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Sonntag, 12. Februar 2012
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Rentenmarkt Die Lage in Japan wird immer prekärer

11.03.2003 ·  Rekordtiefs im Nikkei und Rekordhochs am Rentenmarkt - so lässt sich die Situation in Japan beschreiben. Mit 0,72 Prozent markiert die Rendite zehnjähriger Anleihen den tiefsten Stand seit dem Jahre 1972.

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Die Situation ist lange bekannt, die Probleme sind mit verkrusteten Strukturen, hohen Schulden, fallenden Preisen offensichtlich - trotzdem werden sie nicht gelöst. Die Konsequenz ist ebenso klar, nämlich schwaches Wirtschaftswachstum, eine angeschlagene Börse und Rentenmärkte, die mit scheinbar in den Himmel steigenden Kursen zu rekordtiefen Renditen führen.

So lässt sich am Dienstag für den Nikkei mit einem Indexstand von 7.862,43 Zählern wieder einmal ein neues 20-Jahres-Tief vermelden und gleichzeitig verbuchen zehnjährige Anleihen mit einer Rendite von gerade noch 0,72 Prozent den tiefsten Stand seit dem Jahre 1972. Der entsprechende Future hatte im Tagesverlauf mit 143,66 Prozent den höchsten Stand seit der Handelsaufnahme dieser Produkte im Jahr 1985 erreicht, bevor er nur leicht darunter schloss.

Zentralbank kauft Schuldtitel

„Die Anleger haben kein Vertrauen in die Aktienmärkte und investieren deswegen lieber in Anleihen“, kommentierte ein Marktteilnehmer diese Entwicklung. Diese Haltung dürfte unterstützt worden sein durch Berichte, nach denen die Zentralbank über den Kauf von festverzinslichen Wertpapieren vor dem Ende des Fiskaljahres Ende März für genügend Liquidität sorgen wolle.

Die Bank of Japan hatte im Handelsverlauf am Dienstag überraschend Schuldtitel, so genannte discount bills, mit einem Volumen von einer Billion Yen gekauft und somit ihre Zielbandbreite von 15 bis 20 Billionen Yen überschritten. Zur Begründung des Schritts verwies ein Banksprecher darauf, dass ein Durchschlagen der volatilen Kursentwicklung an den Börsen auf die Finanzmärkte insgesamt verhindert werden sollte.

Regierung wir Kurse stützen müssen

Ob das gelingt, dürfte angesichts des fragilen Zustands der Finanzmärkte hinterfragt werden. Ebenso die Äusserungen, nach denen der japanische Bankenminister Heizo Takenaka derzeit keine Möglichkeit sieht, die Aktienmärkte des Landes zu stützen. Die Regierung könne lediglich dafür sorgen, dass ein problemloser Handel und eine entsprechende Preisfindung sichergestellt sei, sagte er am Dienstag.

Schlussendlich wird der Administration gar nichts anderes übrig bleiben, als die Kurse direkt oder indirekt zu stüzten. Denn nur das kann die Ängste vor einer tief greifenden Finanzkrise in Japan lindern. Vor allem Finanzwerte wie etwa die zweitgrösste Bank Japans, die Sumitomo Mitsui Financial Group stehen auf Grund von Befürchtungen im Zusammenhang mit ihrer fragilen Kapitalbasis unter Druck und fielen am Dienstag auf neue Rekordtiefs.

Wettbewerbsfähiger durch schäwcheren Yen

Die Vermutungen gehen dahin, die jüngste Liquiditätsspritze auch dazu dienen soll, den Yen zu schwächen. Das ist nämlich ein Weg, um die japanische Wirtschaft über wettbewerbsfähiger werdende Exporte zu stüzten. Gegen den Euro ist diese Strategie in den vergangenen Monaten mit Rekordkursen von teilweise mehr als 130 Yen je Euro auch aufgegangen, allerdings nicht gegen den Dollar. In dieser Beziehung zeigt sich die Währung widerstandsfähig.

Nachdem verdeckte Interventionen offensichtlich nicht effektiv genug sind, wird in jüngster Zeit wieder über offene Interventionen spekuliert. Selbst wenn es gelinge sollte, den Yen tatsächlich zu schwächen, dürfte längerfristig nichts an der nun schon ewig auf die lange Bank geschobenen bitteren Medizin der Reformen vorbeiführen.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung des Nikkei in den vergangenen fünf Jahren

Quelle: @cri
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10.02.2012 22:03 Uhr
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10.02.2012 11:38 Uhr
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Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
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TecDAX 769,89 −0,43%
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Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
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Dow Jones 12.801,20 −0,69%
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Rohöl Brent Crude 117,61 $ −0,91%
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