Home
http://www.faz.net/-gv6-75wpy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Ratingagentur Fitch Ohne Reformen der Rentensysteme droht neue Finanzkrise

Die demographische Entwicklung der Industrienationen könnte ihnen bald ökonomisch zum Verhängnis werden. Davor hat die amerikanische Ratingagentur Fitch in einer am Montag veröffentlichten Studie gewarnt. Den Experten zufolge droht ohne Reformen der Rentensysteme eine neue Finanzkrise.

© dapd Ohne umfangreiche Reformen des Rentensystems droht in einigen Staaten das Verhältnis zwischen Schuldenberg und BIP zu „explodieren“.

Die Ratingagentur Fitch hat vor den Folgen der Überalterung in vielen Industrienationen gewarnt. Ohne „weitreichende Reformen der Rentensysteme“ drohe diesen Ländern  „langfristig eine zweite Finanzkrise“, heißt es in einer Studie, die am Montag in Paris veröffentlicht wurde. Staaten mit einer guten Reform-Bilanz hätten hingegen mehr Handlungsspielraum. Dies gelte beispielsweise für Portugal, Italien und Griechenland.

Nach Berechnungen der Ratingagentur könnte das durchschnittliche Verhältnis zwischen der öffentlichen Verschuldung und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU ohne tiefgreifende  Rentenreformen bis 2020 um fast 7 Prozent ansteigen und bis 2050 um gut 119 Prozent. Für die Euro-Zone sei bis 2050 mit einem Anstieg um fast 111,5 Prozent zu rechnen.

Japan, Irland und Zypern besonders betroffen

In einigen Staaten drohe das Verhältnis zwischen Schuldenberg und BIP zu „explodieren“. Besonders betroffen sind demnach Japan, Irland und Zypern. Sehr langfristig drohten Luxemburg, Belgien, Malta und Slowenien die schwerwiegendsten Auswirkungen. Für Deutschland rechnet die Agentur trotz der Überalterung der Bevölkerung mit geringeren Folgen für den Staatshaushalt.

Mehr zum Thema

In den sogenannten Maastricht-Kriterien zur Euro-Stabilität ist vorgeschrieben, dass die Gesamtverschuldung eines Staates nicht mehr als 60 Prozent seines BIP überschreiten darf. Dagegen verstoßen aber die meisten der 17 Euro-Staaten. In Deutschland liegt die Schuldenquote derzeit bei rund 80 Prozent des BIP.

Quelle: FAZ.net mit AFP

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Börsenturbulenzen Die große Schwellenangst

China lässt die Aktienkurse taumeln. Aber die Welt hat größere Probleme. Sie muss sich auf ein langsameres Wachstum in Asien, Afrika und Lateinamerika einstellen. Mehr Von Johannes Pennekamp

27.08.2015, 11:05 Uhr | Wirtschaft
Federica Mogherini in Lübeck EU-Außenbeauftragte warnt vor Grexit

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat beim Treffen der G7 in Lübeck vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone gewarnt. Zu den G7-Staaten, deren Außenminister sich seit Dienstag zu Gesprächen treffen, gehören die Vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Mehr

15.04.2015, 15:38 Uhr | Politik
Mayers Weltwirtschaft Der China-Crash

China macht die Finanzmärkte nervös. Aber zu sehr zu ängstigen brauchen wir uns nicht: Der Weltwirtschaft droht keine Rezession. Mehr

29.08.2015, 16:50 Uhr | Wirtschaft
Finanzkrise Lettland hat kein Verständnis für die Griechen

Lettland steckte 2008 selbst in einer schweren Finanzkrise. Ein Hilfsprogramm nebst Lohn- und Rentenkürzungen half ihm damals aus der Not. An Griechenland signalisieren die Letten nun, dass es ohne Reformen keine EU-Hilfen gibt. Mehr

16.07.2015, 10:45 Uhr | Politik
Haushalt Amerikas Schulden sind auf Dauer nicht tragbar

Der Schuldenberg Amerikas schrumpft nur vorübergehend, warnen Budgetexperten. Steigende Sozialausgaben und höhere Zinszahlungen werden sich auswirken. Mehr Von Winand von Petersdorff, Washington

26.08.2015, 07:00 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 21.01.2013, 16:41 Uhr

Wertpapiersuche
Zinsen