http://www.faz.net/-gv6-777p3

Neue Anleihen : Italien leiht sich 20 Milliarden - mitten in der Wahl-Unsicherheit

  • Aktualisiert am

Die Wahllokale öffneten am Sonntag um acht Uhr. Bis Montagnachmittag 15.00 Uhr können die Italiener ihre Stimme abgeben. Bild: reuters

Italien wagt auf dem Höhepunkt der Nervosität wegen der Parlamentswahlen eine Platzierungsoffensive am Anleihemarkt: Fast 20 Milliarden Euro will das Land in dieser Woche bei Anlegern einsammeln.

          Die Unsicherheit an den Märkten ist hoch. Der Auftakt am Montag fiel durchwachsen aus, wie aus Zahlen der italienischen Notenbank hervorgeht. Und die richtige Nagelprobe steht erst noch bevor. Die große Ungewissheit über den Ausgang der Wahlen haben sich offenbar in höheren Zinskosten für Italien bemerkbar gemacht:

          Bei einer Aufstockung unverzinslicher Anleihen (Zerobonds) mit Fälligkeit 2014 verlangten die Investoren eine Rendite von 1,68 Prozent, wie Zahlen der italienischen Notenbank zeigen. Das waren 0,25 Prozentpunkte mehr als bei einer vergleichbaren Auktion Ende Januar. Zudem konnte das Land nicht so viel Kapital wie geplant aufnehmen. Platziert wurden Papiere im Wert von 2,82 Milliarden Euro, angepeilt waren bis zu drei Milliarden Euro.

          Nagelprobe zur Wochenmitte

          Mit zwei weiteren inflationsgeschützten Anleihen nahm Italien zusätzliche 1,25 Milliarden Euro auf. Hier wurde das Platzierungsziel erreicht. Die Papiere, fällig 2021 und 2026, rentierten mit 2,79 und 3,23 Prozent. Ein Renditevergleich ist nicht sinnvoll, weil vergleichbare Auktionen zu lange zurückliegen. Bei Inflationslinkern ist die laufende Verzinsung an die Teuerung gekoppelt. Die Marktreaktionen fielen trotz der durchwachsenen Auktionsergebnisse positiv aus. Am Sekundärmarkt gaben die Renditen italienischer Papiere nach. Der wirkliche Härtetest am Anleihemarkt kommt jedoch erst noch:

          Am Mittwoch sollen sieben Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt werden. Unter den Hammer kommen unter anderem richtungsweisende Titel mit zehnjähriger Laufzeit. Am Dienstag sollen mehr als acht Milliarden Euro am Geldmarkt beschafft werden.

          In Italien wird seit Sonntag ein neues Parlament gewählt. Erste Prognosen werden am heutigen Montag kurz nach Schließung der Wahllokale gegen 15.00 Uhr erwartet. Es wird mit einer schwierigen Regierungsbildung gerechnet. Dem Mitte-Links-Bündnis um Pierluigi Bersani werden die größten Chancen eingeräumt. Allerdings hatte sich der Vorsprung zu den Mitte-Rechts-Parteien um Silvio Berlusconi zuletzt spürbar weiter verringert.

          Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX

          Topmeldungen

          Christian Lindner steht für den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag.

          FDP zurück im Parlament : Der Wunder-Lindner

          Die FDP ist wieder da, und schon in den wenigen Tagen seit der Wahl vermittelt sie den Eindruck, es gehe Freien Demokraten immer nur um das eine: um sie selbst. Und um ihren Vorsitzenden.

          Geisteszustand des Präsidenten : Ist Donald Trump verrückt?

          Etliche Psychiater in den Vereinigten Staaten machen sich Sorgen um den Geisteszustand von Präsident Donald Trump. Dessen Verhalten ist zwar grenzwertig. Doch spiegelt es vor allem die Gesellschaft wider, die ihn an die Macht befördert hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.