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Veröffentlicht: 31.03.2016, 16:06 Uhr

Wert der Sicherheiten fraglich Steilmann-Gläubiger müssen auf die Adler-Märkte hoffen

Die Hoffnung einiger Anleihengläubiger der insolventen Steilmann SE ruhen auf der Beteiligung an den Adler Modemärkten. Doch um den Wert für Steilmann gibt es viele Fragen.

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© picture alliance / dpa Wie viel ist Adler wert? Und wieviel bleibt für Steilmann und seine Gläubiger?

Wie immer bei der Insolvenz eines Anleiheemittenten stellt sich auch im Nachgang der Pleite des Modehändlers Steilmann SE den Inhabern der Papiere die Frage, was ihnen am Ende bleiben wird. Sie versucht der Restrukturierungsspezialist One Square Advisors mit Antworten zu versorgen – in der Hoffnung auf Vertretungsmandate.

Martin Hock Folgen:

Und das lernten Anleihegläubiger in einer Telefonkonferenz am Mittwoch: Grundsätzlich gilt, dass die drei Anleihen des Unternehmens höchst unterschiedlich besichert sind. Während die 2014 begebene Anleihe verhältnismäßig gut und das 2015 begebene Papier deutlich schlechter mittelbar mit Anteilen der nicht insolventen Adler Modemärkte besichert sind, so gibt es für die 2012 begebene Mittelstandsanleihe praktisch keine Sicherheiten.

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Angesichts noch existierender Bankschulden und der erfahrungsgemäß geringen Verwertungserlöse von Vermögensgegenständen sind die Hoffnungen gering, dass für die Gläubiger aus einer Liquidation der Steilmann SE viel übrig bleiben kann. Auch der Wert des Know-Hows und der zahlreichen Marken mit mittelmäßigem Bekanntheitsgrad lässt sich derzeit wohl schwer einschätzen.

Insolvenzgedanken schon im Oktober?

Insofern ruhen die Hoffnungen der Gläubiger weiter auf der Beteiligung an den Adler Modemärkten. Indes macht einiges an der Struktur der Steilmann-Gruppe und den Eigentumsverhältnissen an der Adler-Beteiligung die Werthaltigkeit unsicher. So gibt es keine direkte Beteiligung der insolventen Steilmann SE und der gleichfalls insolventen Muttergesellschaft Steilmann Holding an Adler. Vielmehr gehören die Adler-Aktien der S&E Kapital, die nur zu 56 Prozent der STB Fashion Holding gehört, die wiederum eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Steilmann SE ist. Die übrigen 44 Prozent gehören der Zweckgesellschaft Excalibur des Finanzinvestors Equinox.

Was den Anleihegläubigern hier äußerst sauer aufstoßen dürfte, sind Änderungen im Vertrag zwischen beiden Gesellschaftern, die im vergangenen Oktober gemacht wurden, als der Börsengang der Steilmann SE praktisch scheiterte. Zum einen erhielt Excalibur für den Insolvenzfall das fünffache Stimmrecht und damit eine fast 80-prozentige Mehrheit, zum anderen ein Einziehungsrecht für die S&E-Anteil der Steilmann-Gruppe. Anleger könnten geneigt sein, darin eine Vorbereitung auf eine drohende Insolvenz zu sehen.

Komplizierte Besitzverhältnisse bei Adler

Weitere Details des Vertrages machen den Gläubigern zusätzlich Kopfzerbrechen. So hat Excalibur Ansprüche gegenüber dem Gewinn der S&E Kapital, wonach der Finanzinvestor sein gesamtes Investment vorrangig zurückerhält. Offen ist nun, inwieweit diese Klausel auch nach der Insolvenz Bestand haben wird. Offen ist auch, wie Excalibur sich verhalten wird. Das Günstigste könnte eine Wahrnehmung des Einziehungsrechts für die S&E-Beteiligung der Steilmann-Gruppe sein. Doch hier ist trotz einiger Indikationen offen, zu welchem Preis diese Einziehung erfolgen könnte. Auch gibt es offenbar für die Gegenleistung eine Frist von bis zu drei Jahren. Eine Verwertung der Adler-Aktien durch S&E kann Excalibur mit seiner Stimmenmehrheit blockieren.

Darüber hinaus gibt es zwischen den Gesellschaftern ein sogenanntes „Note Agreement“, das Verbindlichkeiten an Excalibur darstellt, die gegenüber Ausschüttungen an die STB Fashion Holding vorrangig sein könnten.

Insgesamt bleiben für die Anleihengläubiger weiter viele Fragen offen, und zwar besonders hinsichtlich der letztlichen Werthaltigkeit der Sicherheiten. Die Anleihekurse reagierten unterschiedlich. Der Kurs der nicht-besicherten 2012 begebenen Anleihe fiel während und nach der Konferenz von 8 bis auf 5,8  Prozent der Nominale. Dagegen hielten sich die Kurse der beiden anderen Anleihen zunächst besser, gaben aber letztlich doch auf 20 bzw. knapp 32 Prozent nach. Hoffen kann man ja immer noch. Sicher scheint aber auch, dass wohl kaum rasch Geld an die Gläubiger fließen dürfte.

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