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Aktualisiert: 02.02.2016, 13:59 Uhr

Mittelstandsanleihen Gläubiger der German Pellets verlieren die Hoffnung

Die Zuversicht der Anleihegläubiger des Brenstoffherstellers German Pellets schwindet. Eine Telefonkonferenz dürfte zu den weiteren Kursverlusten beigetragen haben.

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© dpa German Pellets braucht mehr Geld als Brennstoff

Die Situation des Brennstoffherstellers German Pellets könnte schlechter sein als angenommen. Am Dienstag fiel der Kurs der Anfang April fälligen Anleihe bis auf 6 Prozent des Nominalwerts. Mitte Januar hatte dieser noch bei 96 Prozent gelegen. Germans Pellets hatte vor einigen Tagen (F.A.Z. vom 27.01.2016) die Anleihegläubiger zu einer Versammlung eingeladen. Diese sollen Verlängerung der Laufzeit und einer Senkung der Zinsen zustimmen. In diesem Zusammenhang hatte die Wertpapierhandelsbank Schnigge nun gemeinsam mit den Restrukturierungsspezialisten CMS und Houlihan Lokey die Gläubiger zu einer Telefonkonferenz eingeladen.

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Dabei war auch eine Präsentation vorgelegt worden, die zu Teilen jetzt im Internet veröffentlicht wurde. Demnach sind die Vorschläge des Unternehmens ungeeignet, dessen operativen und Verschuldungsprobleme zu lösen. Bemängelt wird unter anderem das vorgelegte Zahlenwerk des Unternehmens. So seien eigentlich interne Umsätze als externe Erlöse ausgewiesen worden und die deutsche Pelletproduktion „möglicherweise wenig bis gar nicht profitabel“. Vor allem aber bestehe eine hohe Abhängigkeit von den Werken in den Vereinigten Staaten, die aber gar nicht German Pellets gehören, sondern zwei Bauherrengesellschaften.

Diese wiederum befinden sich über eine Holding mittelbar im Eigentum der österreichischen PELE-Privatstiftung. Aus deren Vorstand ist German-Pellets-Hauptgesellschafter Peter Leibold zwar im Mai 2014 ausgeschieden. Die übrigen Vorstände sind aber der Geschäftsführer der German Pellets Austria Wolfgang Zronek sowie Hans-Dieter Alt und Stefan Weinheimer. Letztere sind zumindest namensgleich mit dem langjährigen Wirtschaftsprüfer von German Pellets sowie einem Partner der Düsseldorfer Kanzlei Orrick, der mit der Beratung von German Pellets bei der Begebung der beiden jüngsten Anleihen betraut war.

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Laut der Präsentation sind an die Stiftung und eine Zwischenholding umfangreiche Darlehen ausgereicht worden, die als Eigenkapital an die Bauherrengesellschaften weiter gereicht wurden. Zudem habe German Pellets als Betreiber der Werke umfangreiche Garantien gegeben, darunter auch für Anleihen der Gesellschaften. Von denen befinde sich aber mindestens eine im Zahlungsverzug. Die Werke seien zuletzt deutlich unter der geplanten Kapazität gelaufen und hätten weniger Mittel als geplant erwirtschaftet. Die Verfasser der Präsentation wollen von den Anleihegläubigern als Gemeinsamer Vertreter sowie als Finanz- und Restrukturierungsberater bestellt werden. Marktteilnehmer berichten, dass CMS und Houlihan Lokey in der Vergangenheit auch schon eine negative Präsentation für den Anleiheemittenten KTG Agrar vorgelegt hätten, bevor dessen erste Anleihe im vergangenen September fällig wurde.

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