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Rentenmarkt Anleihe von Heineken bietet Renditeaufschlag

05.10.2004 ·  Der Bierriese Heineken steigert seinen Umsatz durch Übernahmen. Der Gewinn dagegen stagniert. Das spricht im Moment gegen die Aktie. Anleihen des Unternehmens bieten immerhin einen Renditeaufschlag von 0,6 Prozentpunkten.

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Die Übernahmewelle auf dem deutschen Biermarkt wird unter Beteiligung ausländischer Konzerne vorangetrieben. Die Münchner Brau Holding, an der der niederländische Bierriese Heineken maßgeblich beteiligt ist, schluckt die traditionsreiche Fürstenberg-Brauerei. Der Paulaner-Hersteller stärkt damit vor allem die Position in Süddeutschland und dürfte unter Einrechnung von Minderheitsbeteiligungen auf Rang drei in Deutschland nach Oetker mit den Marken Radeberger und Jever und dem belgischen InBev-Konzern mit der Marke Beck's kommen.

Die Marke Fürstenberg bleibe ebenso erhalten wie der Produktionsstandort Donaueschingen in Baden-Württemberg, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Die 290 Mitarbeiter der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei KG sollen übernommen werden. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. „Der Verkauf war die einzige Möglichkeit, die Existenz der Brauerei zu sichern“, sagte der bisherige Brauereibesitzer Heinrich Fürst zu Fürstenberg. Angesichts des schwieriger werdenden Marktes und des steigenden Kostendrucks habe das mittelständische Familienunternehmen seit Ende des Jahres 2002 nach einem Käufer gesucht gesucht. Obwohl die Brauerei schwarze Zahlen geschrieben habe, sei für die Zukunft ein starker Partner nötig.

Der dürfte mit Heineken gefunden worden sein. Das Unternehmen ist weltweit aktiv und konnte in den vergangenen Jahren unter anderem durch Übernahmen den Umsatz deutlich steigern. Das schlägt sich zumindest bisher noch nicht in der Gewinnentwicklung nieder, denn der Gewinn je Aktie stagniert seit dem Jahr 2001. Auch für das laufende und das kommende Jahr ist diesbezüglich keine Änderung absehbar. Damit drängt sich die Aktie nicht gerade auf.

Anders kann es dagegen für Rentenanleger aussehen. Denn Heineken hat auch einige Anleihen ausstehen. Zum Beispiel das ins Jahr 2013 laufende Papier mit einem Kupon von fünf Prozent. Mit einer Rendite von aktuell 4,6 Prozent bietet es im Vergleich mit einer zehn Jahre laufenden Bundesanleihen einen Renditeaufschlag von 60 Basispunkten oder 0,6 Prozentpunkten.

Da das Unternehmen in den vergangenen Jahren ständig Gewinne erzielt hat, seit zehn Jahren jährlich eine ordentliche Dividende ausschüttet, einen starken Cashflow erwirtschaftet und nicht übermäßig verschuldet ist, dürfte es auch die Anleihen bedienen können. Es sei denn, die Konsumenten würden weltweit ihren Bierkonsum von heute auf morgen plötzlich einschränken, gar einstellen oder es brächen beispielsweise schwarze Löcher in der Bilanz auf. Dafür gibt es allerdings momentan keine Anzeichen.

Auf dieser Basis kann die Anleihe für Anleger eine interessante Beimischung zum Portfolio darstellen. Allerdings sollten sie die aktuelle Rendite interessant finden und bereit sein, das Papier bis zum Ende der Laufzeit zu halten. Denn während der Laufzeit kann sich die Zinslandschaft deutlich wandeln und den Kurs des Papiers deutlich beeinflussen. Sollten die Zinsen beispielsweise steigen, dürfte der Kurs der Anleihe während der Laufzeit fallen. Auch wenn sie am Ende der Laufzeit mit 100 Prozent zurückgezahlt wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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