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Rentenmarkt Australische Zinssenkung beflügelt den Rentenmarkt

07.10.2008 ·  Die australische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer starken Leitzinssenkung. Die Börsianer reagieren darauf wie der Hund Pawlows: Sie geifern nach mehr und wetten auf Kursgewinne. Die gibt es zumindest am australischen Rentenmarkt.

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Die australische Zentralbank überraschte am Dienstag die Märkte mit einer überraschend starken Leitzinssenkung um einen Prozentpunkt von sieben auf nun sechs Prozent. Die Finanzmärkte des Landes reagieren darauf positiv: Der Standard & Poors Australian Stock Exchange 200 Indes liegt im späten lokalen Handel mit einem Plus von 1,72 Prozent bei 4.68,7 Zählern, der australische Dollar legt gegen das amerikanische Pendant 2,5 Prozent zu auf 72,78 amerikanische Cents je Aussie-Dollar. Der Rentenmarkt verbucht deutliche Kursgewinne.

Nicht nur die australischen Märkte reagieren nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Tage und Wochen zumindest technisch etwas erleichtert, sondern auch die Börsen in Singapur, Taiwan und Südkorea. Schnell sind die mehrheitlich notorisch optimistischen Marktteilnehmer bei der Hand und erwarten nun eine koordinierte Zinssenkungsaktion weltweit, obwohl tiefe Zinsen in einem Umfeld mit gestörten Vertrauensverhältnissen unter den Banken überhaupt nichts bringen.

Schnell kommt die Hoffnung auf eine koordinierte Zinssenkungsrunde auf ...

Im Gegenteil, sie bergen in sich die Gefahr, dass in Zukunft eine neue Kurs- oder Preisblase erzeugt wird, in welchem Bereich auch immer sie sich zeigen mag. Zudem ändern Zinssenkungen nichts an den Kernproblemen: Dem schwachen amerikanischen Immobilienmarkt, den hohen Schulden und vor allem auch an der Neigung zum Überkonsum auf Kredit. Tatsächlich müsste gerade in den angelsächsischen Staaten die Sparneigung erhöht werden. Dafür wären höhere Zinsen sinnvoller, als tiefe. Geringe Zinsen beschneiden nämlich die Spareinkommen und damit indirekt den Konsum, der sich auf diese Weise nachhaltiger als auf Pump entwickeln ließe.

Aus diesem Grund sind die tiefen Zinsen in Japan schon seit Jahren kontraproduktiv. Die Unternehmen brauchen sie nicht. Dagegen werfen die riesigen Ersparnisse der Konsumenten zu wenig ab, als dass die Binnenkonjunktur - sie ist deutlich wichtiger als die Exportwirtschaft des Landes - über sie beflügelt werden könnte.

... dabei wird sie die durch verschiedene Argumente relativiert

Die Hoffnungen auf eine koordinierte Zinssenkungsrunde sind nicht sonderlich sinnvoll. Das zeigt sich alleine schon daran, dass die indonesische Notenbank ihren Leitzins am Dienstag um weitere 25 Basispunkte auf 9,50 Prozent erhöht hat. Er wurde seit Beginn des Straffungszyklus im Mai um insgesamt 150 Basispunkte angehoben. In einer Mitteilung der Notenbank wird zur Begründung auf den Inflationsdruck sowie die schwache Landeswährung verwiesen.

Auf diese Weise zeigt sich, dass manche Staaten gar nicht den Spielraum für Zinssenkungen haben. Während sie in Staaten wie Australien und Neuseeland aufgrund der überbewerteten Währung denkbar sein mögen, gilt das für andere nicht. So stehen die Währungen in Island, Südkorea, Pakistan, Rumänien, Südafrika und nicht zuletzt auch Indiens unter Abwertungsdruck.

In Australien jedoch deuten die Zeichen auf eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung hin. Der Arbeitsmarkt entspannt sich, das Geschäftsvertrauen ist schwach, die Baubeginne und -genehmigungen gehen zurück, es werden weniger neue Autos verkauft als in der Vergangenheit und sogar die Inflationserwartungen bilden sich - ausgehend von einem hohen Niveau etwas zurück.

Diese Entwicklung mag positiv sein, für den Rentenmarkt des Landes. Die Rendite der Staatsanleihen ist vom Juni des vergangenen Jahres von 6,8 auf zuletzt 5,06 Prozent gefallen. Ihr Trend zeigt weiterhin nach unten. Dagegen dürfte die Währung in der Tendenz weiter korrigieren. Auf der Börse lasten die grundsätzlich die Unsicherheiten der Kreditkrise, die schwächelnden Rohstoffpreise sowie die sinkenden Unternehmensgewinne.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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