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Schuldenkrise Spaniens Banken weisen faule Kredite nur zum Teil aus

Ist in Europa von „Zombie-Banken“ die Rede, richtet sich der Blick nach Italien und Spanien. Das Ausmaß der Problemkredite in Italien wird aber überzeichnet.

© REUTERS Spanische Sparkassen wie die Bankia leiden zusätzlich unter der Immobilienkrise

Ist in Europa von „Zombie-Banken“ die Rede, richtet sich der Blick nach Italien und Spanien. In beiden südeuropäischen Ländern befindet sich die Wirtschaft in einer Rezession. In Spanien kommt eine Immobilienkrise hinzu, von der vor allem Sparkassen wie die inzwischen verstaatlichte Bankia schwer getroffen wurden. Die Banken beider Länder leiden unter einer starken Zunahme problematischer Kredite, weil die schwache Konjunktur die Kassenlage der Unternehmen belastet und auch die Arbeitslosigkeit steigen lässt. In einer aktuellen Studie vergleichen die beiden Analysten der DZ Bank, Abdoulaye Aboubakar und Alex Constanze Steinmann, die Kreditqualität spanischer und italienischer Banken. Diese habe sich in den vergangenen Jahren merklich verschlechtert.

Markus Frühauf Folgen:

Jedoch wird ihrer Ansicht nach der Vergleich zwischen beiden Ländern dadurch erschwert, dass in Italien die Notenbank mehr Kategorien gefährdeter Kredite unter dem Oberbegriff „wertberichtigt“ zusammenfasst als in Spanien. Doch dies lässt sich aus den von den Notenbanken veröffentlichten Zahlen zu den Problemkrediten nicht ablesen. Ende des vergangenen Jahres machten ausfallgefährdete Darlehen im Kreditbestand italienischer Banken 13,3 Prozent aus. Das sind fast 230 Milliarden Euro. Spanische Institute kamen dagegen auf 10,4 Prozent, was knapp 200 Milliarden Euro entspricht. Doch die Quote erhöht sich, wenn die spanische Banken auch abgeschriebene Kredite oder Engagements, die einen höheren Verlust als die darauf gebildete Vorsorge erwarten lassen, berücksichtigen würden.

Deutlichere Rezession in Italien

Auch die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds (IWF) wiesen in ihrem jüngsten Bericht zum spanischen Bankensektor darauf hin. Ende März belief sich die von der spanischen Notenbank ausgewiesene Quote für Problemkredite auf 11,3 Prozent. Würden aber alle unsicheren Engagements erfasst, erhöht sich laut IWF diese Quote auf 15,7 Prozent. „Die Transparenz bei spanischen Banken in Bezug auf die Aktivaqualität hat sich in den vergangenen Monaten verbessert, lässt jedoch nach wie vor einiges zu wünschen übrig“, schreiben die DZ-Bank-Analysten Aboubakar und Steinmann.

Die Problemkredite italienischer und spanischer Banken konzentrieren sich größtenteils auf die Heimatmärkte, wo die Wirtschaft schrumpft. In Italien fiel die Rezession im vergangenen Jahr sogar deutlicher aus als in dem von der Immobilienkrise gebeutelten Spanien. Die vom Staat aufgefangene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hatte Ende 2012 Problemkredite in Höhe von 20,8 Prozent in ihren Büchern, alle entfielen auf Schuldner in Italien. Die Unicredit hatte 13,6 Prozent Problemkredite. Im Italien-Geschäft erhöht sich die Quote auf 18,9 Prozent.

Die Probleme können sich noch zuspitzen

Noch deutlicher wirken sich die Probleme des Inlandmarktes auf die Quoten spanischer Banken aus. Die Großbank BBVA hatte Ende 2012 Problemkredite von insgesamt 14 Prozent. In Spanien sind es aber 26 Prozent gewesen. Die größte Bank des Landes, Santander, kam im Gesamtgeschäft auf 7 Prozent, aber in Spanien auf 28 Prozent. Die Banco Popular ist sehr stark in Spanien tätig. Beträgt die Quote der Problemkredite im Gesamtgeschäft 27 Prozent, steigt sie im Inlandsgeschäft vergleichsweise geringfügig auf 30 Prozent.

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Spanien hat für die Schieflage seiner Banken von den Euroländern im vergangenen Sommer Hilfszusagen über insgesamt 100 Milliarden Euro erhalten, von denen 40 Milliarden abgerufen wurden, um vier verstaatlichte Institute - darunter Bankia - zu stützen. In Italien gab es bislang kaum Stützungsmaßnahmen. Mit 4 Milliarden Euro staatlicher Hilfen stellt MPS den größten Rettungsfall dar.

Aber die Probleme können sich noch zuspitzen. Denn die italienische Notenbank erwartet eine schärfere Rezession in diesem Jahr. Am Mittwoch gab sie ihre Prognose ab, wonach die italienische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,9 statt wie bislang angenommen um 1,0 Prozent schrumpfen dürfte. Die Analysten der DZ Bank rechnen für das kommende Jahr sowohl für Italien als auch für Spanien mit einem wieder leicht positiven Wirtschaftswachstum. Trotzdem ermahnt der IWF die spanischen Banken dazu, ihre Kapitalbasis durch geringere Gewinnausschüttungen an Aktionäre und Manager zu stärken, um einer Kreditklemme vorzubeugen.

Quelle: F.A.Z.

 
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