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Pfandbriefe BBVA-Cédulas sind ein solides Basis-Investment

16.02.2007 ·  Der spanische Bankenriese BBVA expandiert weiter und kauft in Texas zu. Das bekommt der Aktie schlecht, vor allem weil eine Kapitalerhöhung ansteht. Die Solidität der Pfandbriefe wird davon nicht berührt.

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Lateinamerika ist für spanische Unternehmen ein nahe liegendes Expanisonsfeld. So auch für Banken wie die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die in Mexiko die größte Kreditbank ihr eigen nennt.

Indes scheinen die Absichten lange schon über den Süden des Kontinents hinauszugehen, wie der neueste Zukauf des Instituts verdeutlicht. Für rund 9,6 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) will die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Bank Spaniens die amerikanische Regionalbank Compass Bancshares übernehmen.

Solide Finanzierung der Expansion

Die texanische Regionalbank betreibt 415 Filialen in den Bundesstaaten Alabama, Arizona, Colorado, Florida, New Mexico und Texas. Compass zählt sich selbst zu den 30 größten Banken der Vereinigten Staaten, wies zuletzt ein Einlagevolumen von 31 Milliarden Dollar aus und erzielte 2006 einen Rekordgewinn von 460,4 Millionen Dollar.

BBVA-Cédulas sind ein solides Basis-Investment

Den Aktionären von Compass bietet BBVA nach eigenen Angaben 71,82 Dollar je Anteilsschein in bar oder 2,8 American Depositary Receipts (ADS) der BBVA. Insgesamt werde die Bank 48 Prozent des Kaufpreises in bar und 52 Prozent durch Aktien begleichen. Dazu sollen rund 196 Millionen neue Aktien ausgeben und mithin das Kapital um etwas mehr als fünf Prozent erhöht werden.

Zur Finanzierung der Barkomponente will sich die BBVA von anderen Beteiligungen trennen. Zum Verkauf stehe insbesondere der gesamte Anteil am spanischen Versorger Iberdrola von 5,46 Prozent. Hiermit soll ein Buchgewinn von 844,4 Millionen Euro erzielt werden.

Auf dem Weg zur amerikanischen Top-Bank

Mit der Übernahme erhalten die Spanier einen neuen Angelpunkt in Texas. BBVA hat diesen Markt wegen der dort fließenden Geldströme zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko für die Expansion des eigenen Geschäfts gewählt. Im vergangenen Jahr war das Institut erstmals auf dem amerikanischen Bankenmarkt aktiv geworden und hatte Banken in Texas gekauft. Im Juni 2006 hatte die BBVA die texanische Bancshares für rund zwei Milliarden Dollar erworben. Auch die Laredo National Bancshares und die State National Bancshares gehören mittlerweile der BBVA.

BBVA will nach eigenen Angaben in den Vereinigten Staaten, gemessen an der Größe, zu einer der 20 größten Banken aufsteigen. Analysten sehen die Akquisition als „strategisch“ gute Sache. Der Umsatzmix werde weiter diversifiziert und das Gewicht des Geschäfts in Mexiko werde verringert.

Die Börsianer in Madrid zeigen sich indes weniger begeistert und schicken die Aktien 2,5 Prozent auf 19,48 Euro in die Tiefe. „Vor allem die zur Finanzierung des Geschäfts geplante Kapitalerhöhung bringt die Aktie unter Druck“, sagt ein Börsianer.

Geringe Zahl von Problemkrediten

Die Art der Finanzierung kann Anleihenanlegern da schon mehr zusagen. BBVA ist auf dem Rentenmarkt vor allem als Emittent von Pfandbriefen im Zuge des expandierenden Immobilienmarkts bekannt geworden. Zur Eigenfinanzierung begibt das Unternehmen indes hauptsächlich Floater mit geringfügigem Aufschlägen auf den Drei-Monats-Euribor. Wie die meisten Pfandbriefe verfügen sie über ein erstklassiges „AAA“-Rating. Sie rentieren je nach Restlaufzeit zwischen vier und 4,5 Prozent.

Die BBVA hat im vergangenen Jahr den Nettogewinn auf bereinigter Basis um rund ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Euro steigern können. Dabei erzielte die Bank auf dem amerikanischen Kontinent mit Zuwächsen von über 30 Prozent die höchsten Wachstumsraten, wobei Mexiko und die Vereinigten Staaten mit 35 Prozent den größten Teil zum Konzerngewinn beisteuerten.

Vor allem aber zeigen sich Analysten von der Bilanzpolitik sehr angetan. Die Aktiva seien von guter Qualität, die Rückstellungspolitik defensiv, so dass Problemkredite zu 273 Prozent durch die Risikovorsorge gedeckt seien, obwohl das Unternehmen nicht spürbar unter der Zunahme notleidender Kredite in Spanien leide. Deren Anteil am gesamten Kreditvolumen betrage lediglich 0,83 Prozent, so die Analysten der DZ Bank.

Nachfrage nach Cédulas steigt

Zwar wird sich durch die Übernahmen nach den Worten von Vorstandschef Jose Ignacio Goirigolzarri das Ergebnis der Bank in den kommenden zwei Jahren verwässern und je Aktie 2008 um 1,12 Prozent und 2009 um 0,67 Prozent fallen, doch sind diese Einflüsse eher als geringfügig anzusehen. Für das Jahr 2010 gehe man dann wieder von einem Anstieg beim Ergebnis je Aktie von 0,2 Prozent aus, fügte Goirigolzarri hinzu.

Spanische Pfandbriefe (Cédulas) erreichen bislang nicht die Qualität deutscher Pfandbriefe, aufgrund eines geringeren Gläubigerschutzes. Vor allem werden sie aufgrund des fehlenden Deckungsregisters im Insolvenzfall nicht von anderen Forderungen getrennt behandelt, so dass ihre Qualität stark mit der des Emittenten verknüpft ist.

Dies soll sich durch eine neue Gesetzgebung in diesem Jahr ändern. Infolgedessen hat sich die Nachfrage nach Cédulas in diesem Jahr stark erhöht. Das konnte bislang indes im Allgemeinen nur den starken Kursverfall stoppen, der sich vor allem im Dezember ereignet hat.

Nichtsdestoweniger sehen die Analysten der DZ Bank Einengungspotential bei den Renditedifferenzen zum Swap-Satz. Zudem hat sich in den vergangenen Wochen so eine gewisse Bodenbildung ergeben.

Indes sind BBVA-Papiere nicht in allen Laufzeitenbereichen günstig, so dass sich mitunter Alternativen zu den Papieren finden lassen, die in jedem Fall grundsolide Investments darstellen. Indes stellt der spanische Immobilienmarkt eine Unbekannte dar. Denn viele Beobachter befürchten eine Abkühlung. In diesem Fall könnte die Zahl der Problemkredite zunehmen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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