Bei der Suche nach hohen Zinsen sind Anleger aus Deutschland, anderen europäischen Ländern und Amerika in der jüngeren Vergangenheit „down under“ fündig geworden. Denn Austrialien lockt mit einem Zinsniveau, das gemessen am Leitzins mit 5,25 Prozent mehr als zweimal so hoch ist wie in Europa, und einer entsprechend robusten Währung, die sich auf ein strammes Wirtschaftswachstum stützen kann.
Vor diesem Hintergrund begibt nun die australische Tochter der niederländischen Rabobank eine auf australische Dollar gemünzte Anleihe (ISIN: XS 01 84 74 04 20). Aus europäischer und deutscher Sicht wirkt das Papier, das am 25. Februar erstmals gehandelt wird, aus zwei Gründen attraktiv. So nimmt es nicht wunder, daß die Rabo Australia das Emissionsvolumen aufgrund der großen Nachfrage um 50 Prozent auf 300 Millionen australische Dollar aufstocken konnte.
Anleger erhält 2,65 Prozent mehr Zinsen als in Deutschland...
Bei der Anleihe handelt es sich um ein fünf Jahre laufendes Papier, das mit sechs Prozent verzinst wird und zum Kurs von 101,05 Prozent auf den Markt kommt. Daraus errechnet sich eine Rendite von knapp sechs Prozent. Zum Vergleich: Eine 2009 fällige Bundesanleihe wirft knapp 3,3 Prozent ab. Folglich kommt der Rabo-Titel auf einen Zinsvorsprung von etwa 265 Basispunkten oder 2,65 Prozent.
Dabei gehen Anleger im Vergleich zu einer Schuldesschuld kein nennenswert höheres Ausfallrisiko ein. Denn die Emissionsbank weist dabei ein erstklassiges Aaa-Rating bei Moody´s und ein AAA-Rating bei Standard&Poor´s auf.
...und darf auf Währungsgewinne hoffen
Zu dem attraktiven Zinsniveau kommt noch die Aussicht, Währungsgewinne einzufahren. Denn der Zinsvorsprung Austrialien wird auf Sicht kaum kleiner werden. Eher ist das Gegenteil zu vermuten. Denn während in Europa eher auf eine Zinssenkung spekuliert wird, um den Anstieg des Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar zu bremsen, sieht es „down under“ nach einer weiteren Zinserhöhung aus. Der Notenbank-Vize Glenn Stevens hat diese Spekulation durch seine Aussage genährt, die natürliche Zinsspanne liege zwischen fünf und 6,25 Prozent.
Zudem zeigt sich die australische Wirtschaft weiter robust. Im Januar ist die Zahl der Arbeitsplätze im sechsten Monat hintereinander gestiegen, und die wirtschaftlichen Frühindikatoren weisen auf ein anhaltendes Wachstum hin. Unklar ist dabei, inwieweit Währungsgewinne durch Kursverluste bei Anleihen infolge einer Leitzinserhöhung aufgefressen werden. Insofern sollten auf Währungsgewinne spekulierende Anleger, die sich für dieses Papier entscheiden, auf Nachrichten von der Zinsfront achten und beide Kurse im Blick behalten.