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Rentenmarkt S&P blickt kritisch auf die Schwellenländer

17.04.2008 ·  Die Anleger erliegen zwar immer wieder der Versuchung, den allgemeinen und allumfassenden Optimismus der Jahre 2003 bis 2007 wieder zu beleben. Dabei haben die Kreditrisiken der Schwellenländer zugenommen.

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Die Anleger erliegen nach den Kursturbulenzen der vergangenen Wochen zwar immer wieder der Versuchung, denn allgemeinen und allumfassenden Optimismus der Jahre 2003 bis 2007 wieder zu beleben.

In dieser Zeit schienen sie in der besten aller Welten gelebt zu haben, da beinahe alle nur denkbaren Märkte gleichzeitig und zum Teil deutlich nach oben liefen. Allerdings lässt sich fragen, ob die Finanzkrise tatsächlich schon ausgestanden ist. Das alleine sollte schon zu einer gewissen Vorsicht raten.

Unterschiedliche Entwicklung der Kreditrisiken

Dazu kommt die Tatsache, dass sich die makroökonomischen Bedingungen in den vergangenen Monaten deutlich verändert haben. Das zeigt sich alleine schon daran, dass sich die Aktien- und Rentenmärkte in den vergangenen Monaten höchst unterschiedlich entwickelt haben.

Gerade in den mittel- und osteuropäischen Staaten, aber auch in Südafrika haben die Kreditrisiken deutlich zugenommen. Das lässt sich an den so genannten Credit-Default-Swaps ebenso ablesen, wie gestiegenen Renditen an den Rentenmärkten.

Erstmals seit rund fünf Jahren wird zudem die Ratingagentur Standard & Poor's bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit wohl mehr Schwellenländer abstufen als heraufstufen. In 27 von 42 Ländern, die S&P beobachtet, wird dabei die Konjunktur nach Einschätzung der Ratingexperten an Fahrt verlieren. „Wir rechnen damit, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weltweit eintrüben“, schrieb S&P-Analyst John Chambers in seiner Studie. „Das stellt vor allem die Zinspolitiker in den Schwellenländern auf den Prüfstand“, hieß es darin.

Mit Stand 14. April hätten Ungarn, Pakistan, Serbien, die Türkei, die Ukraine und Sri Lanka einen negativen Ausblick, die Dominikanische Republik stehe auf „CreditWatch mit negativer Implikation“. Einen positiven Ausblick böten hingegen Brasilien, China, Malaysia, Peru, Polen, Russland, die Slowakei, der Inselstaat Trinidad & Tobago sowie Uruguay.

Island ist heruntergestuft worden

Der Internationale Währungsfonds hatte in der vergangenen Woche für 2008 ein Weltwirtschaftwachstum von 3,7 Prozent prognostiziert und damit die bisherige Schätzung von 4,1 Prozent gesenkt. Die Wahrscheinlichkeit für einen weltweiten Abschwung liege bei 25 Prozent, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg der Report. Der Renditeaufschlag für Dollar-Anleihen aus den Schwellenländern gegenüber amerikanische Treasuries lag am Donnerstag bei 265 Basispunkten, das waren 74 Basispunkte über dem Durchschnittswert des vergangenen Jahres.

Mit Blick auf Island hat die Agentur schon Fakten geschaffen. Am Donnerstag wurde die Kreditwürdigkeit für Fremdwährungsverbindlichkeiten des kleinen Landes zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren heruntergestuft von A+ auf nun A, verbunden mit einem negativen Ausblick. Der Grund liegt vor allem in den Auslandsverbindlichkeiten der drei großen Banken des Landes. Sie dürften die Finanz-, Wirtschafts- sowie die Geld- und Währungspolitik komplizierter als bisher machen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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