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Rentenmärkte Rating für argentinische Anleihen gesenkt

31.10.2008 ·  Die Ratingagentur Standard & Poor's hat am Freitag die Bonitätsnote für argentinische Fremdwährungsanleihen von B auf B- gesenkt. Anlagen in Amerika wurden eingefroren, da Gläubiger Zugriff auf Pensionsfonds suchen.

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Die Ratingagentur Standard & Poor's hat am Freitag die Bonitätsnote für argentinische Fremdwährungsanleihen von B auf B- gesenkt. Die Agentur begründete den Schritt mit den „erhöhten Sorgen über die Verschlechterung des wirtschaftlichen und politischen Umfeldes in Argentinien und die daraus resultierende Belastung der Staatsfinanzen“.

Die schwächere Weltwirtschaft drücke die Preise von Agrargütern, deren Export eine wichtige Stütze der Staatseinnahmen und der Handelsbilanz sei. „Der unerwartete Vorschlag der Regierung, die privaten Rentenkassen wieder in Staatshand zu übertragen, hat die lokalen Finanzmärkte und das allgemeine Vertrauen erschüttert", so die Ratingexperten.

Schuldendienstzahlungen in Höhe von 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - kein Zugang zum Kapitalmarkt

Argentinien müsse in den kommenden zwölf Monaten Schuldendienstzahlungen in Höhe von 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufbringen und habe keinen Zugang zum internationalen Kapitalmarkt. Auch die Fähigkeit, im Inland neue Anleihen zu emittieren, erscheine unsicher. Die Verstaatlichung der Rentenfonds könnte allerdings jährliche Zusatzeinnahmen in Höhe von 1,3 Prozent des BIP in die Staatskasse lenken.

Ein amerikanisches Gericht hat derweil Anlagevermögen argentinischer Pensionsfonds in den Vereinigten Staaten bis zu einem Gesamtwert von 554 Millionen Dollar vorläufig eingefroren. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa folgte damit dem Antrag von Gläubigern des argentinischen Staates, die auf die volle Bedienung ihrer seit 2002 notleidenden Forderungen aus argentinischen Staatsanleihen geklagt haben. Nachdem die argentinische Regierung vergangene Woche ein Gesetz zur Überführung der bisher auf individuellen Konten angesparten Pensionsrücklagen an die staatliche Rentenkasse angekündigt hat, könnten die bisher privaten Anlagen der Fonds demnächst in Staatsvermögen übergehen und damit pfändbar werden, argumentieren die Gläubiger.

Regierung hat private Rentenfondsverwalter angewiesen, Auslandsanlagen zu repatriieren

Argentinien hatte 2002 die Zahlung seiner Staatsschulden eingestellt. Das 2005 erfolgte Umschuldungsangebot Argentiniens, bei dem die Regierung den Gläubigern von 102 Milliarden Dollar Zins- und Anleiheschulden einen Verzicht auf mehr als 70 Prozent ihrer Forderungswerte abverlangt hatte, wurde damals von Gläubigern eines Viertels der Gesamtschulden nicht angenommen. Viele dieser Gläubiger haben vor internationalen Gerichten erfolgreich die volle Bedienung ihrer Forderungen eingeklagt und versuchen sie durch Vollstreckung in argentinisches Staatsvermögen zu befriedigen.

Für die Gläubiger war jetzt Eile geboten. Die argentinische Regierung hatte die noch privaten Rentenfondsverwalter (AFJPs) am Mittwoch angewiesen, ihre Auslandsanlagen zu repatriieren. Die argentinischen Pensionsfonds hatten Ende September etwa 10 Prozent ihres Gesamtvermögens von rund 95 Milliarden Pesos (etwa 28 Milliarden Dollar) im Ausland investiert. Unklar ist, wie viel von den rund 2,6 Milliarden Dollar Auslandsanlagen in den Vereinigten Staaten investiert sind. Der größte Teil der AFJP-Auslandsanlagen dürfte auf brasilianische Finanztitel entfallen. Der Richter Griesa hat für den 6. November eine Anhörung der Parteien anberaumt, um über sein weiteres Vorgehen zu entscheiden. Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner hatte die geplante Verstaatlichung der privaten Rentenfonds mit der Erfordernis begründet, die Rücklagen der Beitragszahler vor der internationalen Finanzkrise zu schützen.

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