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Reaktion auf mögliche Rezession S&P senkt Rating von Frankreichs größter Bank

Die Ratingagentur erwartet wachsende volkswirtschaftliche Risiken in Frankreich. Dies könnte vor allem den Immobilienmarkt treffen. Darunter dürften die BNP Paribas und andere Banken spürbar leiden.

© dapd Vergrößern Konjunktursensibel: Pariser Hauptsitz der Bank BNP Paribas

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat eine Reihe von französischen Banken herabgestuft, weil sie besonders von einer längeren Rezession in Frankreich und dem Euroraum betroffen sein könnten. An erster Stelle ist davon der Marktführer BNP Paribas betroffen, dessen Bewertung um eine Stufe von „AA-“ auf „A+“ mit negativem Ausblick fällt. Für zehn weitere Banken, darunter die großen Anbieter Société Générale und Crédit Agricole, hat S&P den Ausblick gesenkt.

Christian Schubert Folgen:      

Am Aktienmarkt mieden die Anleger am Freitag die Papiere französischer Banken. Die Aktie der BNP Paribas verlor in Paris zeitweise mehr als 3i Prozent an Wert. Die Kurserholung seit dem Sommer fand damit vorerst ein Ende. Société Générale fielen um fast 4 Prozent. Die zweitgrößte französische Bank ist zusätzlich dadurch belastet, dass zwei amerikanische Bundesstaaten sie wegen des Verdachts von Zinsmanipulationen im Zuge der Libor-Affäre anklagen wollen.

Abstand zur niedrigen Risikoklasse wächst

Die amerikanische Ratingagentur lobt zwar die Konsolidierungsbemühungen der Finanzunternehmen, die Kosten senken, ihr Eigenkapital stärken und sich von Verlustbringern im Ausland trennen, wie etwa der Verkauf der griechischen Bank Emporiki durch den Crédit Agricole zeige. Doch das wirtschaftliche Umfeld auf dem zunehmend wichtigen Heimatmarkt Frankreich trübe sich ein. S&P bewertet das Land nun als weniger widerstandsfähig.

Aus der zweitniedrigsten Risikoklasse mit Ländern wie Niederlande Belgien, Norwegen, Schweden, Österreich sowie Kanada und Japan rutscht Frankreich jetzt in die drittniedrigste Kategorie. Damit werden die volkswirtschaftlichen Risiken in Frankreich ähnlich hoch eingeschätzt wie für die Vereinigten Staaten, Hongkong, Taiwan, Dänemark und Neuseeland. Der Abstand zur niedrigsten Risikoklasse der Länder Schweiz, Finnland und Deutschland wächst.

Als ein spezifisches Risiko in Frankreich sieht S&P den Immobilienmarkt. Dort gab es bis zum Jahr 2008 kräftige Preisanstiege, danach aber kaum Korrekturen. Die Ratingagentur hält nun einen Preisrückgang von 10 bis 15 Prozent in den kommenden zwei bis drei Jahren für möglich.

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Besonders bei BNP Paribas gilt zudem das starke Engagement in südeuropäischen Ländern wie Italien als problematisch, wo der Finanzkonzern die große Tochtergesellschaft BNL führt. Der französischen Regierung weist S&P ebenfalls Mitverantwortung zu: Sie hat die Obergrenzen für das steuerlich begünstigte Sparbuch Livret A erhöht, an dem die Banken nichts verdienen. Die französischen Kunden ziehen daher Mittel von gewinnbringenden Anlagen ab.

Kritische Worte findet S&P auch für die Qualität der französischen Bankenaufsicht. Sie habe zwar Zusammenbrüche von Banken in den vergangenen zehn Jahren verhindert und die Krise von 2008 vergleichsweise gut gemeistert, doch die darauf folgenden Beinahe-Pleiten der Banken Dexia sowie Crédit Immobilier de France setzten Fragezeichen hinter die Wachsamkeit der Behörden. Daher stuft S&P das Abschneiden der Aufsicht jetzt nur noch als „mittelmäßig“ ein.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 26.10.2012, 15:35 Uhr

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