02.12.2003 · Die spanische Ölgesellschaft Repsol zeigt sich erstarkt und ist von der Ratingagentur Fitch mit einer Heraufstufung ihrer Kreditwürdigkeit belohnt worden. Ihrer 2010 fälligen Anleihe wird Kurspotential zugebilligt.
Repsol hat jüngst die interessierten Anleger erfreut. Die spanische Ölgesellschaft präsentiert sich in ihrer Vorschau auf die Neunmonatszahlen wieder erstarkt. Im Vergleich zum Vorjahr soll das bereinigte Nettoeinkommen um 39 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigen und der operative Barmittelzufluß um 21 Prozent auf drei Milliarden Euro. Zudem konnte Repsol die Schulden um sieben Prozent oder 473 Millionen Euro abbauen.
Angesichts der Erwartung eines weiter hoch bleibenden Ölpreises und des konjunkturellen Aufschwungs billigen Analysten der Helaba der Ölgesellschaft gute Chancen zu, ihre Ertragskraft weiter zu stärken und Schulden abzubauen. Dies käme gewiß der Kreditwürdigkeit zugute, was in einer Heraufstufung derselben münden könnte. Erst in der vergangenen Woche hat die Ratingagentur Fitch Repsol von BBB auf BBB+ hochgestuft, nachdem Moody´s Investor Service den Ausblick bei dem Konzern auf stabil angehoben hatte.
Vor diesem Hintergrund und angesichts des Versprechens, sich ein Stück weit aus dem risikoreichen Argentinienengagement zurückzuzieen, sehen Analysten der Helaba und der DZ Bank bei Anleihen von Repsol noch Kurspotential. Während die DZ Bank den 2013 auslaufenden Fünfprozenter bevorzugt, lenkt die Helaba den Blick auf die mit sechs Prozent verzinste Anleihe, die drei Jahre früher fällig wird.
Kurse unbeeindruckt von guten Nachrichten
Dieses Papier hat auf die guten Nachrichten indes kaum reagiert, nachdem sein Kurs zuvor vom im Juni markierten Hoch bei 112 Prozent nach und nach heruntergekommen war. Im Zuge dessen ist die Rendite wieder gestiegen. Aktuell notiert der Titel bei 106,40 Prozent. Das sind 0,09 Prozent weniger als am Montag und entspricht einer Rendite von knapp 4,74 Prozent. Mithin weist diese Anleihe einen Zinsvorsprung vor der 2010 fälligen Bundesanleihe von gut 50 Basispunkten oder 0,5 Prozent auf.
Allerdings ist der Titel unter deutschen Anlegern kaum gefragt, die Liquidität mithin niedrig. Am Dienstag ist es an der Frankfurter Börse bis zum frühen Nachmittag nicht gehandelt worden. Dies ist ein Minuspunkt, da keinem Anleger daran gelegen sein kann, auf ein Papier zu wetten, für das er hinterher vielleicht keinen Käufer findet; zumal bei Kauf und Verkauf nicht zu unterschätzende Gebühren fällig werden. Dazu ist es ungewiß, ob dieser Titel nochmals abheben wird, auch wenn Repsol künftig weiter mehr verdient als zuvor. Denn falls die Zinsen allgemein steigen, was im Zuge eines Aufschwungs erwartet wird, geraten Anleihen gemeinhin unter Druck. Zudem ist die Repsol-Anleihe kein Hochzinstitel, der mit einer herausragenden Rendite lockt. Anleger sollten sich deshalb fragen, ob sie einen solchen Titel brauchen.