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Rentenmärkte Inflationsgeschützte Anleihen sehen relativ attraktiv aus

02.02.2004 ·  Es gibt immer mehr Anleihen mit Inflationsschutz. Sie haben eine andere Charakteristik als „normale“ Anleihen und eignen sich zur Diversifikation. Sie scheinen momentan im Vergleich mit Aktien attraktiv zu sein.

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Die Anzahl ausstehender Anleihen mit einem Inflationsschutz in Amerika und Europa wird immer größer. Dieser Trend dürfte anhalten. Denn auf der einen Seite können die Emittenten ihre Verbindlichkeiten an die Steuereinnahmen anpassen, während Versicherer und Pensionsfonds ihre Anlagen effizienter an künftige Verbindlichkeiten anpassen können.

Wie der Name schon sagt, bieten inflationsgeschützte Anleihen einen gewissen Schutz gegen inflationäre Risiken. Denn die Schuldner sind verpflichtet, sowohl einen inflationsbereinigten Betrag am Ende der Laufzeit und einen festen Kupon auf diesen angepaßten Wert zu zahlen. Der Markt scheint zwar gewisse Probleme mit der Beurteilung der Instrumente zu haben. Denn die Zinssensitivität läßt sich nicht so einfach berechnen, wie bei normalen Anleihen. Für Komplexität sorgt auch die Tatsache, daß der Preisunterschied zu normalen Anleihen schwankt. Dabei ist die Differenz teilweise positiv oder negativ.

Anleihen haben in jüngster Vergangenheit vergleichweise gut abgeschnnitten

Vergleicht man die Wertentwicklung inflationsgeschützter Produkte mit normalen Anleihen, Aktien und Rohstoffen, so haben in den vergangenen Jahren sowohl normale als auch geschützte Anleihen ähnlich gut abgeschnitten (Vergleich: erste Graphik, siehe auch: Marktneutrale Hedge Fonds-Strategien schlagen sich gut). Allerdings wurde dieser Vergleich in einer Periode mit niedriger Inflation gemacht. Auf dieser Basis dürfte sich erklären lassen wieso inflationsgeschützte und „normale“ Anleihen ähnlich abgeschnitten haben.

Im Unterschied zu Immobilien und Rohstoffen haben inflationsgeschützte Anleihen Vorteile. Denn sie sind leichter handelbar und sie bieten in Form der Kupons einen positiven Ertrag. Bezogen auf Anleiheportfolios bieten sie weitere Vorzüge. So ließ sich nach Berechnungen der Deutschen Bank in den vergangenen drei Jahren die Volatilität von Anleiheportfolios mit der Beimischung von indexierten Anleihen reduzieren, ohne die Rendite zu beeinträchtigen (siehe Abbildung 2). Dabei zeigen 0% jeweils ein normales Anleiheportfolio. Die weiteren Punkte auf den jeweiligen Rendite-Risiko-Kurven ergeben sich, wenn man jeweils fünf Prozent inflationsgeschützte Anleihen mehr beimischt - bis man am Schluß nur noch diese Produkte im Portfolio hält.

Inflationsgeschützte Anleihen verringern das Risiko eines Portfolios

Im Jahr 2003 bestand die optimale Mischung aus etwa 50 Prozent normalen und 50 Prozent geschützten Anleihen. Sie führten zu einer Rendite von etwa 5,8 Prozent bei einer Volatilität von deutlich weniger als drei Prozent. Diese Kombination ist im Vergleich mit schwankungsanfälligen Aktien relativ interessant. Grundsätzlich ist die Renditeentwicklung von inflationsgeschützten Anleihen nach Berechnungen der Deutschen Bank weniger schwankungsanfällig, als die normaler Anleihen. Und damit ist auch die Duration geringer.

Interessantes ergibt sich aus dem Vergleich der realen Rendite von Aktien- und Rentenmärkten. Berechnet man die Risikoprämie von Aktien als Dividendenrendite plus reales Dividendenwachstum minus realer Anleiherendite, so scheinen aktuell die inflationsgeschützten Anleihen interessant zu sein. Denn die Dividendenrendite in Amerika liegt aktuell nahe an einem historischen Tief und sollte eigentlich in näherer Zukunft steigen.

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25.05.2012 22:03 Uhr
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