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SAP-Anleihen Nur Sparzinsen

30.07.2010 ·  Kurz nach seinem Debüt begibt der Softwarekonzern SAP abermals Anleihen. Die Renditen sind wieder wenig verlockend, auch wenn dafür viel Sicherheit geboten wird.

Von Martin Hock
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Nur wenige Monate nach dem sehr erfolgreiches Debüt als Emittent von Schuldtiteln hat der SAP erneut Anleihen begeben. Der Walldorfer Softwarekonzern beschafft sich über einen zweiteiligen Bond 1,1 Milliarden Euro. Eine Tranche über 600 Millionen Euro hat eine Laufzeit von drei Jahren. Bei einem Kupon von 2,25 Prozent beträgt die Emissionsrendite 2,3 Prozent. Die Tranche im Volumen von 500 Millionen Euro läuft über 18 Monate, verzinse sich mit 1,75 Prozent und kommt so auf eine Emissionsrendite von 1,85 Prozent.

Der Aufschlag gegenüber der Swapmitte, die einen für die Banken-Refinanzierung wichtigen risikoarmen Marktzins beschreibt, beträgt für die dreijährige Tranche 60, für die zweieinhalbjährige Tranche nur 50 Basispunkte. Gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen bietet SAP einen Aufschlag von 132 bzw. 115,6 Basispunkten.

Teurer als beim Debüt

Das sind deutlich teurere Konditionen als sie SAP bei seinem Debüt für seine vier- und siebenjährigen Anleihen eingeräumt erhielt. Dennoch sind sie für das Unternehmen attraktiv. Der Neuemissionsmarkt ist derzeit ziemlich trocken. Lediglich der Gesundheitskonzern Cegedim und der französische Elektronikkonzern Schneider haben Emissionen begeben, die jedoch beide etwas länger laufen als die SAP-Papiere.

SAP scheint dabei durchaus einem wählerischer gewordenen Markt Tribut zu zollen. So hat das Orderbuch für die Drei-Jahre-Anleihe zwar rund 3,5 Milliarden Euro erreicht, das für den kürzer laufenden Bond indes nur knapp 850 Millionen Euro. Die Debüt-Bonds waren dagegen annähernd zehnfach überzeichnet.

Folgt man den Analysten der LBBW, so lässt sich das Rating der Anleihen zwischen „A-“ und „BBB“ verorten, was auch dem entspricht, was Analysten in internen Kreditbewertungen dem Konzern zum Emissionsdebüt zusprachen.

Nur wenig interessant

Diesmal machte SAP deutlich, wofür die Mittel zumindest teilweise verwendet werden sollen: zur Tilgung einer Kreditfazilität, die zur Finanzierung der Übernahme des Wettbewerbers Sybase eingeräumt wurde.

Für Privatanleger sind die niedrigen Zinsen der beiden SAP-Anleihen auf den ersten Blick kaum attraktiv. Indes bekommen sie dafür eine recht gute Bilanz geboten. Lediglich einmal in den vergangenen zwanzig Jahren ist SAP ein Nettoschuldner gewesen, namentlich 2008. Zum 30 Juni erreichte die Nettovermögensposition dagegen wieder das Niveau der ersten Hälfte des Jahrzehnts, auch wenn sie mit 1,6 Milliarden Euro noch unter den dicken Polstern der Jahre 2005 bis 2007 liegt . Von jeher operiert SAP mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 50 Prozent. In den vergangenen 6 Jahren lag sie mit Ausnahme von 2008 sogar bei mehr als 60 Prozent.

Eine Telekom-Anleihe, die im Juli 2013 fällig werden und die ein vergleichbares Rating tragen, rentiert derzeit mit 2,68 Prozent, eine Daimler-Anleihe bringt dagegen nur 2,0 Prozent. Während die SAP-Papiere hier noch eine Alternative bieten, sind sie unter den Anleihen mit anderthalb Jahren Restlaufzeit am unteren Ende anzusiedeln. VW-Bonds etwa bringen mehr als 1,9 Prozent. Auf Endfälligkeit betrachtet, sind sie daher am ehesten für sicherheitsbedürftige Anleger interessant, die bei deutlich über pari liegenden Kursen Gewinnmitnahmen befürchten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

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