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Rentenmarkt-Ausblick Banken rechnen 2004 mit steigenden Renditen

11.12.2003 ·  Bei den deutschen Banken sehen Experten die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen bis Ende 2004 auf 4,81 Prozent anziehen. Die Spanne der Prognosen reicht dabei von 4,3 Prozent bis auf 5,4 Prozent.

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Die Experten bei den Finanzinstituten gehen im Jahr 2004 von steigenden Zinsen aus. Die Rendite bei den Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren, die aktuell rund 4,35 Prozent beträgt, wird Ende Dezember des kommenden Jahres im Schnitt bei 4,81 Prozent gesehen. Dies ergibt sich aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur von vwd unter 13 Banken.

Die Spanne der Prognosen reicht dabei von 4,3 Prozent bis auf 5,4 Prozent. Die Rendite der Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren wird zum Jahreswechsel 2004/05 bei 4,13 Prozent erwartet. Während die Institute von einem EZB-Refi-Tender zur Jahresmitte von durchschnittlich 2,02 Prozent ausgehen, wird dieser Satz der Umfrage zufolge zum Jahresende auf einen theoretischen Wert von 2,38 Prozent steigen. Drei Banken gehen allerdings davon aus, daß der Refinanzierungstender über das Jahr 2004 auf einem unveränderten Niveau von zwei Prozent verharren wird.

Prognosen basieren auf einem anziehenden Wirtschaftswachstum

Bestimmend für das erste Halbjahr 2004 dürfte die Aussicht sein, daß in den Kernländern der Eurozone die mehrjährige Wachstumsschwäche überwunden wird. Der wahrscheinlich noch an Fahrt gewinnende Welthandel und ein damit einhergehender Exportzuwachs wird nach Aussage der Volkswirte von Helaba Trust der Impulsgeber sein.

In Verbindung mit der vorgezogenen Steuerreform sowie einer gewissen Entspannung an der Reformfront in Deutschland und Frankreich werde auch der Konsum vermutlich wieder einen stärkeren Wachstumsbeitrag leisten. Das Wirtschaftswachstum dürfte 2004 mit knapp zwei Prozent noch leicht unter dem langfristigen Potenzial bleiben. Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die EZB ihre Niedrigzinspolitik auch im kommenden Jahr fortsetzt, wird als hoch eingestuft.

Wann bewegen sich die amerikanische und die europäische Notenbank

Insbesondere mit Blick auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen im November 2004 werde der Anreiz für die Regierung Bush weiter zunehmen, über fiskalische Maßnahmen einen spürbaren Aufschwung auch am Arbeitsmarkt zu erzielen. Das Haushaltsdefizit werde weiter wachsen, zumal die Kosten für das Engagement im Irak hoch blieben. Somit werde der Kapitalbedarf des Staates weiter steigen und zu einem hohen Anteil im Ausland gedeckt werden.

Die Rentenmärkte warten nach Einschätzung der volkswirtschaftlichen Abteilung der DZ Bank darauf, daß die amerikanische Notenbank und die EZB dem Beispiel der Bank of England folgen und die Leitzinsen erhöhen. Die EZB hatte zuletzt einen weniger starken Rückgang der Inflationsrate für die kommenden Monate prognostiziert.

Dennoch sollte der weiterhin günstige Inflationsausblick - trotz sich mehrender Anzeichen einer steigenden Konjunkturdynamik - weltweit insbesondere der amerikanischen Notenbank, aber auch der EZB, den Spielraum geben, noch einige Zeit an der Niedrigzinspolitik festzuhalten. Die Volkswirte der DZ Bank gehen unverändert davon aus, daß die Zinswende erst in der zweiten Jahreshälfte 2004 eingeleitet wird.

Der Chart zeigt die Entwicklung der Rendite bei den zehnjährigen deutschen Bundesanleihen.

Quelle: vwd
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