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Rentenmarkt Degussa-Anleihe profitiert von verbesserter Ertragslage

 ·  Die Degussa hat zuletzt mehr verdient als erwartet und sich gedämpft zuversichtlich zum weiteren Jahresverlauf geäußert. Davon kann besonders die 2013 fällige Anleihe des Konzerns profitieren, die eine schöne Rendite bietet.

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Die Aktie der Deutschen Gold- und Silber-Scheide-Anstalt, kurz Degussa, genannt, steht zu Wochenbeginn wie viele andere Dividendenpapiere unter Druck. Sie verliert indes nicht ganz so stark wie das schwache Umfeld. Das dürfte an den neuen Nachrichten aus dem Spezialchemie-Unternehmen. Es hat im ersten halben Jahr besser abgeschnitten als erwartet und sich recht zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf geäußert.

Richtig profitieren von den Ergebniszahlen und der Prognose können indes die Zinstitel des Konzerns, von denen besonders die bis 2013 laufende Anleihe interessant erscheint; bei den übrigen Schuldpapieren handelt es sich um (nachrangige) Inhaberschuldverschreibungen. Der Langläufer legt um 0,2 Prozent auf 102,50 Prozent zu. Mithin bietet der Zinstitel einen schönen Renditevorsprung im Vergleich zu schwächer eingestuften Unternehmensschulden und zu Bundesanleihen - und das bei einem ordentlichen Rating.

Leichte Steigerung bei Umsatz und Ebit erwartet

Die Degussa AG hat mit einer nach eigener Einschätzung „sehr erfreulichen“ Entwicklung im zweiten Quartal die Markterwartungen für Umsatz und Gewinn übertroffen. Der Umsatz kletterte in den drei Monaten von April bis Juni um sechs Prozent auf 2,84 Milliarden Euro, wie die RAG-Tochter am Montag bekannt gab. Von Dow Jones Newswires zuvor befragte Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Umsatzrückgang auf 2,77 Milliarden Euro gerechnet. Auch mit ihren Ergebniszahlen übertraf Degussa die Quartals-Prognosen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), das um sechs Prozent auf 264 Millionen Euro zunahm, hatten Analysten zuvor lediglich bei 237 Millionen gesehen.

Der Überschuß legte auf 102 Millionen Euro zu von zuvor 38 Millionen Euro. Die Konsensprognose hatte lediglich bei 89 Millionen Euro gelegen. Nach Angaben von Degussa haben alle Unternehmensbereiche im zweiten Quartal Umsatz und operativen Gewinn bei hoher Mengennachfrage “spürbar“ verbessert. Der Anstieg des Ergebnisses wurde vom starken Euro und den hohen Rohstoffpreisen gebremst.

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seinen Ausblick. Degussa bleibe weiterhin verhalten optimistisch, sagte Degussa-Chef Utz-Hellmuth Felcht. Im Kerngeschäft werde nach wie vor eine leichte Steigerung bei Umsatz und Ebit erwartet. Degussa rechne mit einer Fortsetzung der weltweiten konjunkturellen Erholung. „Jedoch werden sich die zuletzt deutlich gestiegenen Rohstoffkosten dämpfend auf das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr auswirken“, wird eine Mitteilung des Konzerns von Reuters zitiert.

Bessere Rendite als schwächer eingestufte Thyssen-Anleihe

Unter dem Strich wird sich die Ertragslage von Degussa folglich verbessern, wenn der Konzern seine Prognose einhält. Und dies nutzt grundsätzlich den Kursen seiner Schuldpapiere, da Zahlungsschwierigkeiten (noch) unwahrscheinlicher werden. Bei einem Rating von Baa1 bei Moody´s und BBB+ bei Standard&Poor´s stehen Bedenken ohnehin nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr reflektiert das Rating nach Einschätzung von Rentenmarkt-Experten die gute Stellung der Degussa im Markt.

Das Rating ist auch mit Blick auf die Rendite von knapp 4,8 Prozent wichtig, die die mit 5,125 Prozent verzinste Anleihe bei einem aktuellen Kurs von 102,50 Prozent bringt. Zum Vergleich: Der bis 2011 laufende Fünfprozenter von ThyssenKrupp rentiert bei einnem Kurs von 101,95 Prozent mit 4,65 Prozent - und bei einem um zwei Stufen schwächeren Rating von Baa3 bei Moody´s. Und eine 2013 fällige Bundesanleihe wirft knapp vier Prozent ab. Die Attraktivität der Degussa-Anleihe wird noch durch die vorteilhafte technische Lage gestützt: Der Titel bewegt sich nach seiner Kursdelle vom Juni im Aufwärtstrend.

Solange die Zinsen in Amerika nicht aggressiv erhöht werden und in Europa nicht steigen, bleibt die Anziehungskraft dieser Anleihe bestehen. Die Kursdelle im Juni als Folge der Diskussion um mögliche sprunghafte und deutliche Zinserhöhungen hat aber gezeigt, daß dies nicht so bleiben muß, schon gar nicht dauerhaft. Deshalb sollten Anleger, um mögliche deutliche Kursverluste auszusitzen, falls nötig zum Halten bis zur Fälligkeit bereit sein.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der 2003 aufgelegten Anleihe von Degussa.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Dow Jones-vwd/Reuters
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