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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Schuldenkrise Schlechterer Gläubigerstatus der EZB lässt Zinsen sinken

 ·  Käme es zum Zahlungsausfall der Krisenländer, könnte die europäische Zentralbank einen Vorrang beanspruchen. Die EZB will das nun möglicherweise ändern. Es droht eine Glaubwürdigkeitskrise.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 23.08.2012 21:32 Uhr

Private Gläubiger halten sowieso keine Anleihen aus GR mehr, die sie nicht als Rest noch haben

und werden aber so oder so keine Staatsanleihen der Südländer kaufen, da es selbst bei der (eigentlich notwendigen) Gleichstellungen der EZB keine Sinn macht, überschuldeten Körperschaften für Zinssätze unter 10% Zinsen Kredite zu geben. Risiko und Ertrag sind in keiner Weise ausgewogen. Der Target 2 Mechanismus hat übrigens nur die Wirkung auf IGeld/Inflation wie ein Staudamm auf Wasser/Überflutungen bei riesigen Unwettern. An irgendeinem Punkt platzt das "Bollwerk" und das Geld ist nichts mehr Wert, was erst gar nicht, aber dann um so heftiger passiert.

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Heinz Friedrich

Wer macht mit der EZB noch Geschäfte?

Beim letzten Haircut Griechenlands (100 Milliarden Euro) hat die EZB seriöse Gläubiger betrogen, indem sie sich selber plötzlich außerhalb des Schuldenschnitts gestellt hat. Zu den Betrogenen gehörte auch der norwegische Staatsfonds, der Lizenzeinnahmen Norwegens aus der Ölförderung zwecks Altersvorsorge für künftige Generationen anlegt. Dieser Fonds fragt seitdem (April 2012, siehe FAZ) gar keine europäischen Staatsanleihen mehr nach. Wer hätte das gedacht? Andere Fonds aus Rohstoffländern streiken ebenfalls. Selbst die Nigeria-Connection macht keine Geschäfte mehr mit europäischen Süd-Pleite-Staaten und der EZB. Vernichtender kann ein Urteil über die Glaubwürdigkeit des EZB-Personals und der europäischen Politfunktionäre wohl kaum sein. Die Folge war klar: Wenig Nachfrage – steigende Risikoprämien, sprich Renditen. Das hätte eigentlich ein Banklehrling im ersten Lehrjahr prognostizieren können.
Wer „kauft“ also noch spanische, italienische, portugiesische Staatsanleihen? Es gibt ja,

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leopold mansk

Staaten können nicht Pleite gehen,

hab ich mal gelernt. Vorübergehend zahlungsunfähig ja, dann müssen Anleger Geduld aufbringen. Es sollte dann vorrangig der mit den schmerzlichsten Verlusten bedient werden. Die EZB würde das kaum sein.
Die Schulden der EU „Südstaaten“ sind nicht unbedingt das Problem , sondern die Gesinnung in den Staaten. Reiche Griechen z. B. bringen vielfach ihr Erwirtschaftetes in Steueroasen, ihr Staat geht leer aus. Und dann – so konnte man es letztens in einer TV-Sendung erfahren – stellen Kleingewerbetreibende keine Quittungen aus und zahlen somit auch keine Steuern. Und wir werden als Nazis beschimpft, unsere Kanzlerin in entsprechender Uniform mit Hakenkreuz durch die Gazetten getrieben, sie wird gar des Völkermords bezichtigt, weil wir die Griechen angeblich nicht mit unseren Steuern retten wollen. Wir haben es also nicht (nur) mit einem Finanz- sondern Gesinnungs-, Wahrnehmungs- und Steuergeldeinsammlungsproblem zu tun.

MfG

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Horst-G. Willweber

EZB-Protzigkeit - Bundesbankbeständigkeit = vernichtendes Chaos!

Auf diese - wenn hier ['es d r o h t eine Glaubwürigkeitskrise'] auch aufgehübschten - Meldung war seit Wochen zu warten! Wie bereits von Fachleuten und einer Vielzahl der Foristen in der Vergangenheit befürchtet, ist dasjenige eingetreten, was den mittelfristigen Abgesang einer verfehlten Euro-Politik einläutet.

Angetreten mit dem bewährten Credo der Deutschen Bundesbank, Währungs- und Zinspolitik auf lfd. Stabilitätsmaßnahmen zu beschränken, maßt sich die EZB zwischenzeitlich an, wie die amerikanische Fed zu agieren und den Sicherungshort in einen Bad-Bank-Status zu pervertieren.

Damit wird dem Euro die allerletzte kraft genommen werden; denn schon überlegt man einen Rangverzicht bei staatlichen Schrottanleihen zugunsten des privaten Turbo-Finanzmarktes und wird damit auch den allerletzten Cent von den europ. Steuerzahlern abzocken.

Sorry, mein EUROPA, aber das war's wohl!

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Stefan Derrick

Sprachlich interessant

Ich finde es sehr interessant, dass im (selbst hochinteressanten) Artikel von "privaten Gläubigern" die Rede ist. Das hat Anklänge von Schutzbedürftigkeit und unverschuldeten Problemen. Tatsächlich schreibt der Autor auch weiter, dass die privaten Gläubiger höhere Schuldenschnitte "hinnehmen" müssten. Man bekommt direkt Mitleid, wenigstens Verständnis. Hätte man von Banken geschrieben oder Investmentbanken oder gar Zockern, hätte sich ein anderes Gefühl eingestellt.

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Helmut Wever
Helmut Wever (vevercak) - 23.08.2012 12:14 Uhr

Die privaten Investoren

gehen ganz offensichtlich in diesem Fall davon, dass sie sowohl von der EZB als Institution und persönlich von Draghi einfach angelogen werden. Was recht schlüssig erscheint.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 23.08.2012 11:25 Uhr

Wenn Asmussen sagt:

"..Die EZB wolle „das Problem lösen, dass private Investoren meinen, die EZB habe einen bevorrechtigten Gläubigerstatus“." ist das geradzu unverschämt. Die europäischen Regierungen und die EZB haben mit dem "freiwllig" erpressten Schuldenschnitt von 70% der privaten Anleger im Falle von GR bereits klar gezeigt, wie sie das sehen. Selbst ein Rangrücktritt wird nicht zu einer Wiederherstellung des Vertrauens führen. Das lenkt alles nur davon ab, das zumindest GR in keiner Weise die notwendigen Schritte ergreift. Selbst die nicht-erfolgenden Versprechungen würden nicht ausreichen und irgendwann bricht auch der Target II Staudamm, so daß wir zur Staatsentschuldung massive Inflation bekommen. Tatsächlich findet die Inflation bereits statt - die Staatskosten auch hierzulande steigen um mehr als 5% p.a. Der durch Kurspflege zu hoch bewertete Euro führt aber durch (noch) billige Konsumgüterimporte zu einer Dämpfung des Effekts, was allerdings nicht mehr lange haltbar ist.

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Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 23.08.2012 11:11 Uhr

"hatte Draghi apodiktisch erklärt"...

er hat seit dem Beginn seiner Amtszeit schon so viel "apodiktisch" erklärt und dann alles anders gemacht. Hier geht es nicht um "was interessiert mich das Geschwätz von gestern". Auch nicht um einen Firmenmanager, der durch seine unklare...sich immer ändernde Strategie Vertrauen verliert. Wären seine Entscheidungen nur wankend - es wäre schon schlimm genug. Und würde er sich dadurch nur zu einem Getriebenen des Finanzmarktes machen...auch das wäre verheerend. Hier geht es aber um jemand, der über das Wohl oder Wehe von hunderten Millionen Menschen im Euroraum bestimmen kann. Und dafür ist er definitiv nicht der Richtige!!!

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Tobias Grauer

Stichpunkt Monetäre Staatfinanzierung

Erst kauft unsere EZB Staatsanleihen an. (1. Rechtsbruch) Dann verzichtet Sie auf Ihren Vorrang. (2. Rechtsbruch) Gut für die Südländer, Sie zahlen weniger Zins, (da sie ja gleich mit der EZB befriedigt werden) ja und natürlich ist das eine perfekte Lösung. Wenn man es über die EZB und nicht über den ESM oder andere Institutionen macht, da im EZB-Rat beispielweise Zypern genauso viel Stimmen hat wie Deutschland. Hier müssen schnell Änderungen her, weil wer haftet wenn die EZB durch Schuldenschnitte Verluste erwirtschaftet, Deutschland mit dem höchsten Teil.

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Gabi  Straka
Gabi Straka (Ethiopia) - 23.08.2012 10:55 Uhr

Glaubwürdigkeitskrise

Von wegen, wer es bis dato noch nicht verstanden haben sollte, wie klangheimlich sich die EZB zur "mächtigsten Institution" selbst gemacht hat oder gemacht wurde, dem sollte ein noch nicht veröffentlichtes Deskret verinnerlichen, was hier geschieht.
So oder so ähnlich könnte es formuliert werden:
Untertanen, gesetzeslose Individuum
absofort übernimmt die EZB alles wie die Judokative, Legislative sowie die Exekutive, folgendes wollen wir erreichen, ihr die Untertanen geht gefälligst arbeiten und verschwendet keine unnötige Zeit, lest keine Zeitungen, hört keine Radiosendungen, denn dieses ist reine Verschwendung. Nutzt die Zeit stattdessen und geht arbeiten, solltet ihr Schwirigkeiten bekommen bezüglich der erheblichen Lebensstandartkosten, dann nehmt gefälligst einen Zweit- oder Drittjob an. Für unsere Institution haben nur die Steuereinnahmen eine Bedeutung, denn meine Mitarbeiter und meine Wenigkeit wollen ja sehr gut leben wollen und dürfen.

Dieses zur Glaubwürdigkeitskrise!

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Günter Schreiber

Unbedingt ansehen: Prof. Sinn zur Staatsverschuldung

Schon vor einiger Zeit hat Prof. Sinn die Staatsverschuldung in Euroland und deren Folgen beschrieben. Einfach googlen nach "prof sinn staatsverschuldung". Überschrift des Beitrages: "Staatsverschuldung 1950-2011 - Generationenvertrag ade".

Hier wird offenbar, warum sich Juncker so "reinhängt", wenn es um Bankschuldenübernahme durch die Geberländer geht. Rechnet man nämlich die Schulden der luxemburgischen Banken auf die Bürger um, so fällt auf jeden Luxemburger ein Schuldenbetrag von 1,9 BILLIONEN Euro!

Also, spätestens, wenn Luxemburg Probleme mit seinen Banken anmeldet, ist der Super-Gau in Euroland eingetreten!

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eduard kramer
eduard kramer (illampu) - 23.08.2012 10:29 Uhr

So handeln integre Politiker!

Gestern brachte "Plusminus" einen Beitrag über Island und wie man dort die Finanzkrise bewältigte.(Kann in Mediathek abgerufen werden). Man ließ alle Groß-Banken in die Pleite gehen, unterstützte nur die für die Volkswirtschaft wichtigen kleineren Banken. Die verantwortlichen Banker gingen entweder ins Gefängnis oder werden noch mit Haftbefehlen gesucht. Regierung und Präsident lehnten die Haftung für Banken mit der Begründung ab, sie seien ihren Bürgern gegenüber und nicht internationalen Spekulanten und Investoren. Mit dieser Radikal-Kur bekam man nicht nur die Krise in den Griff und unter Kontrolle, sondern gewann auch das Vertrauen und den Rückhalt der Bevölkerung. Es wird höchste Zeit, dass Team Merkel/Schäuble eine Bildungsreise nach Island unternehmen.

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Joachim Schroeder

EU-Gemeinschaftspleite!

Rechnet man die bisher nicht gestoppten Kosten von Target II und den
noch anzukaufenden faulen Staatsanleihen hoch, so dürfte die amerik.
Hypothekenkrise dagegen, im Verhältnis zu Europa, eine wahre Idylle
gewesen sein. Damit dürfte Jörg Asmussen und Mario Draghi in nichts
den amerik. Bankrotteuren, wie z.B. eines Dick Fuld von den Lehman-
brüdern nachstehen!
Und sowas läßt man ungebremst, mit dem vorbereiteten ESM-Ermäch-
tigungsgungsgesetz, auf den Deutschen Steuerzahler los, der offen-
sichtlich schutzlos diesen Machenschaften der Europäischen Zockerbank
ausgeliefert ist! Wer und wann schreitet endlich mit der überfälligen
Währungsreform des Eurosystems gegen dieses ruinöse Vorgehen
der EZB ein?

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Andreas Gati

das Problem läßt sich leicht lösen

Ob die EZB eine Glubwürdigkeitskrise bekommt hängt von der aktuellen Glaubwürdigkeit ab. Da sehe ich keine Gefahr eines Glaubwürdigkeitsverlustes.

Der EZB wird es ein leichtes sein auf den bevorzugten Status einfach zu verzichten. Sie ist ja über die zahlungsfähigen Zentralbanken ohnehin besser abgesichert als über die Staatsanleihen der Schuldnerländer. Sogesehen ist es egal, ob man z.B. von GR das Geld als bevorzugter oder nicht-bevorzugter Gläubiger nicht bekommt. Entsprechend hat der IWF die EZB vor Wochen schon zu einem Schuldenschnitt aufgefordert.

An der EZB läßt sich bestens erkennen, daß wir tatsächlich bereits eine Schuldenunion geworden sind.

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Paul Hansen

Plumpsack mit dem Ausfallrisiko

Dieser Eiertanz wird langsam unwürdig. „Jeder“ (außer der Berliner Politik) weiß, dass viele der Staats-/Privatschulden in der Peripherie nie oder nur teilweise zurückgezahlt werden können. (selbst wenn der Wille vorhanden wäre)

Wenn die EZB auf ihren Vorrangstatus verzichtet, bedeutet das nur ein erhöhtes Ausfallrisiko des Steuerzahlers. Und der merkt (noch) nichts.

Anstatt einer ordentlichen Restrukturierung, die vor allem für die Zukunft klarmacht, dass JEDE Investition Risiken hat, versucht die EZB mit dem Prinzip Hoffnung einen Teil des durchaus vorhandenen Risikos in den Privatsektor zu verschieben – ohne gleichzeitig den Preis – höhere Zinsen – zu zahlen.

Wird nicht funktionieren – und nebenbei – solange die Ausfallrisiken nicht beseitigt oder ganz klar sind, wird keiner die dringend nötigen Investitionen tätigen, die gebraucht würden, um die Schulden zurückzuzahlen.

Warum wird der Teufelskreis nicht durchbrochen? Wir wissen es doch besser.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 23.08.2012 09:54 Uhr

EZB will sich für ihre nächsten Sünden vorbereiten, um anzukündigen, ...

... dass sie sie entschieden, bewußt und gewollt begehen will.

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Gerhard Wruck
Gerhard Wruck (arbiter) - 23.08.2012 09:52 Uhr

Vorfahrt den privaten Großspekulanten!

Die Herren Draghi und Asmussen werden immer mehr zum Problem für die europäischen und besonders die deutschen Steuerzahler. Wenn ich den Text richtig verstanden habe, wollen diese seltsamen Währungshüter dafür sorgen, dass die internationalen Großspekulanten ihr Gläubigerrisiko zu Lasten der europäischen Steuerzahler, mit deren Geld die EZB ja hantiert, verringern können. Es geht also wieder einmal darum, die Ausfallrisiken in diesem ganzen Schuldenschlamassel auf die in dieser Sache quasi hilflosen und zur Unmündigkeit verdammten Bürger abzuwälzen.
Ein normaler Kleinanleger würde die Schrottanleihen der Sorglos-Staaten seit langem nicht mehr kaufen. Das besorgt für ihn ohne seine Einwilligung in vertragswidriger Weise und in großem Stil die EZB. Damit außer ihr auch die internationalen Großspekulanten am Staatsanleihenkauf, der die Pleite der Südländer verhindern soll, beteiligt bleiben, werden also erneut und zusätzlich die Bürger in Haftung genommen. Herrliche Europa-Zeiten!

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Joachim Solcher

Noch niedrigere Zinsen

würden sich freilich einstellen, wenn die EZB ewig Anleihen der PIIGS unbegrenzt aufkauft und sich verpflichtet, im Falle von Zahlungsausfällen stets völlig auf Rückzahlungen zu verzichten.

In dem Moment, wo auf Märkten gewaltsam ein bestimmter Preis = Zins außerhalb des Marktgleichgewichts durchgesetzt wird (und das gilt auch für "Zinsobergrenzen"), verlassen wir das Modell der Marktwirtschaft und befinden uns in der Welt der zentralen Verwaltungswirtschaft. Die Kosten der resultierenden Fehlallokation müssen im vorliegenden Fall zu fast einem Drittel von Deutschland getragen werden, die Vorteile kommen den überschuldeten und reformunwilligen Schuldenländern zu Gute.

Das Leugnen der Fakten durch Draghi, Asmussen und Co. ist zwecklos, es handelt sich in jedem Fall um massive Staatsfinanzierungen mittels eines XXXXL Wohlstandstransfers von Deutschland an die Südländer - rechtswidrig, vertragswidrig, unverantwortlich und unverschämt.

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Günter Schreiber

Wieder ein unglaublicher Vertrauensbruch

Schäuble redet gebetsmühlenartig noch immer von 190 Milliarden Haftungsobergrenze für Deutschland. Es seien ja "nur" Garantien. Als Jurist sollte er wissen, dass eine Bürgschaft jederzeit fällig werden kann.

Inzwischen haben sich aber die Forderungen der Bundesbank gegen die EZB aus Target-2 auf 700 Milliarden erhöht und sie steigen weiter. Bei Ausfällen von Staaten verzichtet die EZB nun auf vorrangige Befriedigung (z.B. aus Goldreserven des betreffenden Staates). Damit erhöht sie mal so eben Deutschlands Risiko eines Totalausfalls der Forderungen zugunsten privater Zocker.

Mich wundert inzwischen nicht mehr, dass unsere Regierung sich das gefallen lässt. Wahrscheinlich durchblickt man nicht mehr, was in der EZB gespielt wird. Herr Asmussen, der schon zu Schröders Zeiten die Deregulierung der Banken befürwortete, spielt sich jetzt als Retter der privaten Investoren auf, deren selbst eingegangenes Risiko auf jeden Fall vom deutschen Steuerzahler zu tragen sei.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.08.2012 15:38 Uhr
Moritz Am Ende
Moritz Am Ende (mamende) - 23.08.2012 15:38 Uhr

740 Milliarden = 28,8% des BIP

Nicht dass es auf 40 Milliarden mehr oder weniger noch ankäme, aber tatsächlich stehen die Target II Salden schon bei 740 Milliarden Euro (Stand Juli, Quelle: Monatsbericht August der Deutschen Bundesbank, S. 149, online auf der Homepage der Bundesbank verfügbar). 740 Milliarden Euro sind übrigens, aufs deutsche Bruttoinlandsprodukt vom Stand Ende 2011 gerechnet, 28,8% des deutschen BIP. Und noch eine letzte Zahl, die in dem Zusammenhang auch relevant ist: Der deutsche Exportüberschuß in die Euro-Staaten betrug 2011 80,4 Milliarden Euro.

Mit anderen Worten: Unser Exportüberschuss in den Euro-Raum wird von der EZB mit der Notenpresse finanziert (die Kapitalflucht kommt momentan natürlich noch dazu). Das mag für die deutsche Exportwirtschaft schön sein - darum auch die entsprechenden Statements in der Öffentlichkeit -, aber für die Volkswirtschaft bedeutet es, dass Deutschland 80 Mrd. Euro an Waren und Dienstleistungen im Jahr für Umme exportiert.

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arthur hund

Wir kommen der Sache näher: Was wäre Solidarität?

Die Bevölkerung der Nordländer wird nicht akzeptieren, dass die Südländer den Schrott, d.h. die riskanten Schuldpapiere aus ihrer Staatsschuld, der Gemeinschaft der Euro-Länder unterjubeln. Solidarisch ist nicht, die vorhersehbaren Folgen verantwortungslosen Handels der Vergangenheit zu vergemeinschaften. Für eine verantwortbare Staatschuld bis etwa 50% des BIP kann eine Gemeinschaft sehr wohl etwa gleiche Bedingungen erwarten, das wäre Solidarität im gemeinsamen Interesse. Es ist daher unverzichtbar, dass die EZB auf dem bevorrechtigten Tilgungsanspruch für ihre Kredite bedingungslos besteht. Man sollte Draghi nicht erlauben, an die Vergemeinschaftung der gesamten Schrott-Schuldpapierenur auch nur zu denken. Niedrige Zinsen für bevorrechtigte Gemeinschaftsschuld, und logischerweise steigende Zinsen für exzessive und riskante Schulden erzeugen den erforderlichen Druck, die darüberhinaus gehende Staatsschuld mit allen Mitteln zu reduzieren: So könnte es sinnvoll sein.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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