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Pfandbriefe 2007 könnte wieder ein gutes Jahr werden

12.12.2006 ·  Nachdem die Kursentwicklung der Pfandbriefe bis zum Frühjahr noch pausierte, haben diese den Rest des Jahres eine sehr freundliche Entwicklung verzeichnet. Nach Ansicht der Analysten der DZ Bank könnte dies im kommenden Jahr so weitergehen.

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Nachdem sich der Pfandbriefmarkt in der Eurozone zwischen Ende 2003 und Herbst 2005 zwei Jahre lang gut entwickelte, trat er bis Mitte des laufenden Jahres mehr oder weniger auf der Stelle. Der Merrill Lynch EMU Pfandbrief Large Cap Index erreichte im Herbst 2005 den Stand von 152,30 Punkten und hatte damit zwölf Prozent zugelegt. Bis April 2006 gab er indes wieder bis auf 149,155 Punkte nach.

Vor wenigen Tagen erreichte er bei 153,142 Punkten einen neuen Höchststand. Seitdem aber haben die Pfandbriefindizes indes wieder etwas eingebüßt. Dafür verantwortlich könnten Gewinnmitnahmen sein. Denn der Kursanstieg der „Covered Bonds“ hat inzwischen dazu geführt, daß vor allem im kurzen und mittleren Laufzeitensegment die Swapspreads, also der Abstand zum Swapsatz, mittlerweile in den negativen Bereich gerutscht ist.

Deutsche Pfandbriefe verlieren Marktanteile

Für das kommende Jahr erwarten die Analysten der DZ Bank einen anhaltenden Boom in diesem Segment. Weniger verantwortlich dafür wird indes wohl der deutsche Jumbo-Pfandbrief sein. Hier dürfte das Nettoemissionsvolumen ebenso deutlich sinken wie im Jahr 2006. Das gilt besonders für das öffentliche Segment. Rund drei Viertel der fälligen Jumbo-Bonds im Jahr 2006 kamen aus diesem Segment, im kommenden Jahr werden es zwei Drittel sein.

Hingegen sei mit einer regen Emissionstätigkeit weniger zu rechnen, zumal sich das Geschäft als nicht mehr rentabel für die Emissionsbanken erweisen könnte, wenn die Renditekurve weiter flach bleibt.

Das voraussichtliche Ansteigen des Emissionsvolumens auf ein neues Rekordniveau ist vielmehr eine Folge des Exporterfolges des Jumbo-Pfandbriefs als Anlageklasse in andere Länder, die sich in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Nach Angaben der BayernLB betrug der Marktanteil der deutschen Jumbo-Pfandbriefe 2001 noch rund 90 Prozent am gesamten Jumbo-Segment der Covered Bonds. In diesem Jahr fiel er auf nur noch 48 Prozent und die Marktanteilsverluste dürften weitergehen.

Zunehmende Ausweitung des Emittentenkreises

Dagegen erleben vor allem spanische Covered Bonds einen Boom. Schon 2006 dürfte das Emissionsvolumen spanischer Papiere das der deutschen weit übertroffen haben, und auch 2007 dürfte dies der Fall sein, auch wenn die Analysten der DZ Bank von einem deutlichen Rückgang des Volumens infolge der Abkühlung des dortigen Immobilienmarktes ausgehen.

Andere Nationen holen mittlerweile deutlich auf. Erste Emissionen werden aus Italien erwartet, die Zahl der britischen Emittenten ist gewachsen. In Norwegen gibt es laut HSBC Trinkaus & Burckhardt mittlerweile auch eine Ministeriumsvorlage, mit der die Gesetzeslage um Covered Bonds geändert werden soll, so daß die ersten Emissionen für das zweite Quartal 2007 zu erwarten seien.

Vor allem aber wächst das Marktvolumen dadurch, daß die neuen Emittenten erst recht kurz auf dem Markt aktiv sind. Daher sind die Fälligkeitsvolumina in Relation zum Bruttoemissionsvolumen noch vergleichsweise gering. So wird sie im deutschen Hypothekenpfandbriefsegment im kommenden Jahr etwa 40 Prozent betragen, in Spanien zwölf und in Frankreich rund 28 Prozent, wohingegen in anderen Ländern noch gar keine Papiere fällig werden. Eine Ausnahme stellt Irland dar, wo im kommenden Jahr erstmals signifikante Volumina fällig werden.

Besonders britische Papiere erscheinen attraktiv

Nach Ansicht der DZ Bank dürfte der Markt für Covered Bonds auch weiterhin von einem guten Umfeld profitieren. Ein positiver Ratingtrend spreche für die Anlageklasse, vor allem aber auch die Ankündigungen einiger Staaten der Eurozone, das Neuemissionsvolumen an Staatsanleihen 2007 zu verringern oder sogar Papiere zurückzukaufen. Die immer noch reichlich vorhandene Liquidität könnte daher in Covered Bonds fließen.

Besonders britische Bonds haben es den Analysten angetan, die hier sogar Terminkäufe als sinnvoll erachten. Dabei spekulieren sie eine Sekundärgesetzgebung, die die britische Finanzaufsicht FSA bis Jahresende angekündigt hat. Dies hätte deutlichen Einfluß auf die Risikogewichtung der Papiere, was diese attraktiver machen würde.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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