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Veröffentlicht: 10.12.2012, 10:53 Uhr

Risikoaufschläge steigen Monti-Rücktrittsankündigung lässt italienische Anleihen schwächeln

Nachdem Italiens Regierungschefs Mario Monti seinen Rücktritt angekündigt hat, sind die Kurse für italienische Staatsanleihen unter Druck geraten. Auch italienische Bank-Aktien verloren.

© dapd Die Rendite Italienischer Staatsanleihen steigt, weil Anleger sie für risikoreicher halten.

Am italienischen Anleihemarkt hat sich die Lage am Montag spürbar eingetrübt. Händler verwiesen auf die Rücktrittsankündigung des derzeitigen Regierungschefs Mario Monti vom Wochenende. Monti will nach einem Vertrauensverlust seiner Regierung vorzeitig abtreten. Während die Kurse für italienische Staatsanleihen unter Druck gerieten, legten die Renditen im Gegenzug spürbar zu. Der Risikoaufschlag zu als sicher geltenden deutschen Schuldtiteln stieg im zehnjährigen Laufzeitbereich auf mehr als 3,5 Prozentpunkte.

Zehnjährige italienische Staatsanleihen rentierten im Vormittagshandel mit bis zu 4,8 Prozent. Das ist deutlich mehr als Anfang Dezember, als die Rendite mit etwa 4,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen war. Im Fahrwasser Italiens gerieten auch spanische Schuldtitel unter Druck. Zehnjährige Papiere rentierten am Montagvormittag mit bis zu 5,6 Prozent. Der Risikoaufschlag zu deutschen Anleihen betrug damit etwa 4,3 Prozentpunkte. In den kürzeren Laufzeiten fiel die Entwicklung ähnlich aus.

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Deutsche Staatsanleihen, die unter Investoren als „sicherer Hafen gelten“, erhielten unterdessen Zulauf. Der Euro-Bund-Future - richtungsweisender Terminkontrakt für den deutschen Rentenmarkt - stieg im Vormittagshandel um 0,20 Prozent auf 146,01 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf bis zu 1,26 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit etwa vier Monaten.

Italien will Kapitalmarkt wie geplant anzapfen

Ungeachtet der Rücktrittsankündigung Montis will Italien in dieser Woche wie geplant den Kapitalmarkt anzapfen. Die angestrebten Anleiheauktionen sollen wie vorgesehen stattfinden, sagte am Montag eine Person aus dem Umfeld des Finanzministeriums. Die Regierung in Rom will am Mittwoch Schuldtitel mit einjähriger Laufzeit über insgesamt 6,5 Milliarden Euro begeben. Für Donnerstag ist eine Emission von Drei-Jahres-Papieren geplant.

Auch die italienischen Bankenwerte haben am Montag unter dem Eindruck der Regierungskrise nachgegeben. Größter Verlierer im Euro Stoxx 50 waren am Morgen die Aktien von Intesa San Paolo mit minus 6,16 Prozent auf 1,203 Euro, Unicredit büßten 5,26 Prozent ein. Mit einem Abschlag von 1,48 Prozent stellt der Stoxx 600 Banks den schwächsten Sektor in Europa. Der Mailänder Leitindex FTSE MIB stand mit minus 2,75 Prozent im Vergleich der europäischen Leitindizes auch ganz hinten. Auch Versicherer leiden: der Branchenindex der Stoxx 600 Insurance büßte gut eine Stunde nach Handelsstart 1,15 Prozent ein.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters, dapd

 

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