage besser als Zielmarke

Die aktuellen Nachrichten aus Kolumbien werden von den Analysten als gemischt bewertet. Als erfreulich sei festzuhalten, dass die internationalen Finanzorganisationen wie Weltbank und Internationaler Weltwährungsfonds mit der Auszahlung der Mittel aus den umfangreichen Unterstützungskrediten begonnen hätten. Im März sei die Inflation leicht von 1,11 auf 1,05 Prozent gefallen - auf das Jahr gerechnet sei die Rate aber höher als angestrebt. Dagegen habe das Haushaltsdefizit von 3,6 Prozent im vergangenen Jahr unter der Zielmarke gelegen; dies sei vor allem dem höher als erwartet ausgefallen Gewinn der Zentralbank gelegen.

Im laufenden Jahr soll Kolumbien das Haushaltsloch weiter schließen und mit einem Minus von 2,5 Prozent auskommen, tut sich jedoch schwer dabei. Um die Vorgaben des Währungsfonds zu erreichen, sollen unter anderem Löhne und Pensionen öffentlich Bediensteter eingefroren, also nicht erhöht werden. Doch ist nicht sicher, ob die Pläne auch verwirklicht werden, da die per Volksbefragung abgestimmt werden müssen und das Verfassungsgericht die Reformvorschläge überprüfen und sich dadurch das Referendum verschieben könnte.

Kaufempfehlung bleibt bestehen

Die Analysten der WGZ-Bank sehen sich jedoch nicht dazu veranlasst, die Lage in Kolumbien neu einzuschätzen. Die amtierende Regierung genieße hohen Zuspruch im In- und Ausland. Deshalb und auf Grund der hohen Renditen bleibe es bei der Kaufempfehlung für die Euro-Anleihen dieses lateinamerikanischen Landes. Derzeit rentiert die 2005 fällige Anleihe (WKN: 559 325) mit 7,368 Prozent, die im Januar 2008 auslaufende Anleihe (WKN: 607 735) mit 9,36 Prozent und der 2011 (WKN: 650 045) fällige Titel mit 10,13 Prozent.

Die Charts zeigen die Kursentwicklung der 2005 und 2011 (unten) fälligen kolumbianischen Staatsanleihen.

Quelle: @thwi
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