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Ratenkredite Bankkunden zahlen zuviel Zinsen

Bankkunden sind zu gutgläubig und zahlen häufig zu viel Zinsen, wenn Sie einen Kredit aufnehmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Jeder dritte Kreditnehmer holt keine Vergleiche von anderen Banken ein.

© F.A.Z. Vergrößern

Eigentlich misstrauen viele Menschen den Banken inzwischen. Aber wenn sie sich Geld leihen wollen, geben sich viele Verbraucher weiter auf Treu und Glauben in die Hand ihres Kreditinstituts. Zum Beispiel beim Ratenkredit. Nach einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von marktvergleich.de ( www.marktvergleich.de) nimmt jeder dritte Kreditnehmer in Deutschland das erstbeste Angebot seiner Bank an. Von einem Preisvergleich im Internet haben vier von fünf Kunden noch nie gehört. „Die Deutschen verschenken bares Geld“, lautet das Fazit der Studie.

Diese Unbedarftheit nutzen die Banken aus. Trotz rasant gesunkener Leitzinsen haben sich die Zinsen für Ratenkredite seit Oktober nur leicht verbilligt: im Durchschnitt von 8,3 auf 8,1 Prozent. Günstiger werden die Darlehen so schnell wohl nicht mehr, denn in der Rezession achten die Institute genauer auf das Risiko und sortieren Anträge noch härter aus.

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„Ein Zinssatz zwischen vier und fünf Prozent ist meist ein Lockvogelangebot“

In der Werbung aber unterbieten die Banken einander mit verführerisch niedrigen Zinsen. Der Marktführer Citibank hat das Billigangebot „ab 3,99 Prozent“ im Angebot. Doch solch gute Konditionen ergattern in der Regel nur ein bis fünf Prozent der Kunden - selbst bei beachtlichem Einkommen und sicherem Arbeitsplatz. „Ein Zinssatz zwischen vier und fünf Prozent ist meist ein Lockvogelangebot“, sagt der Kölner Banken-Professor Thomas Hartmann-Wendels. Der höhere Zins kann teuer werden. Bei einem Kredit von 5000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren muss ein durchschnittlicher Konsument bis zu 250 Euro mehr Zinsen zahlen als ein Spitzenverdiener mit bester Bonität (siehe Tabelle).

bankberater © Matthias Luedecke / F.A.Z. Vergrößern Viele Kunden vertrauen ihrer Bank - manchmal zu sehr

Der individuelle Zinssatz berechnet sich nach Schulden, Wohnort, Alter und Einkommen. Die Hälfte der Kunden bekommt eine „mittlere Bonität“ bescheinigt. Das allerdings ist schon die Untergrenze für einen Kredit, die Bank verlangt dann enorme Zinsen. Wie die Banken die unterschiedlichen Faktoren gewichten, bleibt ihr Geheimnis. In einer Stichprobe der Verbraucherzentralen boten die Banken demselben Kunden Zinsen zwischen 7,99 und 13,49 Prozent an.

Angebote von mehreren Instituten einholen

Künftig will die Bundesregierung wenigstens Lockangebote verhindern, und zwar noch vor der Bundestagswahl im Herbst. Die Banken sollen dann nur noch mit Zinsen werben dürfen, die mindestens zwei Drittel der Kunden tatsächlich bekommen.

Unabhängig davon sollten Verbraucher stets Angebote von mehreren Instituten einholen. Dabei sollten sie darauf achten, dass der Bankberater bei der Auskunftei Schufa nur eine Anfrage für ein Kreditangebot und nicht für einen Kredit stellt. Letztere verschlechtert die Bewertung bei der Schufa.

Einen Überblick über die Zinsen gibt der FAZ.NET-Ratenkreditrechner. Am Ende kommen die meisten Kunden besser bei den Banken weg, die Einheitszinsen haben. Für kleinere Beträge reicht sogar der Dispo-Kredit auf dem Girokonto. Der kostet zwar rund 12 Prozent, aber für alle Kunden. Und ein Antrag ist auch nicht nötig.

Quelle: F.A.S.

 
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