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Schwellenländer Brasilianische Anleihen reagieren positiv auf Hochstufung

13.10.2005 ·  Befand sich der brasilianische Rentenmarkt noch vor drei Jahren in der Krise, so hat sich das Bild gewandelt. Das zeigt sich an der Heraufstufung der Bonität durch Moody's. Die Anleihen reagieren in einem schwachen Umfeld positiv.

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Die Rentenmärkte hatten in den vergangenen Jahren einen exzellenten Lauf. Denn die über lange Zeit weltweit immer tiefer sinkenden Zinsen und vor allem der zuletzt zunehmende Risikoappetit der Anleger hat die Papiere auf zuvor beinahe ungeahnte Höhen steigen lassen.

Das gilt insbesondere auch für die Papiere der Schwellenländer. Aufgrund der enorm tiefen Zinsen zogen sie förmlich das Geld der internationalen Anleger an. So kam und kommt es, daß auch die Papiere von Staaten wie Südafrika, Rußland oder auch Brasilien eine überdurchschnittliche Performance an den Tag legten.

Reizvolle Kupons ziehen internationale Anleger an ...

Sie wurde und wird genährt durch die nach wie vor hohen Kupons für Anleihen aus diesen Regionen. Diese sind im internationalen Vergleich sehr verlockend. Gleichzeitig konnten Staaten wie Rußland und Brasilien ihre Finanzpositionen in den vergangenen Jahren aufgrund des Rohstoffbooms deutlich verbessern. Bei Rußland scheint sogar die Zeit absehbar zu sein, zu der das Land seine Auslandsschulden völlig abgetragen haben wird.

Auch Brasilien steht inzwischen deutlich besser da als noch drei Jahren, als sich das Land inmitten einer Schuldenkrise befand und mit einer fallenden Währung und massiv steigenden Renditen zu kämpfen hatte. Inzwischen scheint das Vergangenheit zu sein. Brasilien verzeichnete in der Zwischenzeit einen wahren Wirtschaftsboom, der unter anderem von einer starken Exportnachfrage getragen wurde. Inzwischen erzielt das Land Handelsbilanzüberschüsse. Es profitierte dabei auch vom Zustrom internationalen Kapitals, das von hohen Renditen und attraktiven Bewertungen vieler Aktien des Landes profitieren wollte. Auf diese Weise wurde auch die Währung des Landes nach oben getrieben.

Diese Entwicklung hat nun nicht ganz unerwartet dazu geführt, daß die Ratingagentur Moody's das Rating von Brasilien um eine Stufe auf „Ba3“ angehoben hat. Die Agentur begründete den Schritt mit den steigenden Exporten und der Senkung der Auslandsschulden. Dies erleichtere es Brasilien, seine Anleihen zu bedienen.

Moody's hat die Bonitätsnote des Landes von „B1“ um eine Stufe auf „Ba3“ angehoben, das liegt noch drei Stufen unter der Güteklasse „Investment Grade“. Die Ratingagentur hat den positiven Ausblick für Brasilien, mit 400 Milliarden Dollar oder umgerechnet 334 Milliarden Euro der größte Schuldner unter den Entwicklungsländern, beibehalten. „Brasilien ist zweifellos auf dem richtigen Weg“, sagte Roberto Sanchez-Dahl, Fondsmanager bei Federated Investment Management in Pittsburgh der Nachrichtenagentur Bloomberg. Moody's bewertet Brasilien nun auf der gleichen Ebene wie Standard & Poor's, die ein „BB-“ vergeben hat, ebenfalls drei Stufen unter der Investmentkategorie. Auf dieser Ebene werden auch Länder wie Peru und Vietnam eingestuft.

... bei anhaltend positiven Grundaussichten

„Das war längst überfällig“, meinte John Welch, Länderstratege für Lateinamerika bei Lehman Brothers in New York. „Das wichtigste ist, daß Moody's den positiven Ausblick beibehalten hat“, das sei ein Signal für weitere mögliche Ratingheraufsetzungen, erläuterte er.

Die brasilianische Benchmark-Anleihe mit einem Kupon von elf Prozent und der Fälligkeit 2040 holte am Mittwoch nach der Bonitätsheraufstufung einen Teil der Tagesverluste auf. Der Kurs der Anleihe zog von einem Tief von 117 Cent je Dollar Nominalwert auf 117,4 Cent an. Die Rendite für das Papier mit einem Kündigungsrecht für 2015 sank von einem Tageshoch von 8,39 Prozent auf 8,35 Prozent. Damit scheint das Papier von der verbesserten Bonität zumindest kurzfristig zu profitieren.

Der anhaltend positive Ausblick dürften den Papieren einen gewissen Rückhalt geben. Immerhin sind die Renditen im internationalen Vergleich interessant. Auf der anderen Seite verschlechtert sich das Umfeld für Rentenanlagen aufgrund der zunehmenden Inflationssorgen. Sollten die Anleger ihren Risikoappetit in diesem Zusammenhang reduzieren, könnten auch die relativ riskanten Papiere Brasiliens in die Defensive geraten. Aus diesem Grund müssen Anleger mit widersprüchlichen Impulsen rechnen und entsprechend risikogeneigt sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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